Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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18.04.2013 - Senckenberg Museum Görlitz beteiligt Öffentlichkeit an internationaler Vulkanismustagung

Titelbild Basalt 2013Görlitz. Über 120 Geowissenschaftler aus 24 Ländern diskutieren vom 24. bis 28. April aktuelle Forschungsergebnisse zu den Vulkanen Mitteleuropas in Görlitz. Im Vorfeld der Fachtagung, am 23. April, geben renommierte Geologen in öffentlichen Vorträgen Einblicke in ihre Forschung:

Wie vulkanische Ereignisse die Fossilwerdung von Wirbeltieren beeinflussen, zeigt Michael Wuttke im Naturwissenschaftlichen Kolloquium um 15:00 Uhr. Fossilien faszinieren und liefern uns als Zeugen längst vergangenen Lebens auf der Erde wichtige Informationen. Bei ihrer Entstehung spielten Vulkane oft eine bedeutende Rolle - so zum Beispiel vor rund 47 Millionen Jahren, als Fledermäuse am Maarsee des heutigen UNESCO Welterbes Grube Messel durch vulkanische Gase betäubt wurden, anschließend im See ertranken und so für die Nachwelt erhalten blieben. Michael Wuttke ist im Beirat der Paläontologischen Gesellschaft und leitet das Referat Erdgeschichte in der Direktion Landesarchäologie von Rheinland-Pfalz.

»Naturwissenschaftliches Kolloquium«
23.04.2013 | 15:00 Uhr | Seminarraum Naturkundemuseum (Am Museum 1) | Eintritt frei
Dr. Michael Wuttke: Vulkanismus und Wirbeltiertaphonomie


VesuvDer Abendvortrag um 19:30 Uhr beschäftigt sich mit einem der bekanntesten Vulkane Europas: dem Vesuv. Bei dessen verheerendem Ausbruch im Jahr 79 u.Z. wurde eine Reihe von antiken Städten verschüttet, die bedeutendste unter ihnen Pompeji. Durch die umfangreichen archäologischen Ausgrabungen wissen wir heute viel über die damalige Architektur und die Lebensweise der Menschen. Weniger bekannt hingegen sind vulkanologische Untersuchungen des Ereignisses. Wie genau ging die Eruption damals vor sich und wie hoch ist das Risiko eines erneuten Ausbruchs heute? Diesen Fragen geht Peter Suhr, Geologe am Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, in seinem Vortrag nach. Dabei vergleicht er historische Aufzeichnungen mit den Ergebnissen von Analysen, die mit modernsten Methoden durchgeführt wurden.

»Neues aus der Naturwissenschaft«
23.04.2013 | 19:30 Uhr | Seminarraum Naturkundemuseum (Am Museum 1) | Eintritt 2, ermäßigt 1 €
Dipl-Geol. Peter Suhr: Der Vesuv – ein gefährlicher Nachbar!

BasaltschlackeDie internationale Tagung „Basalt 2013 – Cenozoic Magmatism in Central Europe“ wird vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz veranstaltet. In Workshops, Vorträgen und Exkursionen beschäftigen sich die Teilnehmer mit den europäischen Vulkanen, die vor etwa 20 bis 40 Millionen Jahren entstanden sind, aber auch mit den erst 10.000 Jahre alten und damit jüngsten Nachzüglern aus Nordböhmen und der Eifel. Besonders wichtig war den Veranstaltern um Olaf Tietz, Sektionsleiter für Paläozoologie und Geologie am Museum, ein interdisziplinärer Ansatz: „Ziel der Tagung ist es, Wissenschaftler mit den unterschiedlichsten Zugängen bei der Erforschung von Magmatismus zusammenzubringen – Vulkanologen, Geochemiker, Geophysiker und Mineralogen, aber auch Geotouristiker und Steinbruchbetreiber“, so Tietz.

Die Görlitzer LandeskroneDie Görlitzer Geologen beschäftigen sich seit vielen Jahren mit den heimischen Vulkanen. So konnten sie zum Beispiel erstmals Zirkonkristalle direkt in Basaltgestein aus dem Lausitzer Vulkanfeld nachweisen. Die seltenen Zirkone sind Träger mannigfacher erdgeschichtlicher Informationen, mit deren Hilfe die Forscher mehr über Schmelz- und Gesteinsbildungsprozesse im Erdmantel erfahren können. In weiteren Untersuchungen konnten sie zeigen, dass die rund 34 Millionen Jahre alte Landeskrone zu den großen Schlackenkegelvulkanen der Erde gehörte.

Ausführliche Informationen finden Sie auch auf der Tagungswebseite www.senckenberg.de/basalt2013.

Fotos:
Mitte links: Die antike Stadt Pompeji wurde 79 u.Z. bei einem verheerenden Vesuv-Ausbruch verschüttet. Ist der Vulkan auch heute noch ein gefährlicher Nachbar? © Henriette Jechorek
Mitte rechts: Funde von Basaltschlacken sind wichtige Beweise dafür, dass die Oberlausitzer Basaltberge echte Vulkane waren. Nur an der Erdoberfläche entgast die Lava, so dass sich blasige Schlacken bilden konnten. Bei den Lausitzer Vulkanen sind diese Schlacken heute meist verwittert und abgetragen. Am Hofeberg bei Leuba jedoch fanden die Görlitzer Geologen Reste dieser Vulkanzeugen. © Jörg Büchner
unten links: Die Landeskrone ist der markante Hausberg von Görlitz. Sie bildet den Rest eines ursprünglich viel größeren Vulkanes, der vor 34 Millionen Jahren als einer der ersten im Lausitzer Vulkanfeld entstanden ist. © Olaf Tietz

 

Kontakt
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Tel.: 03581 - 47605210

Dr. Christian Düker
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Tel.: 03581 - 47605210

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

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