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20.07.2012 - Auf der Suche nach Artenvielfalt

Frankfurt, den 20.07.2012. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung von Senckenberg am Meer Wilhelmshaven gehen heute mit einem internationalen Team an Bord des Forschungsschiffs „Sonne“. Ziel der Expedition ist die Erforschung der Artenvielfalt im Pazifischen Ozean vor der russischen Küste und in der benachbarten Tiefsee-Ebene. Die Ergebnisse sollen unter anderem helfen, mögliche Auswirkungen von Meeresbergbau abschätzen zu können.

Rund 65 Prozent der Erde sind von Wasser bedeckt. Doch selbst die Rückseite des Mondes ist gründlicher erforscht als die dunklen Weiten unter den Weltmeeren. In Tiefen von 6000 Metern unter der Wasseroberfläche und in ewiger Dunkelheit erwartet man wenig Leben, tatsächlich gibt es dort aber eine vielfältige Flora und Fauna.
Im Nordwestpazifik in der Kurilen-Kamtschatka-Region möchte jetzt ein 25-köpfiges Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung von Senckenberg am Meer Wilhelmshaven, der Universität Hamburg, des Institute of Marine Biology in Vladivostok und des Shirshov Institutes in Moskau vom 20. Juli bis 7. September 2012 die Biodiversität der Tiefsee untersuchen. Das Projekt „Kurile Kamchatka Deep-Sea Biodiversity (KuramBio)“ wird von Prof. Dr. Angelika Brandt vom Zoologischen Museum der Universität Hamburg geleitet.

„Wir möchten erforschen, welche Arten in welcher Größenordnung in den untersuchten Regionen vorkommen.“, erklärt Prof. Dr. Pedro Martínez Arbizu, Leiter des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung in Wilhelmshaven. Dabei stehen die Kleinsten im Mittelpunkt: Besonders die bodenlebende Organismen von weniger als 1 Millimeter bis 20 Millimeter Größe interessieren die Wissenschaftler. Zum Einsatz kommt dabei beispielsweise das bis in 6000 Meter tiefseetauglich „Ocean Floor Observation System“, mit dessen Hilfe man am Meeresboden lebende Organismen dokumentieren kann.
„Außerdem möchten wir während der Expedition neue Arten beschreiben und der Wissenschaft zugänglich machen.“, ergänzt der Wilhelmshavener Meeresforscher.

Die Expedition ist bereits die zweite deutsch-russische Forschungsexpedition in Kooperation. 2010 fand im Japanischen Meer die Expedition Sea of Japan Biodiversity Studies (SoJaBio) statt. Besonders interessant ist der Ergebnisvergleich der beiden Expeditionen, da die untersuchten Gebiete sehr unterschiedlich sind: Die Kurilen-Kamtschatka-Region ist geologisch älter und zudem leichter zu besiedeln als die relativ geschlossene Japanische See. Darüber hinaus ist der westliche Pazifik eine nährstoffreiche Meeresregion. Bisher wurden hauptsächlich Gewässer mit geringerer Produktion, z. B. im zentralen Pazifik, untersucht.
Die Tiefsee ist einer der größten und zugleich am wenigsten erforschten Lebensräume. Obwohl sie schwer zugänglich ist, birgt ihre Untersuchung großes Potential. Daten zur Artenvielfalt können zum Beispiel helfen, die Auswirkungen von Tiefseebergbau einzuschätzen oder Schutzkonzepte für die Meere zu entwickeln.

Kontakt
Für einen E-Mail-Kontakt auf dem Forschungsschiff „Sonne“ wenden Sie sich bitte an:

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
 

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Pressekontakt

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