Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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03.05.2013 - Konstant ist nur der Wandel – Klimavortrag

Vortrag aus der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung
„PLANET 3.0 – Klima. Leben. Zukunft“

(c) Senckenberg, Julia Krohmer
Einer der natürlichen Faktoren, die das Klima
beeinflussen, sind seit jeher Vulkane: Durch den
Ausstoß von Asche und weiteren Partikeln verringern
sie die Sonneneinstrahlung und kühlen die Erde ab.
© Senckenberg, Julia Krohmer

Frankfurt, den 3.5.2013. Im Lauf der Erdgeschichte hat sich das Klima der Erde immer wieder und oft drastisch gewandelt, zunächst natürlich ohne den Einfluss des Menschen. Erst im Industriezeitalter, das heißt in den letzten 100 bis 150 Jahren, spielt der Klimafaktor Mensch eine wesentliche Rolle. In dieser Zeit ist eine ungewöhnlich rasche globale Erwärmung eingetreten. Wie unterschiedlich die Strukturen und Ursachen des Klimawandels sein können, erläutert Prof. Dr. Christian-D. Schönwiese von der Goethe-Universität Frankfurt bei einer Zeitreise durch Milliarden, Millionen, Tausende und Hunderte Jahre Erdgeschichte in seinem Vortrag.

„Konstant ist nur der Wandel – Das Klima seit Beginn der Erdgeschichte“ aus der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung „PLANET 3.0 – Klima. Leben. Zukunft“
am Mittwoch, den 8. Mai, um 19 Uhr,
im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Seit Beginn der Erdgeschichte wandelt sich das Klima auf unserem Planeten. Auf die ersten Jahrmilliarden der Abkühlung folgte ein Wechselspiel von immer noch sehr warmen und daher völlig eisfreien Klimazuständen mit kälteren Epochen, den Eiszeitaltern. Besonders spektakulär war eine fast vollständige Vereisung der Erde vor etwa 700 Millionen Jahren. Unser Planet glich vom All aus gesehen einem gigantischen Schneeball. Seit zwei bis drei Millionen Jahren befinden wir uns wieder in einem relativ kalten Klimazustand, dem Quartären Eiszeitalter, in dem ein ausgeprägtes Hin und Her zwischen Warm- und Kaltzeiten („Eiszeiten“) dominiert. Doch spätestens seit dem Industriezeitalter beeinflusst der Mensch neben den vielfältigen natürlichen Ursachen den Klimawandel erheblich.

Allerdings läuft der globale Klimawandel räumlich und jahreszeitlich sehr unterschiedlich ab, so dass trotz „globaler Erwärmung“ auch regionale Abkühlungen beobachtet werden. Selbst innerhalb einer so kleinen Region wie Deutschland treten markante Unterschiede auf, insbesondere beim Niederschlag. Ein weiteres Problem besteht darin, dass relativ langfristige Trends von Schwankungen und Extremereignissen überlagert werden. Extremereignisse werden aufgrund ihrer Folgen – z.B. Todesfälle und große wirtschaftliche Schäden- besonders stark wahrgenommen. Beispiele dafür sind in Deutschland der extreme Hitze- und Trockensommer 2003 sowie eine Reihe von Starkniederschlagsereignissen, die zu katastrophalen Hochwässern führten. „An derartige nicht mehr vermeidbare Folgen des Klimawandels müssen sich die Menschen in Zukunft anpassen. Gleichzeitig erscheinen jedoch Klimaschutzmaßnahmen als dringend notwendig“, so Schönwiese.

Prof. Dr. Christian D. Schönwiese
Prof. Dr. Christian D. Schönwiese

Prof. Dr. Christian-Dietrich Schönwiese war bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2006 Professor für Meteorologische Umweltforschung am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität Frankfurt/Main, wo er die Arbeitsgruppe Klimaforschung aufgebaut hat. Sein Arbeitsschwerpunkt war die statistische Analyse der jüngeren Klimageschichte (letzte ca. 100-200 Jahre), insbesondere hinsichtlich Trendstrukturen und Extremereignissen, sowie die Abgrenzung anthropogener Einflüsse von natürlichen Variationen in den Beobachtungsdaten. Derzeit ist er als Gutachter (u.a. IPCC), Referent sowie Autor tätig und engagiert sich als Mitglied in diversen Gremien und Arbeitskreisen.

Mehr zur Sonderausstellung erfahren Sie hier: http://planet.senckenberg.de/

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Weitere Termine der Veranstaltungsreihe sind:

22. Mai | Vortrag: Klima und Mensch. Die Sicht der Geowissenschaften
Prof. Dr. Gerald H. Haug (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich)

12. Juni | Themenabend Leben
Einführungsvortrag: Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung): Klimawandel und biologische Vielfalt – Folgen für Deutschland
Kurzvorträge im Pecha-Kucha-Format: Prägnante Beispiele aus dem Statusreport

3. Juli | Vortrag: Biologische Vielfalt im Boden – unbekanntes Leben unter unseren Füßen
Prof. Dr. Willy Xylander (Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz)

28. August | Vortrag: Können Bürger Wissenschaft? Das Potenzial von Citizen Science in der deutschen Biodiversitätsforschung
Prof. Dr. Johannes Vogel (Museum für Naturkunde, Berlin)

4. September | Vortrag: Alle Vögel sind noch da? Vögel, Ökosysteme und der Klimawandel
Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (BiK-F und Goethe-Universität Frankfurt a.M.)

18. September | Themenabend Zukunft: Fracking – Energiegewinnung mit Zukunft?
Einführung: Dr. Thomas Schmid (Präsident des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie): Was ist Fracking, und wie ist der aktuelle Sachstand dazu in Hessen?
Podiumsdiskussion mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgerinitiativen.
Mit Fotoeindrücken von J. Henry Fair.

9.Oktober | Vortrag: Demografischer Wandel – Chance für die Nachhaltigkeit?
PD Dr. Diana Hummel (ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung)

16.Oktober | Vortrag: Brennendes Meereis: Methanhydrate – Klimakiller oder Zukunftsenergie?
Prof. Dr. Gerhard Bohrmann (MARUM – Zentrum für marine Umweltwissenschaften, Bremen)

30. Oktober | Vortrag: CO2-Speicherung im Meeresboden – Chancen und Risiken
Prof. Dr. Klaus Wallmann (GEOMAR - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel)

LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt am Main
Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) seit 2008 im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen- und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben. Mehr unter
www.bik-f.de

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur, ihrer Ursachen und Wirkungen, vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

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Tel.: 069 7542-1580

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Tel.: 069 7542-1434
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Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

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