Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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25.06.2012 - Vortrag: Tropenkrankheiten – jetzt auch in Europa?

Frankfurt am Main, den 25. Juni 2012. Im Abschlussvortrag der Vortragsreihe „Natur wirkt“ geht es noch einmal gefährlich zu: Thema ist der potentielle Vormarsch von Tropenkrankheiten in Europa. Welche realistischen Risiken derzeit bestehen und was die Forschung dazu sagt, erläutert Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein, Universität Bayreuth in seinem Vortrag „Alle Mücken sind schon da? Klimawandel und vektorübertragene Krankheiten in Europa“.

Der Vortrag findet statt

am Mittwoch, den 27. Juni 2012 um 19 Uhr
im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Tigermücke
Beim Stich der Asiatischen Tigermücke
(Stegomyia albopicta) können gefährliche
Viren übertragen werden. Copyright: James
Gathany / CDC [Download in 300 dpi]

Durch den Klimawandel verändern sich in Europa die klimatischen Verhältnisse zugunsten einiger Insektenarten, die mit ihrem Stich die Erreger von Tropenkrankheiten übertragen können. Immer mehr Fernreisen und ein weltumspannender Gütertransport bieten den Insekten gleichzeitig mehr ‚Mitfahrgelegenheiten‘, um einzuwandern. –Mit den neuen Arten könnten auch Tropenkrankheiten wie Dengue-Fieber, West-Nil-Fieber oder Chikungunya in Europa Einzug halten. Diese mögliche Entwicklung wird bereits länger intensiv erforscht, u.a. weil den von Insekten übertragenen Arboviren kaum bzw. gar nicht durch Impfung oder auch medikamentös begegnet werden kann.

In seinem Vortrag stellt Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein, Universität Bayreuth, aktuelle Erkenntnisse zu Tigermücken (Stegomyia albopicta) und verschiedenen Sandmückenarten (Phlebotomus ssp.) vor. Außerdem erläutert er, inwiefern und wo damit zu rechnen ist, dass die künftigen klimatischen Verhältnisse den Temperatur- und Klimaanforderungen der Insektenarten gerecht werden. In Italien sind Tigermücken beispielsweise bereits heute weit verbreitet.

In Verbindung mit Klimamodellen und weiteren Geoinformationen lässt sich abschätzen, wie hoch das Risiko einer großflächigen Verbreitung der Tropenkrankheiten ist. Dies kann helfen, das Gesundheitssystem frühzeitig für mögliche Krankheitsfälle zu sensibilisieren und darauf vorzubereiten. Ob die Einschleppung dieser Krankheiten aber verhindert werden kann, ist fraglich.

Kontakt

Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein
Universität Bayreuth
Tel.: 0921- 552270
Carl.Beierkuhnlein@uni-bayreuth.de

Sabine Wendler
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) Pressereferentin
Tel.: 069- 7542 1838
sabine.wendler@senckenberg.de

Alexandra Donecker
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Pressestelle
Tel. 069- 7542 1561
Fax 069- 75421517
alexandra.donecker@senckenberg.de

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK‐F) seit 2008 im Rahmen der hessischen Landes‐ Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen‐ und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben. Mehr unter www.bik‐f.de

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

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