Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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26.01.2012 - Görlitzerin ist Namenspatin für Milbe aus dem Regenwald

(c) Gitschmann/SenckenbergGörlitz. Würden Sie sich darüber freuen, wenn eine Milbe ihren Namen trägt? Die Görlitzerin Kerstin Franke schon, denn für sie stellt die Benennung eine große Ehre dar. Die neu beschriebene Hornmilbe heißt somit wissenschaftlich:  Caucasiozetes frankeae und lebt in den Böden Vietnams, wo sie kürzlich von russischen Zoologen entdeckt wurde.
Diese Wertschätzung kommt nicht von ungefähr. Kerstin Franke arbeitet am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und betreut dort seit 1990 die Sammlung der Spinnentiere, zu denen die Milben gehören und redigiert die vom Museum heraus gegebene Milbenzeitschrift „Acari“.  In ihr werden weltweit aktuelle Literaturangaben und Beschreibungen neuer Arten ausgewählter Milbengruppen gesammelt und jährlich veröffentlicht. Die Publikation ist somit ein ganz wichtiges Arbeitsmittel der Milbenforscher. Die Benennung der Milbe stellt daher ein großes Dankeschön der Forscher aus Nischni Nowgorod und Moskau für die unermüdliche Arbeit der studierten Chemikerin dar.
Caucasiozetes frankeae ist übrigens nicht die erste Tierart, die nach einem Lausitzer Forscher benannt wurde. Eine Milbe trägt seit 1995 den Namen des ehemaligen Museumsdirektors Wolfram Dunger. In neuerer Zeit erhielt ein Löwenzahn den Namen des Botanikers Hans-Werner Otto aus Bischofswerda und eine Ameise aus Tibet wurde nach dem ehemaligen Tierparkdirektor Dr. Axel Gebauer benannt.
Einen deutschen Namen hat die nur ¼ mm kleine Milbe nicht. Dafür ist ihr wissenschaftlicher Name international gültig. Er setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: Der erste bezeichnet die Gattung  „Caucasiozetes“ und der zweite die eigentliche Art „frankeae“, wobei die Gattung sozusagen der Nachname und die Art der Vorname ist. Es können also mehrere Arten einer Gattung angehören.
Hornmilben leben hauptsächlich im Boden oder im Moos. Dort erfüllen Sie eine wichtige ökologische Funktion, indem sie die anfallende Pflanzenstreu zersetzen und den Boden mit Nährstoffen anreichern.
Das Senckenberg Museum für Naturkunde hat seinen Schwerpunkt in der Erforschung der Bodentiere. In sechs Sektionen untersuchen die Zoologen die Vielfalt der Bodentiere in Europa, Zentralasien und Nordafrika. Allein die Sammlung der Spinnentiere umfasst rund 250.000 Exemplare. Geleitet wird diese Sektion von Dr. Axel Christian.

Die Artbeschreibung findet sich hier: Ermilov, S.G. und Anichkin, A.E. (2011): Four new species of oribatid mites (Acari: Oribatida) from Vietnam. Zoosystematica Rossica 20(2): 200-215.

Dr. Christian Düker |  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
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