Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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20.09.2012 - Der „dritte Pol“ eine Schlüsselregion im Fokus

Frankfurt, den 20.09.2012. Globale Erwärmung, Degradation, Georisiken – Rund 100 internationale Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen stellen während einer heute beginnenden zweitägigen Tagung ihre Forschungsprojekte aus dem Großraum Zentralasien vor. Die Konferenz findet im Rahmen des BMBF-Forschungsprogramms „Zentralasien: Monsundynamik und Geoökosysteme“ (CAME) statt.

Etwas über viertausend Kilometer trennen Frankfurt und den Großraum Zentralasien. Aber die weite Reise lohnt sich. Dort erwartet den Besucher nicht nur eine beeindruckende Bergkulisse, sondern auch eine der wichtigsten Schlüsselregionen des globalen Klimawandels unserer Erde.

„Von den Auswirkungen des Monsuns und dem Bestand der Hochgebirgsgletscher in dieser Region hängen wichtige hydrologische Aspekte und somit die Wasserversorgung Zentralasiens ab. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung ist direkt von den Schwankungen des dortigen Wasserhaushaltes betroffen“, erklärt Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Projektleiter von CAME.

Berge
Bergkulisse Tibet 
© Wolfgang Rösler

In insgesamt neun Projektbündeln und über 50 Teilvorhaben nehmen Wissenschaftler in dem BMBF- Programm Zentralasien und das Tibet-Plateau unter die Lupe. Sie greifen dabei auf verschiedenste Methoden und Vorgehensweisen zurück: es werden seismologische und hydrologische Messreihen aufgezeichnet, Tiefbohrungen durchgeführt, Jahresringe sowie Pollenflug untersucht und Gesteinsalter ermittelt.

Monsunwolken
Monsunwolken über den Gurla
Mandhata Gebirge
 © Dieter Scherer

„Gerade die Vielfalt der Disziplinen, die hier zusammenarbeiten, und der internationale Charakter des Forschungsprogramms werden zum Erfolg führen und wichtige Hinweise zum Klimageschehen und den Georisiken in dieser Schlüsselregion liefern“, so Mosbrugger.

Untersuchungsgebiete
Untersuchungsgebiete der
CAME-Projektverbünde
 © Sybille Roller

Teil des Forschungsprogramms sind auch die Projektverbünde WET und PERMATRANS, die heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Das Vorhaben WET untersucht die Kopplung von Klima und Wasserkreisläufen anhand von ausgewählten und repräsentativen Einzugsgebieten des Tibet-Plateaus und angrenzender Hochgebirgsräume. PERMATRANS befasst sich an zehn Standorten mit der Erfassung und Untersuchung der Indikatoren und Prozesse der Kohlenstoffbildung in Permafrostböden in ausgewählten Bereichen der tibetischen Hochebene.

„Zusammen mit den Ergebnissen anderer Projekte des Zentralasien-Programms CAME können wir  verschiedene klimasteuernde Prozesse in der Schlüsselregion Zentralasien besser und auch ganzheitlich verstehen“, erläutert Prof. Dr. Dirk Wagner von der Universität Potsdam und dem Geoforschungszentrum Potsdam.

„Durch die verschiedenen CAME-Projekte wird die Abschätzung von Georisiken ermöglicht, auf deren Basis Frühwarnmaßnahmen entwickelt werden können“, fasst Projektleiter Mosbrugger die Ziele des Forschungsprogramms zusammen.

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Kontakt  
Dr. Sybille Roller
Projektkoordination CAME
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1185

 
Ilona Bröhl
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1444

 Diese Bilder sind – unter Angabe des Copyrights - für Presseveröffentlichungen über die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung freigegeben.

Das Forschungsprogramm CAME wird von 2011 bis 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)-, im Rahmen der Vorhaben der Wissenschaftlich-Technischen Zusammenarbeit (WTZ)-, gefördert. Es umfasst neun große Projektverbünde sowie ein Einzelvorhaben. Die breit angelegten Forschungsthemen sind inhaltlich vernetzt, um größtmögliche Synergie-Effekte bilden zu können.
Die insgesamt 54 Einzelprojekte sind im Arbeitsgebiet räumlich unterschiedlich verortet und decken Fragestellungen aus den Themenbereichen Geodynamik – Klima – Mensch, Geoökosysteme: Einfluss des Menschen und Klimawandel sowie Monsundynamik: Antriebsfaktoren und Systemkopplung ab.
Weiter Informationen erhalten sie unter:
www.zentralasien.senckenberg.de

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

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