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24.05.2013 - 36 antike Schiffe und 8000 Jahre alte Fußabdrücke: der Hafen von Theodosius in Yenikapi-Istanbul

Vortrag, 28. Mai 2013, 18:30 Uhr, Festsaal Senckenberg Naturmuseum

© Namık Yalçın
Spektakuläre Funde im antiken Hafen Konstantinopels
© Namık Yalçın

Frankfurt, den 24.5.2013. In dem antiken Hafen von Theodosius im Viertel Yenikapı in Istanbul legen Forscher seit 2005 eine außergewöhnliche Fundstätte frei. Unterschiedlichste Zeugnisse aus 11.400 Jahren Geschichte bringen Archäologen und Geologen bis heute dort ans Tageslicht. Prof. Dr. M. Namık Yalçın von der Universität Istanbul stellt in seinem Vortrag wichtige Funde vor und erklärt, was diese Relikte über die Kulturgeschichte des byzantinischen Reiches verraten und welche wertvollen Hinweise Geologen in den Gesteinsschichten entdecken.
 
Vortrag: Yenikapı-Istanbul – Wo sich Geologie und Archäologie treffen… Ein Blick in 11.400 Jahre überlieferter Geschichte
am 28. Mai 2013, um 18:30 Uhr
im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 
Die größte Grabungsstätte in der Geschichte Istanbuls gibt immer neue Überraschungen frei. Allein 36 Schiffswracks aus verschiedenen Jahrhunderten, die zum Teil samt Ladung im Hafen gesunken sind, gehören zu den spektakulären Funden im Hafenviertel Yenikapı in Istanbul am Marmarameer. Seit Ende des 4. Jahrhunderts bis zum ausgehenden 10. Jahrhundert ist der größte Hafen der Metropole, die drei großen Weltreichen als Hauptstadt diente und einmal Byzanz und dann Konstantinopel hieß, aktiv genutzt worden. Die Grabungen haben aber nicht nur archäologische Funde zutage gefördert. Eine Sedimentabfolge aus dem Holozän, das von vor etwa 11500 Jahren bis heute dauert, liefert Geologen wertvolle Hinweise zur paläoozeanografischen Entwicklung des Marmarameers und wie diese Verbindung zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer über die Dardanellen und den Bosporus entstanden ist.
 
In dieser Schichtabfolge fanden Archäologen auch Überreste von Siedlungen aus der Zeit von ca. 6500 bis 5500 vor Chr., wie Gräber, hölzerne Bauteile und sogar etwa 8000 Jahre alte menschliche Fußabdrücke. Die Funde sind ein Schlüssel zur Rekonstruktion der Kulturgeschichte eines Gebietes, das genau auf der Route liegt, entlang der sich eine große Wanderbewegung von Mesopotamien nach Europa vollzog. Doch in den Tonschichten des Untergrundes sind auch geologisch hochinteressante Informationen konserviert, wie etwa klimatische und umweltrelevante Veränderungen aus der Zeit zwischen 11400 und 7400 Jahren vor heute, die die Wissenschaftler entschlüsseln.
 
Prof. Dr. M. Namık Yalçın promovierte 1977 an der Universität in Istanbul. Von 1981 bis1982 erhielt er das Alexander von Humboldt Stipendiat im Institut Erdöl und Organische Geochemie am Forschungszentrum Juelich und war von 1983 bis 1989 als Technical Manager der IES GmbH Juelich tätig. 1989 wurde er Direktor des Instituts für Geowissenschaften im Marmara Forschungszentrum von TÜBITAK und blieb bis 2000 im Amt. Seit 1993 lehrt er als Professor für Geologie an der Universität Istanbul. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Geologie und Geochemie von Erdöl, Erdgas und Kohle, Beckenmodellierung, Paläoökologie und -klima sowie Geoarchäologie.

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Istanbul University
Engeneering Faculty
Department of Geological Engeneering
TR 34850 Avcilar, Istanbul
Tel. + 0212 4210704
Fax +0210 5911997

 
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