Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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15.11.2012 - Ehrenkolloquium für Hans-Werner Otto

Hans-Werner OttoHans-Werner Otto, geb 1933 in Ebersbach/Sachsen, hat von 1951 bis 1998 – überwiegend im Fach Biologie – aktiv im Schuldienst als Lehrer gearbeitet.
Bereits 1957 nahm er, der sich schon früh für die Botanik interessierte, an einer Floristen-tagung der AG sächsischer Botaniker teil. Wenig später begann er mit der Kartierung von Pflanzen in der Oberlausitz. Er war Mitglied in verschiedenen Vereinigungen wie dem Naturwissenschaftlichen Arbeitskreis Oberlausitz (1958–1988), Leiter der Fachgruppe Floristik im Kreis Bischofswerda und 1990 Gründungsmitglied der Natur¬forschenden Gesellschaft der Oberlausitz. In der NfGOL war er von 1990 bis 2008 im Vorstand und wurde 2011 zum Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt. Für seine Tätigkeit, v. a. der kritischen Überarbeitung der Datenbank des Herbariums sowie dessen Bereicherung mit etwa 7.000 Sammlungsobjekten, wurde er 2006 zum ehrenamtlichen Mitarbeiter des Staatlichen Museums für Naturkunde Görlitz ernannt.

Seit 1964 veröffentlichte Hans-Werner Otto mehr als 100 Beiträge für verschiedene wissenschaftliche und andere Zeitschriften und arbeitete an mehreren botanischen Atlanten mit.
Sein „Lebenswerk“ erschien 2004 als Band 12 der Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz: „Die Farn- u. Samenpflanzen der Oberlausitz“. Verzeichnis der in der sächsischen und brandenburgischen Oberlausitz wildwachsenden Gefäßpflanzen sowie der forst- und landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und der verwilderten Zierpflanzen. Mit Angaben zu Volksnamen, obersorbischen Namen, Gefährdung und medizinischer Verwen-dung.
Das älteste Lausitzer Pflanzenverzeichnis, der „Hortus Lusatiae“ von Johannes Franke, stammt aus dem Jahre 1594, die letzte vollständige Flora der Oberlausitz wurde 1898 von Emil Barber begonnen und 1955 von Max Militzer und Erich Glotz abgeschlossen. Die nunmehr jüngste Flora von Hans-Werner Otto kann – in dieser Tradition stehend – mit gutem Recht als Jahrhundertwerk bezeichnet werden. 2008 wurde ihm für dieses Werk der dritte Landespreis für Heimatforschung durch den sächsischen Staatsminister für Kultur, Herrn Professor Dr. Roland Wöller, übergeben, die Laudatio hielt Dr. Klaus Karl vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz.

Pünktlich zum Ehrentag in diesem November erscheint die stark überarbeitete Neuauflage der vergriffenen Flora der Oberlausitz als Supplement zu Band 20 der Berichte der Natur-forschenden Gesellschaft der Ober¬lausitz mit 396 Textseiten und 16 Seiten mit farbigen Pflanzenabbildungen.

Sowohl bei seiner praktischen Arbeit wie durch seine vielen Veröffentlichungen gelang es Hans-Werner Otto, andere Menschen für die Botanik zu begeistern und als aktive Mitstreiter zu gewinnen. Viele seiner Schüler werden sich mit großer Freude an die von ihm geleiteten Spezialistenlager erinnern.

Am 27. November 2012 soll Hans-Werner Otto im Rahmen der Festveranstaltung die ehrenamtliche Mitarbeiterschaft in der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung verliehen werden. Die Laudatio wird Dr. Siegfried Bräutigam halten und den Festvortrag „Die Erfassung der Flora von Sachsen – Geschichte und Ausblick“ Andreas Ihl.

Brigitte Westphal
für den Vorstand der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz 12. November 2012

Foto: Brigitte Westphal

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