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26.03.2013 - Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz veranstaltet internationale Geologie-Tagung zu Vulkanismus in Mitteleuropa

BasaltschlackeGörlitz. Vom 24. bis 28. April 2013 veranstaltet das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz die internationale Tagung „Basalt 2013 – Cenozoic Magmatism in Central Europe“. Die Konferenz bringt über 100 Geowissenschaftler aus 24 Ländern zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse zum Vulkanismus in Mitteleuropa zur Diskussion zu stellen.

Die Teilnehmer der Tagung beschäftigen sich vor allem mit Vulkanen, die vor etwa 20 bis 40 Millionen Jahren entstanden sind, aber auch mit den erst 10.000 Jahre alten und damit jüngsten Nachzüglern aus Nordböhmen und der Eifel. „Wir haben großen Zuspruch erhalten und Görlitzer Geologen bei der Arbeitkonnten deshalb ein hochwertiges Programm mit 130 Beiträgen und zwölf eingeladenen Referenten aus ganz Europa, aber auch aus Neuseeland, Indien, Afrika und Amerika zusammenstellen“, so Dr. Olaf Tietz, einer der Organisatoren der Tagung und Sektionsleiter am Museum. In Workshops, Vorträgen und Exkursionen geht es um Vulkanismus und alle damit im Zusammenhang stehenden Prozesse im Erdinneren und an der Erdoberfläche. So sind für die Wissenschaftler Gesteinseinschlüsse aus dem Erdmantel interessant, die durch die Basaltschmelze nach oben gebracht wurden. Einer der drei Vortragstage widmet sich allein diesen Mitbringseln aus der Tiefe, da sie eine Rekonstruktion der Bildungs- und Schmelzprozesse der Erde für 30 bis 100 km Tiefe von der Vergangenheit bis heute zulassen.

Besonders wichtig war den Veranstaltern ein interdisziplinärer Ansatz, wie Olaf Tietz betont: „Ziel der Tagung ist es, Wissenschaftler mit den unterschiedlichsten Zugängen bei der Erforschung von Magmatismus zusammenzubringen – Vulkanologen, Geochemiker, Geophysiker und Mineralogen, aber auch Geotouristiker und Steinbruchbetreiber.“

LandeskroneInitiiert wurde die Tagung von den Geologen des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, Olaf Tietz und Jörg Büchner. Die beiden beschäftigen sich seit vielen Jahren mit den heimischen Vulkanen. So konnten sie zum Beispiel erstmals Zirkonkristalle direkt in Basaltgestein aus dem Lausitzer Zirkonkristall in BasaltVulkanfeld nachweisen. Die seltenen Zirkone sind Träger mannigfacher erdgeschichtlicher Informationen, mit deren Hilfe die Forscher mehr über Schmelz- und Gesteinsbildungsprozesse im Erdmantel erfahren können. In weiteren Untersuchungen konnten die Görlitzer Geologen zeigen, dass die rund 34 Millionen Jahre alte Landeskrone zu den größten Schlackenkegelvulkanen der Erde gehörte.

Ausführliche Informationen und das gesamte Tagungsprogramm finden Sie auch unter www.senckenberg.de/basalt2013.

Fotos:
oben links: Funde von Basaltschlacken sind wichtige Beweise dafür, dass die Oberlausitzer Basaltberge echte Vulkane waren. Nur an der Erdoberfläche entgast die Lava, so dass sich blasige Schlacken bilden konnten. Bei den Lausitzer Vulkanen sind diese Schlacken heute meist verwittert und abgetragen. Am Hofeberg bei Leuba jedoch fanden die Görlitzer Geologen Reste dieser Vulkanzeugen. © Jörg Büchner
Mitte rechts: Geologen aus Görlitz und Prag bei der gemeinsamen Feldarbeit, hier in einen ehemaligen Steinbruch am Eisberg bei Großhennersdorf. © Olaf Tietz
unten links: Die Landeskrone ist der markante Hausberg von Görlitz. Sie bildet den Rest eines ursprünglich viel größeren Vulkanes, der vor 34 Millionen Jahren als einer der ersten im Lausitzer Vulkanfeld entstanden ist. © Olaf Tietz
unten rechts: Zeuge aus der Tiefe: ein ca. 2 mm großer Zirkonkristall, eingeschlossen in Basalt aus einem Steinbruch bei Ostritz. Die deutliche Rundung des Kristalles entstand durch Anschmelzungsprozesse in der heißen Basaltlava. Wie genau diese Kristalle gebildet wurden, wird momentan erforscht. © Olaf Tietz

 

Kontakt
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Tel.: 03581 - 47605210

Dr. Christian Düker
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Tel.: 03581 - 47605210

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

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