Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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17.05.2013 - „Klima und Mensch. Die Sicht der Geowissenschaften“

 Vortrag aus der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung
„PLANET 3.0 – Klima. Leben. Zukunft“

Thomas Müller, BiK-F.
Eisberg vor der Antarktischen Halbinsel
© Thomas Müller, BiK-F.

Frankfurt, den 17.5.2013. Klimaschwankungen gab es in der Erdgeschichte schon immer. Der Mensch verändert das Klima jedoch ungleich stärker als alle Schwankungen der letzten Jahrmillionen. Heute befindet sich die Erde in einer seit 55 Millionen Jahren andauernden Abkühlungsphase. Kann diese Entwicklung durch den menschgemachten Klimawandel umgekehrt werden? Die Geschichte der Menschheit hat wiederholt gezeigt, dass vor allem kurzfristige Klimaschwankungen einen großen Einfluss auf den Lebensraum des Menschen, z.B. früher Hochkulturen, hatten – was können wir aus deren Schicksal lernen? Diese Themen werden im Vortrag von Prof. Dr. Gerald H. Haug (ETH Zürich) vorgestellt und diskutiert.

Vortrag „Klima und Mensch. Die Sicht der Geowissenschaften“
aus der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung „PLANET 3.0 – Klima. Leben. Zukunft“
am Mittwoch, den 22. Mai, um 19 Uhr,
im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Während der gesamten Erdgeschichte unterlag das Klima großen Schwankungen – lange bevor der Mensch massiv in diese Abläufe eingegriffen hat. So war es in der Kreidezeit und im frühen Känozoikum deutlich wärmer als heute, und die Pole waren eisfrei. Seit 55 Millionen Jahren wird die globale Klimaentwicklung aber durch eine anhaltende Abkühlung geprägt: Vor 36 Millionen Jahren vereiste die Antarktis und seit 2.7 Millionen Jahren ist unser Planet auf beiden Polen eisbedeckt.
Jedoch hat sich das Klima auf kürzeren Zeitskalen, von Jahrtausenden bis Jahrzehnten, schon immer regional drastisch verändert. Gerade die dekadischen Klimaschwankungen hatten einen wesentlichen Einfluss auf den Lebensraum des Menschen und haben immer wieder die Geschichte früher Hochkulturen, etwa die der Maya, geprägt – und gezeigt, wie empfindlich menschliche Gesellschaften auf durch raschen Klimawandel ausgelösten Veränderungen reagieren.
Deshalb diskutiert Haug in seinem Vortrag auch die Frage, inwieweit die langfristigen erdgeschichtlichen Prozesse durch den menschgemachten Klimawandel revidiert werden können, und was dies für die Menschheit bedeutet.

Gerald Haug ist einer der renommiertesten Klimaforscher des deutschsprachigen Raums. Er promovierte 1995 an der Universität Kiel, wurde 2003 zum Professor an der Universität Potsdam berufen und gleichzeitig Leiter der Abteilung Klimadynamik und Sedimente am Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam. Seit 2007 ist er Professor für Klimageologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Er erforscht die Entwicklung des Klimas während der letzten Jahrtausende bis Jahrmillionen. Anhand von Meeres- und Seesedimenten rekonstruiert er Klimaverläufe und -entwicklungen in der jüngeren Erdgeschichte in verschiedenen Regionen der Erde. Seine Ergebnisse veröffentlicht er in zahlreichen Artikeln in Science, Nature und weiteren renommierten wissenschaftlichen Journalen. Für seine Forschung wurde Gerald Haug unter anderem mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

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Siehe auch:
Filmporträt von Gerald Haug: www.youtube.com/watch?v=_mLXUpN3tPg

Mehr zur Sonderausstellung erfahren Sie hier: http://planet.senckenberg.de/

Weitere Termine der Veranstaltungsreihe sind:

12. Juni | Themenabend Leben
Einführungsvortrag: Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung): Klimawandel und biologische Vielfalt – Folgen für Deutschland
Kurzvorträge im Pecha-Kucha-Format: Prägnante Beispiele aus dem Statusreport

3. Juli | Vortrag: Biologische Vielfalt im Boden – unbekanntes Leben unter unseren Füßen
Prof. Dr. Willy Xylander (Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz)

28. August | Vortrag: Können Bürger Wissenschaft? Das Potenzial von Citizen Science in der deutschen Biodiversitätsforschung
Prof. Dr. Johannes Vogel (Museum für Naturkunde, Berlin)

4. September | Vortrag: Alle Vögel sind noch da? Vögel, Ökosysteme und der Klimawandel
Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (BiK-F und Goethe-Universität Frankfurt a.M.)

18. September | Themenabend Zukunft: Fracking – Energiegewinnung mit Zukunft?
Einführung: Dr. Thomas Schmid (Präsident des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie): Was ist Fracking, und wie ist der aktuelle Sachstand dazu in Hessen?
Podiumsdiskussion mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgerinitiativen.
Mit Fotoeindrücken von J. Henry Fair.

9.Oktober | Vortrag: Demografischer Wandel – Chance für die Nachhaltigkeit?
PD Dr. Diana Hummel (ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung)

16.Oktober | Vortrag: Brennendes Meereis: Methanhydrate – Klimakiller oder Zukunftsenergie?
Prof. Dr. Gerhard Bohrmann (MARUM – Zentrum für marine Umweltwissenschaften, Bremen)

30. Oktober | Vortrag: CO2-Speicherung im Meeresboden – Chancen und Risiken
Prof. Dr. Klaus Wallmann (GEOMAR - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel)

Kontakt

Dr. Julia Krohmer
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) Transferstelle
Tel. 069- 7542 1837

Alexandra Donecker
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Pressestelle
Tel. 069- 7542 1561
Fax 069- 7542 1517

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LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt am Main
Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) seit 2008 im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen- und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben. Mehr unter
www.bik-f.de

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur, ihrer Ursachen und Wirkungen, vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.


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Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

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60325 Frankfurt

21.06.2018 09:55:26


20.06.2018 17:54:15


20.06.2018 11:15:16


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