Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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02.05.2013 - Philosophie im Raum - Wechselausstellung

 Wechselausstellung „Zimmer mit Einsicht – Philosophische Ideen im Modell“
3. Mai bis 9. Juni 2013, Senckenberg Naturmuseum Frankfurt, Wechselausstellungsraum 2. OG

© DenkWelten e.V./Michael Siegel
Ludwig Wittgenstein: "Die Welt ist alles,
was der Fall ist." © DenkWelten e.V./Michael Siegel

Frankfurt, den 2.5.2013. Philosophie zum Ansehen und Anfassen gibt es ab dem 3. Mai in der neuen Wechselausstellung „Zimmer mit Einsicht – Philosophische Ideen im Modell“ des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt. Mit sieben zentralen Exponaten, die verwundern und zum Denken anregen sollen, hat der Verein DenkWelten philosophische Ideen von Martin Heidegger, Ludwig Wittgenstein, Immanuel Kant, Gottlob Frege, Ernst Cassirer und Jakob Johann von Uexküll auf 120 Quadratmetern veranschaulicht.

Martin Heidegger: Zeugzusammenhänge © DenkWelten e.V./Michael Siegel
Martin Heidegger:
Zeugzusammenhänge
© DenkWelten e.V./Michael Siegel

Verstehen Sie Kant, Heidegger oder Wittgenstein? Die großen Philosophen unserer Zeit haben sich über viele Menschheitsfragen Gedanken gemacht – keine leichte Kost. Der Verein Denkwelten nähert sich dem Thema Philosophie auf eine ganz neue Weise und setzt die abstrakten Ideen der Denker in Exponate um, um sie für Besucher sinnlich erfahrbar zu machen. Sieben Ausstellungsstücke sind sechs exemplarisch herausgegriffenen Philosophen und ihren Vorstellungen zugeordnet. Dabei geht es nicht darum, die Geschichte der Philosophie anhand von Portraits oder Handschriften zu präsentieren, sondern den Betrachter zur eigenen Auseinandersetzung mit den versinnbildlichten Ideen anzuregen.

© DenkWelten e.V./Michael Siegel
Uexküll, Der Baum als Umwelt eines
Fuchses und eines ängstlichen Kindes.
(c) DenkWelten e.V. Michael Siegel

Weiße Flächen und Quader, die lückenlos mit Aussagesätzen bedruckt sind, stehen in der Ausstellung: Der Tisch hat vier Füße. Die Tischplatte ist quadratisch. Der Tisch hat 149 Euro gekostet. Die Vorstellung, dass sich die Welt vollständig durch das Nebeneinanderstellen von Aussagesätzen beschreiben lässt, die angeben, was „der Fall ist“, gehört zu den einflussreichsten der modernen Philosophie. Sie ist eng verbunden mit Ludwig Wittgensteins frühem Hauptwerk, dem Tractatus logico-philosophicus.

Gottlob Frege: Der Morgenstern ist der Abendstern.© DenkWelten e.V./Michael Siegel
Gottlob Frege: Der
Morgenstern ist der Abendstern.
© DenkWelten e.V./Michael Siegel

In einem anderen Teil des Raumes prangt eine Art Fusselroller mit zwei Bürsten am Kopfende in einem schwarzen Rahmen. Ist er zur Säuberung von Schuhen gedacht oder zur Fellpflege der Hauskatze? Ein Blick unter den Klappdeckel des Rahmens offenbart: Es handelt sich um einen Kammreiniger. Hier erschließt sich der Zweck eines Gegenstandes nicht allein durch seine Beschreibung, sondern durch seinen Gebrauchskontext. Für Martin Heidegger besteht die Lebenswelt des Menschen aus Gegenständen, aus „Zeug“, das einen bestimmten Zweck erfüllt. Alles Zeug steht untereinander in Verbindung, indem die Dinge aufeinander verweisen, wie der Nagel auf den Hammer, mit dem man ihn einschlägt. Auch in der Philosophie gibt es also verschiedene Zugänge zur Welt.

Die Ausstellungsstücke laden zum Nachdenken und Philosophieren ein und verdeutlichen, wie Menschen sich täglich mit Fragen, Wahrnehmungen und Beschreibungen auseinandersetzen, die auch herausragende Philosophen umgetrieben haben. Ist Morgenstern gleich Abendstern, weil beide denselben Himmelskörper, die Venus, bezeichnen? (Gottlob Frege) Wie verändert ein Gegenstand wie ein Apfel seine Symbolkraft, je nachdem, aus welcher Kulturperspektive er betrachtet wird, etwa Religion, Kunst, Wissenschaft oder Geschichte? (Ernst Cassirer) Leben unterschiedliche Organismen, auch wenn sie alle dieselbe Umgebung besiedeln, in unterschiedlichen (Um-)Welten? (Jakob von Uexküll) Was wäre, wenn nur solche Normen und Regeln als moralisch gerechtfertigt angesehen würden, die für alle Menschen gleich gelten? (Immanuel Kant) Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Kant-inspirierte Gemäldeleihgabe von Axel Weiß.

Der Besuch der Ausstellung ist im regulären Museumseintritt enthalten
Regelmäßige Führungen durch die Ausstellung werden kostenfrei angeboten (Termine siehe Homepage www.denkwelten.net)

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Kontakt

Tobias Weilandt
Matthias Warkus
Michael Siegel
DenkWelten e.V.
Tel. 0170 1955502

Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Alexandra Donecker
Tel. 069- 7542 1561
Fax 069- 75421517

Die Pressebilder können kostenfrei für redaktionelle Berichterstattung verwendet werden unter der Voraussetzung, dass das genannte Copyright mit veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zulässig.

DenkWelten ist ein gemeinnütziger Verein zum Zweck der Förderung der Volks- und Berufsbildung sowie von Kunst und Kultur, der den Aufbau eines Museums für philosophische Ideen anstrebt. Das Augenmerk liegt dabei im Besonderen auf der philosophischen Ideengeschichte des deutschsprachigen Raums. Vorführungen, Seminare und Publikationen mit wissenschaftlichem Anspruch sowie andere Aktivitäten, die der Verein im Rahmen der DenkWelten selbst trägt, sollen das Angebot des Vereins ergänzen, der in seinem Ansatz ein weltweit einzigartiges Projekt ist. Sitz des Vereins ist Marburg. Mehr Informationen unter: www.denkwelten.net

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur, ihrer Ursachen und Wirkungen, vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

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Anna Lena Schnettler
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