Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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18.07.2013 - „Arthur von Weinberg – Unternehmer, Stifter, Senckenberger“

Wechselausstellung Senckenberg Naturmuseum Frankfurt,
2. Obergeschoss (Raum 211)

Dr. Arthur von Weinberg, Foto: Reproduktion Sven Tränkner Senckenberg
Dr. Arthur von Weinberg
Foto: Reproduktion
Sven Tränkner, Senckenberg

Frankfurt, den 18.7.2013. Er erfand die Farbstoffe Naphtolschwarz und Diaminrot, bescherte dem Senckenberg Naturmuseum Frankfurt eine von weltweit zwei Dinosauriermumien der Gattung Edmontosaurus und richtete unter anderem eine Diakoniestation, eine Bibliothek und ein Schwimmbad für seine Mitarbeiter ein. Dies sind nur einige Facetten des vielseitigen Frankfurter Bürgers, Unternehmers und Stifters Arthur von Weinberg, dessen außergewöhnliches Leben und Wirken das Senckenberg Naturmuseum vom 19. Juli bis 03. November 2013 in einer Wechselausstellung zeigt.

„Die Phantasie, ohne die ein Künstler nicht denkbar ist, darf auch dem Gelehrten, namentlich dem Erfinder und Forscher nicht fehlen, wenn er Großes schaffen soll. In der Person Weinbergs ist die Künstlerseele mit dem scharf und logisch denkenden Gehirn des Naturwissenschaftlers vereinigt.“ umschrieb Dr. Louis Benda, Abteilungsleiter bei Leopold Cassella & Co 1930 bei seiner Rede anlässlich des 70. Geburtstags die Person Arthur von Weinbergs. Unzweifelhaft vereinte Arthur von Weinberg, geboren am 11. August 1860 in Frankfurt am Main als Kind einer jüdischen Industriellen-Familie, viele Eigenschaften in seiner Person und schuf nicht zuletzt dadurch Großes. Er war Chemiker, Mäzen, Frankfurter Ehrenbürger, Erfinder, Unternehmer und Teilhaber der Cassella Farbwerke, Vater zweier Adoptivtöchter, begeisterter Reiter und Jockey, Senckenberg-Ehrenpräsident und vieles mehr. Anhand zahlreicher persönlicher Fotos, Leihgaben von Gegenständen aus seinem Besitz und historischen Dokumenten zeichnet die Ausstellung das Leben Arthur von Weinbergs in vier exemplarischen Bereichen nach: dem Privatmann, dem Unternehmer und Wissenschaftler, dem Stifter und Mäzen sowie dem Opfer des Nationalsozialismus.

Foto: Sven Tränkner
Den Originalschädel der legendären Zuchtstute
Festa spendete Arthur von Weinberg dem Museum.
Foto: Sven Tränkner, Senckenberg

Neben Fotos und originalen Alben, die den Privatmann Arthur von Weinberg als Bruder, Ehemann, Vater und Großvater, seine Familie und sein Haus Buchenrode in Niederrad zeigen, zeugt der Schädel der legendären Zuchtstute Festa von Weinbergs Leidenschaft für den Pferderennsport. Gemeinsam mit seinem Bruder Carl gründete er das Gestüt Waldfried, das mit Festas Nachkommen Fels, Fabula, Fervor, Festino und Faust große Stars der Rennbahn hervorbrachte. Insgesamt erzielten sie eine Gewinnsumme von 1,6 Millionen Goldmark.

Foto: Sven Tränkner, Senckenberg
So sah es im Labor aus: Eine Destillations-
apparatur als Gerät für thermische Trennverfahren
Foto: Sven Tränkner, Senckenberg

Mit seiner außerordentlichen Begabung als Chemiker führte er zusammen mit seinem Bruder und seinem Onkel Leo Gans das damals noch kleine Familienunternehmen Casella zu weltweitem Ruhm – die Firma galt als weltgrößter Hersteller synthetischer Farbstoffe. Ein originales Farbprobenbuch mit handschriftlichen Notizen von Weinbergs, Farbstofffläschchen, ein Musterbuch mit leuchtend bunten Etiketten, eine Destillationsapparatur sowie der originale Schreibtisch Arthur von Weinbergs lassen die Erfolgsgeschichte des Unternehmens aufleben.


Edmontosaurus, Foto: Sven Tränkner, Senckenberg
1911 stiftete Arthur von Weinberg eine von
weltweit nur zwei Edmontosaurus-Mumien, bei
denen sogar der Abdruck der Haut erhalten
blieb. Foto: Sven Tränkner, Senckenberg

Für Frankfurt war Arthur von Weinberg ein großer Stifter und Mäzen in vielen Bereichen. Er unterstützte die Gründung der Johann Wolfgang von Goethe-Universität ebenso wie den Physikalischen Verein, förderte den Zoo und viele weitere Einrichtungen. Senckenberg verdankt dem Unternehmer außergewöhnliche Ausstellungsstücke, wie den mumifizierten Edmontosaurus, das Orang-Utan-Paar oder die Gibbon-Affen-Gruppe, die alle noch heute im Museum zu sehen sind. Zur Neueröffnung 1907 spendete Arthur von Weinberg 50.000 Goldmark für den Erwerb einer Gorilla-Familie. Umgerechnet wären das heute 320.000 Euro.
Das Original-Gästebuch in der Ausstellung zeugt nicht nur von der Gastfreundschaft der Familie in Friedenszeiten, sondern auch vom sozialen Engagement im Zweiten Weltkrieg, in dem das Wohnhaus zum Lazarett umgebaut wurde. Zu den Highlights zählt auch das kunstvoll verzierte und in einem geschnitzten Kasten aufbewahrte Original-Diplom mit dem Kaiser Wilhelm II Arthur und seinen Bruder Carl von Weinberg für ihre Leistungen in den Adelsstand erhob.

Der jüdischstämmige Mäzen fiel im Zweiten Weltkrieg dem Nationalsozialismus zum Opfer. Im Juni 1942 wurde er in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er neun Monate später im Alter von fast 83 Jahren an einer Infektion starb.

Es wird nur der Museumseintritt erhoben
Die Öffnungszeiten entsprechen denen des Senckenberg Naturmuseums:

Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 9:00 - 17:00 Uhr
Mittwoch 9:00 - 20:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage 9:00 - 18:00 Uhr

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Kontakt

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Leiter Abteilung Museum
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
Tel. 069- 7542 1376

Valentina Moll
Projektleitung Wechselausstellung Arthur von Weinberg
Tel. 069- 7542 1381

Eva Neitscher
Projektleitung Wechselausstellung Arthur von Weinberg
Tel. 069- 7542 1383

Alexandra Donecker
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1561
Fax 069- 75421517

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Tel.: 069 7542-1580

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Anna Lena Schnettler
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Email: pressestelle@senckenberg.de

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Senckenberg
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60325 Frankfurt

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