Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Presse

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11.06.2012 - Senckenberg Kreativ-Gipfel zur Zukunft der Naturmuseen

In Vorbereitung auf den Ausbau des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt versammelt der Kongress „Exhibit Nature & Explain Science“ die internationale Expertise zum Thema Architektur und Szenographie für Naturhistorische Museen und Ausstellungen. Am 6. und 7. Juni findet diese Auftaktveranstaltung für das „Projekt Senckenberg“ im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt statt. Rund 70 Experten sind geladen, ihre Ideen und Projekte vorzustellen. Der Kongress gibt einen Überblick über Naturmuseen, die weltweit in Planung und Realisierung begriffen sind. Die Entwicklung von Maßstäben und Anforderungsprofilen für die Planungen in Frankfurt ist das praktische Ziel der Veranstaltung. Am Abend des ersten Konferenztages findet eine Science Slam Night im Sauriersaal des Museums statt. Die interessierte Öffentlichkeit kann an dieser Auftaktveranstaltung von „Projekt Senckenberg“ teilnehmen.

Der Kreis der Experten ist erweitert um Praktiker und Wissenschaftler, die sich mit Wissenskommunikation beschäftigen: Journalisten und Photographen, Informationsdesigner, Medien-Entwickler, Wissenschaftsmarketing-Experten, Social-Media- und Gaming-Fachleute, die einen Blick in die Zukunft der Wissenskulturen, ihrer Kanäle, Plattformen und Veranstaltungsformate werfen. Schon heute zeichnet sich ab, dass Konzepten von Citizen Science – neuen Kooperationsverhältnissen und Kommunikationsformen von Wissenschaftlern mit Amateuren und der interessierten Öffentlichkeit – die Zukunft gehört. Über Partizipationskonzepte spricht beispielsweise Prof. Dr. Johannes Vogel (Museum für Naturkunde, Berlin), der über seine Erfahrungen aus London berichtet.

Senckenberg ist ein Forschungsmuseum, das seine Bestände bewahrt und präsentiert, aber vor allem auch selbst auf den Gebieten der Artenvielfalt, der Öko-Systeme und der Wirkungen des Klimawandels auf die Biosphäre international tätig ist. Diese Forschung braucht Kommunikation. Die Gründung der Naturforschenden Gesellschaft selbst geht auf eine Initiative der Frankfurter Bürgerschaft zurück und war damit schon vor fast 200 Jahren im Kern „Citizen Science“. Senckenberg verfügt – anders als Staatliche Museen – über das „Gen“ des bürgerschaftlichen Engagements. Diese Kräfte werden jetzt mit Blick auf das Jubiläumsjahr 2017auf den Ausbau des Museums konzentriert.

Start für Projekt Senckenberg
Senckenberg will diesen Weg weitergehen und sein Profil als Institution der Wissenskultur für die Bildungsrepublik Deutschland schärfen. Das ist die Aufgabe von „Projekt Senckenberg“, diesen Wandlungsprozess durch Veranstaltungen zu begleiten und neue Partner für das Naturmuseum der Zukunft zu interessieren.

Die fast 200jährige Tradition der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung gilt es, mit den Anforderungen der nachwachsenden Generationen und den neuen Kommunikationsverhältnissen zu synchronisieren. Deshalb stellen am 6. und 7. Juni 2012 rund 70 Experten Museums- und Ausstellungskonzepte vor, die für die Planungen von Senckenberg relevant werden können.

Augenblicklich kann man von einem weltweiten Bauboom für Naturhistorische Museen sprechen. Von Los Angeles über Lyon und Frankfurt bis Shanghai werden neue Naturmuseen geplant, gebaut oder vorhandene erweitert. Mal geht es um touristische „Dino-Attraktionen“ im Standort-Wettbewerb der Städte, mal um „Leuchttürme“ der Wissensgesellschaft oder um beides. Auf der Konferenz „Exhibit Nature & Explain Science“ werden einige dieser richtungsweisenden Konzepte von Architekturbüros wie Coop Himmelb(l)au, Ateliers Jean Nouvel, Stefan Behnisch vorgestellt.

„Exhibit Nature & Explain Science“ hat sich schon in der Vorbereitungsphase dank des Interesses am faszinierenden Thema Natur zu einem Treffpunkt der Gestaltungs- und Medienszene entwickelt. Dies sind dieerwarteten Sprecher: Dietmar Schmid, Prof. Dr. Dr. Volker Mosbrugger, Christian Schwägerl, Joachim Müller-Jung, Prof. Dipl.-Ing. Axel Thallemer, Erick Mata, Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth, Prof. Dr. Tilman Allert, Gert Scobel, Peter Arens, Prof. Dr. Harald Lesch, Andreas Kieling, Wendy Drake, Mike Gunten, Marc Scheloske, Alexander Stirn, Dr. Tobias Maier, Prof. Dr. Annette Leßmöllmann, WPK – die Wissenschaftsjournalisten, David Maas, Dominik Rinnhofer, Prof. Dr. Peter Gerjets, Detlev Gregorczyk, Matthias Farke, Jörg Schmidtsiefen, Dr. Tobias Wolff,Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach, Christoph Drösser, Jan Schwochow, Caroline Breunesse, Dr. Britta Allgöwer, Prof. Dr. Johannes Vogel, Peter-Matthias Gaede, J Henry Fair, Stephan Andreae, Prof. Dr. Henning Lobin, Markus Weißkopf, Prof. Dr. Bruno Deiss, Dr. Bernd Herkner, Prof. Dr. Willi Xylander, Sabine Djahanschah, Prof. Manfred Hegger, Prof. HG Merz (Stuttgart/Berlin), Prof. Wolf D. Prix, Bertram Beissel, Daniel Festag, Julian Weyer, Prof. Stefan Behnisch, Andrew Whalley, Andrew Sedgwick, Julia Bergener, Dr. Gerd Hoffmann-Wieck, Jürg Nigg, Otto Steiner, Dr. Manfred Verhaagh, Dr. Gerhard Aubrecht, Prof. Uwe R. Brückner, Prof. Philipp Teufel, Prof. Tristan Kobler, Pillip Tefft, Tim Ventimiglia, Yadegar Asisi, Francois Confino, Stefan Nowak, Jochen Hunger, Charlotte Tamschick, Prof. Lars U. Bleher, Prof. Thomas Hundt, Prof. Joachim Sauter, Dieter Brell, Sebastian Oschatz u.a.

Ablauf der Konferenz:
Der Konferenz vorgeschaltet ist eine öffentliche Pressekonferenz, zu der auch die Kongress-Teilnehmer willkommen sind. Prof. Dr. Mosbrugger, Generaldirektor Senckenberg, übernimmt das "Briefing" für den Kongress, indem er Aufgaben und Visionen für das neue Senckenberg vorstellt und den Zeitplan für die nächsten Schritte zur Planung und Realisierung des Erweiterungsbaus des Senckenberg Naturmuseums vorlegt.

Die Konferenz beginnt mit Impulsvorträgen, die unter der Überschrift „Auf dem Weg vom Planeten Erde zum Urbanen Planeten“ stehen. Hier steht das neue Erdzeitalter „Anthropozän“ auf dem Programm, in dem der Mensch mit allen Konsequenzen die Dominante der Entwicklung ist. Entfremdung von der Natur, Spielerisches Lernen, ein neues Verhältnis von Kultur und Natur sind die Themen weiterer Impuls-Vorträge.

Die Bedeutung der Medien für die Naturwahrnehmung und die Wissenskultur am Beispiel Fernsehen ist Thema des ersten Podiums. Peter Arens (ZDF) trifft sich mit seinen Kollegen von der BBC, um über die Entwicklung der Fernsehformate und neue Projekte zu sprechen.

Welche Auswirkungen die Neuen Medien auf die Kommunikation in der Wissenschaft selbst haben, dem geht ein Gesprächspodium nach, das die Wissenschaftspressekonferenz der Wissenschaftsjournalisten (Bonn) organisiert. Wie die Medien die Ausstellungswelten verändert haben, zeigen Exponat-Entwickler, die unsichtbare Prozesse wie beispielsweise die Evolution des Lebens anschaulich darstellen.

Wie fasziniert man Menschen für Forschungsthemen? Welche Rolle spielen dabei die Emotionen und das Bedürfnis nach Unterhaltung und Sensationen, fragt ein weiteres Podium und präsentiert dazu Konzepte aus der Praxis.

Komplexe Systeme verlangen nach Visualisierungen, die Zusammenhänge begreifbar machen. Veränderungen und Prognosen brauchen Modelle, die Entwicklungen sinnlich erfahrbar darstellen. Die Wissenschaft selbst schafft sich ihre „Weltbilder“, um sich über Ursachen und Wirkungen verständigen zu können. Infographik und Data Visualization sind die Stichworte dieser Runde.

„Bilder sind wie Schüsse ins Gehirn“, sagt der Medienphilosoph Norbert Bolz. Ein eigenes Panel ist der Bildsprache der Photographie gewidmet. Peter-Matthias Gaede präsentiert die Entwicklung am Beispiel von GEO, dem Reportage-Magazin. J Henry Fair, Photograph und Umweltaktivist aus New York, zeigt seine Luftbilder der weltweiten Umweltzerstörung.

Neue Formate der Wissenschaftskommunikation vom Festival bis zum Science-Slam haben augenblicklich Hochjunktur. Forschung braucht Akzeptanz, Begeisterung und Nachwuchs. Ein Überblick über die Formate geben Erfinder und Akteure neuer Veranstaltungsformen.

Öffentliche Abendveranstaltung
Gleich im Anschluss an die Vorträge gibt der Frankfurter Science Slam eine Kostprobe von neuen Formen, über wissenschaftliche Themen zu kommunizieren und neue Zielgruppen anzusprechen.

Architektur & Szenographie
Der zweite Tag beginnt mit einem Statement von Prof. Manfred Hegger, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Er hat mit seinen Studenten ein Entwurfs-Projekt im Herbst letzten Jahres organisiert, dessen Ergebnisse im Rahmen von ENES (Exhibit Nature & Explain Science) vorgestellt werden. Naturmuseen, in denen es immer auch um den Umweltschutz geht, sollten selbst vorbildliche Bauten im Sinne von „Green Building“ sein.

Nach dieser Einstimmung beginnen die Architekten-Vorträge zu naturkundlichen Ausstellungsbauten weltweit. Der Nachmittag ist szenographischen Konzepten gewidmet, neuen Ideen, mit gestalteten Räumen und Exponaten Themen und Geschichten erlebbar zu machen.

Eine besondere Avantgarde stellen die sogenannten „software driven spaces“ dar, also mediale Räume, die interaktiv auf die Informationsbedürfnisse ihrer Nutzer reagieren und bestens geeignet sind, Prozesse darzustellen und physisch präsent zu machen.

Der Kongress endet bei einem Empfang des Senckenberg Präsidiums, das ein erstes Resümee zieht.
Es ist geplant, einen Berichtsband zur ersten Veranstaltung von Projekt Senckenberg zeitnah zu publizieren. Ausgewählte Interviews (Videos) mit Konferenzteilnehmern werden im Anschluss auf der Seite von Projekt Senckenberg veröffentlicht.

download PM Senckenberg Kreativ-Gipfel zur Zukunft der Naturmuseen

Weitere Presseinfos zum download:

Programm Exhibit Nature & Explain Science
Lageplan Exhibit Nature & Explain Science
„Projekt Senckenberg“ geht an den Start - Masterplan II
Forschung und Sammlungen erhalten ein neues Zuhause - Masterplan I
Faktenblatt
Kleine Baugeschichte Senckenberg

Bildmaterial:

1917 Senckenbergmuseum Postkarte  Senckenberganlage(c) Senckenberg  Senckenberganlage(c) Senckenberg
 Familienfest im Senckenberg Naturmuseum (c) Senckenberg  kulturcampus  

 

Kontakt:

Dr. Sören Dürr
Alexandra Donecker
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1561
Fax 069- 75421517
pressestelle@senckenberg.de

Kongress-Konzeption und Organisation:
Westermann Kommunikation
Helmut M. Bien
06132-780087
info@westermann-kommunikation.de

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

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Tel.: 069 7542-1434
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Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

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