Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Presse

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11.07.2013 - Nachruf Prof. Dr. rer. nat. habil. Harald Walther

Harald Walther, Prof. Dr. rer. nat. habil.
17.05.1929 – 02.07.2013

Die Sektion Paläobotanik trauert um ihren Ehrenamtlichen Mitarbeiter und langjährigen Kustos Harald Walther. Er hat während seiner Zeit als Kustos für Paläontologie im Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum (1962-1994) die Tertiär-Paläobotanik zu einer international bekannten, beachteten und anerkannten Forschungsrichtung gemacht.

Nachdem er durch seine Sammeltätigkeit in der Polierschieferlagerstätte Seifhennersdorf erste Kontakte zu Senckenberg aufgenommen hatte, war er von 1953-1962 zunächst freier Mitarbeiter. 1962 wurde er dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter (später Kustos und Abteilungsleiter) angestellt und begann, die seit 1956 verwaiste paläobotanische Forschung wieder voran zu treiben. Neben der Flora von Seifhennersdorf widmete er sich der Gattung Acer, die dann zu seinem Promotionsthema an der TU Dresden wurde (1968). Damals begann auch die enge Kooperation und Freundschaft mit dem Paläo-Karpologen Dieter H. Mai (1934-2013) aus Berlin, die ihn Zeit seines Lebens begleiten sollte. Aus ihr erwuchsen mehrere große monographische Darstellungen von Tertiär-Floren Mitteldeutschlands und die Entwicklung des Konzepts der „Florenkomplexe“.

Ab 1966 begannen dann die regelmäßigen und intensiven Grabungen in den Tagebauen und Kiesgruben im „Weißelster-Becken“, an der immer alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der damaligen Abteilung Paläontologie, aber auch andere Museumsmitarbeiter und Studenten der TU Bergakademie Freiberg beteiligt waren. Die Sammlungen als Grundlage taxonomischer Forschung, wuchsen rasch an. Nach mehreren kleineren Publikationen folgten ab 1978 die Mai-Walther-Monographien zur „Haselbach-Flora“, zum „Zeitzer Komplex“, zu den oberoligozänen/untermiozänen Floren sowie zum Pliozän Thüringens. 1984 habilitierte er sich an der Humboldt-Universität Berlin mit der Thematik des Floren- und Klimawechsels im Tertiär. Ein Netzwerk an Kooperationen mit Paläobotanikerinnen und Paläobotanikern führte zu einem breiten Spektrum an Forschungsergebnissen. Langjährige Partner und Ko-Autoren, mit denen er sich auch freundschaftlich verbunden fühlte, waren vor allem Zlatko Kvaček (Prag), Ervin Knobloch (Prag), Leon Stucklik (Kraków) und Ewa Zastawniak (Kraków).

Seinem Naturell als Lehrer folgend, wollte er Forschungsergebnisse in Form von Ausstellungen publik machen. Am bekanntesten wurde die Ausstellung „350 Millionen Jahre Wald“, die 1986 gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum in Wien und der damals dort tätigen Johanna Kovar-Eder realisiert und bis 1992 an mehreren Museen in vier Staaten gezeigt wurde.

Nach seiner Pensionierung bleib er dem Museum und der Tertiär-Paläobotanik als Freier wissenschaftlicher Mitarbeiter, später als Ehrenamtlicher Mitarbeiter der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung treu, verlagerte aber einen Teil seiner Aktivitäten an die Universität Leipzig und an die TU Dresden, an denen er ab 1995 ehrenamtlich lehrte. Die Universität Leipzig ehrte ihn 1999 mit einer Honorar-Professur für Paläobotanik.

Mit seiner letzten großen Monographie über die Seifhennersdorf-Flora, 2007 gemeinsam mit Zlatko Kvaček publiziert, kehrte Harald Walther noch einmal zu den Anfängen zurück. Insgesamt umfasst seine Publikationsliste mehr als 250 Zitate; die letzte Arbeit stammt aus dem Jahr 2012.

Pressekontakt

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Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
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Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

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