Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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26.04.2012 - Gefährliche Gäste – Parasiten

Vortrag aus der Reihe „Natur wirkt!?“

Eisfisch mit Fadenwurmbefall
Eisfisch mit Fadenwurmbefall © Senckenberg
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Frankfurt, den 26. April 2012. Parasiten gibt es überall. Sie sind integraler Bestandteil eines jeden Ökosystems und ein Zusammentreffen mit ihnen ist unvermeidbar. Untersuchungen zeigen, dass in jedem Organismus, auch in uns Menschen, zumindest zeitweise Parasiten leben. Die meist kleinen Kreaturen gehören außerdem zu den erfolgreichsten Lebewesen unseres Planeten, denn sie sind Meister der Anpassung. Wie sich Klimawandel und Globalisierung auf die Ausbreitungsmöglichkeiten und Lebensbedingungen von Parasiten auswirken erklärt Prof. Dr. Sven Klimpel in seinem Vortrag

„Gefährliche Gäste – Parasit-Wirt-Beziehungen in terrestrischen und aquatischen Ökosystemen“ aus der Reihe „Natur wirkt!?“
am Mittwoch, den 2. Mai, um 19 Uhr
im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Parasiten – manchmal sind sie gefährlich, manchmal harmlos und manchmal sogar nützlich für andere Lebewesen. Im Verlauf der Evolution haben sie sich immer wieder in vielfältiger Weise an ihre Umgebung und die jeweiligen Wirtsorganismen angepasst. Oft sind sie deshalb in hohem Maße auf bestimmte Wirtsarten spezialisiert. In der Forschung wird zwischen zwei großen Fachrichtungen unterschieden, je nachdem ob die Parasiten im Lebensraum Wasser oder an Land vorkommen. Während sich die so genannte aquatische Parasitologie überwiegend mit Fischparasiten und deren Übertragungsmechanismen beschäftigt, befasst sich die terrestrische Parasitologie mit Krankheitserregern bei Nutztieren und dem Menschen.

Umweltveränderungen und die Folgen der Globalisierung, etwa durch extensive Landwirtschaft oder Transporte von Pflanzen und Tieren, haben in den letzten Jahrzehnten das ökologische Gleichgewicht vieler Ökosysteme verändert. So kann einerseits eine größere Vielfalt einheimischer Parasiten entstehen sowie neue Parasitenarten eingeschleppt werden.
 
Dabei müssen grundsätzlich zwei Gesichtspunkte betrachtet werden. Parasiten sind einerseits von Umwelteinflüssen und Wirtstieren abhängig. Andererseits beeinflussen sie selbst auch die sie umgebende Tierwelt. Anhand einer eindeutigen Identifizierung der Parasiten gelingt es, das Gefährdungspotential für ihren jeweiligen Wirt abzuschätzen und geeignete Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen einzusetzen. Insbesondere Erkrankungen von Haus- und Nutztieren sowie durch Tiere auf den Menschen übertragbaren Krankheiten, so genannte Zoonosen, spielen in diesem Hinblick eine wichtige Rolle. Ein Beispiel ist die in den Tropen vorkommende Leishmaniose, bei der Parasiten der Gattung Leishmania durch Sandmücken übertragen werden. Oft befallen Parasiten auch während verschiedener Entwicklungsstadien von der Larve bis zum geschlechtsreifen Tier unterschiedliche Wirte. Die Kenntnis der Bandbreite potentieller Wirte kann ebenfalls dabei helfen, die komplexen Entwicklungszyklen der Parasiten zu unterbrechen und somit Infektionen neuer Wirte zu verhindern. 

Dieser Vortrag gehört zu der Vortragsreihe "Natur wirkt!?" Was biologische Vielfalt für unsere Gesundheit bedeutet.

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Kontakt

Prof. Dr. Sven Klimpel
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
Tel. 069 7542 1895
sven.klimpel@senckenberg.de

Sabine Wendler
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) Pressereferentin
Tel.: 069- 7542 1838
sabine.wendler@senckenberg.de

Alexandra Donecker
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Pressestelle
Tel. 069- 7542 1561
Fax 069- 75421517
alexandra.donecker@senckenberg.de

 

Weitere Termine der Vortragsreihe sind:
mittwochs, jeweils um 19 Uhr, im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums

16. Mai 2012
„Die Bedeutung von Natur und naturnahen Räumen für Gesundheit und Lebensqualität“
Prof. Dr. Claudia Hornberg, Arbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, Universität Bielefeld

30. Mai 2012
„Ambrosia & Co. - Wie wirkt sich der Klimawandel auf allergene Pflanzen aus“
Prof. Dr. Oliver Tackenberg, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Goethe-Universität, Frankfurt am Main

13. Juni 2012
„Gesund dank Gift - Tiertoxine als Medikamente“
Prof. Dr. Dietrich Mebs, Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) und Goethe-Universität, Frankfurt am Main)

27. Juni 2012
„Alle Mücken sind bald da? Klimawandel und vektorübertragene Krankheiten in Europa“
Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein, Lehrstuhl für Biogeografie, Universität Bayreuth

 

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

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