Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Presse

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22.08.2013 - Der Forscher von nebenan - Vortrag

Vortrag aus der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung
„PLANET 3.0 – Klima. Leben. Zukunft“

Projekt Floralvon Frankfurt, Foto: Senckenberg
Bei dem Projekt „Flora von Frankfurt“
können Bürger auf der Internetseite
„www.flora-frankfurt.de“ Beobachtungen
über das Vorkommen von Wildpflanzen
eintragen und so Wissenschaftlern helfe,
die Pflanzenvielfalt und ihre Veränderung
in der Region zu dokumentieren.

Foto: Senckenberg

Frankfurt, den 23.8.2013. Heute schon geforscht? Jeder kann ein Bürgerforscher, ein sogenannter „Citizen Scientist“ werden und Wissenschaftler bei großen Projekten unterstützen. Doch nicht nur der Bürger soll dem Wissenschaftler helfen, sondern auch die Wissenschaft dem Bürger. Welche Rolle spielen Museen bei der Wissenschaftsvermittlung und dem stets geforderten Dialog mit der Gesellschaft? Prof. Dr. Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde in Berlin, zeigt in seinem Vortrag am Beispiel der Naturkundemuseen und des Themas Biodiversität Herausforderungen und inspirierende neue  Möglichkeiten auf.

Vortrag „Können Bürger Wissenschaft? Das Potenzial von Citizen Science in der deutschen Biodiversitätsforschung“
am Mittwoch, den 28. August, um 19 Uhr,
im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Wissenschaft steht globalen Herausforderungen gegenüber: Klimawandel, Biodiversitätsverlust oder Ressourcenverknappung sind nur einige davon. Von Bürgerforschern erhoffen sich Wissenschaftler neue Daten und Erkenntnisse. Oft ist ihre Expertise erstaunlich, fast so groß wie die der Profis, obwohl die Freiwilligen kein naturwissenschaftliches Studium absolviert haben. Viele Menschen finden es spannend, aktiv an Forschungsprojekten mitzuwirken. Sie sammeln rund um den Globus Daten, auf die Wissenschaftler sonst zeitlich, örtlich oder personell keinen Zugriff haben. Für die Wissenschaft ist dies eine ausgezeichnete Möglichkeit, das in der Gesellschaft vorhandene Wissen zu nutzen.

Foto Senckenberg
Foto: Senckenberg

Aber die Sache funktioniert nicht von selbst. Gute Citizen-Science-Projekte müssen in der Kommunikation neue Wege gehen – nicht nur, um engagierte Bürger über Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren, sondern auch, um sie frühzeitig in Themen einzubinden. Als Schaufenster der Wissenschaft sind Museen besonders geeignet, um aktiv mit den Bürgern ins Gespräch kommen, Forschung transparent zu machen und zum Mitmachen einzuladen. Genau hier setzen innovative Museumsprojekte an, die Laien, Amateurwissenschaftler oder Hobbynaturkundler in die wissenschaftliche Erforschung unserer Umwelt einbeziehen. Dementsprechend müssen auch Wissenschaftler für die Vermittlung von Forschung und den Dialog mit Laien geschult und vorbereitet werden – Kooperationen zwischen Universitäten und Museen könnten helfen, diese Herausforderung gemeinsam anzugehen.

Foto Museum für Naturkunde Berlin
Prof. Dr. Johannes Vogel, Generaldirektor
des Museums für Naturkunde in Berlin
Foto: Museum für Naturkunde Berlin

Der Vortrag stellt praktische Beispiele der partizipatorischen Wissenschaft (Bürgerwissenschaft, Citizen Science) vor und zeigt, wie Wissenschaft sich den verschiedenen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Perspektiven öffnen und neue Formen des Mitmachens entwickeln kann.

Seit dem 1. Februar 2012 leitet Johannes Vogel, Professor für Biodiversität und Wissenschaftsdialog, das Museum für Naturkunde Berlin. Sein Arbeitsprogramm umfasst einen breit gefächerten Ansatz – von wissenschaftsbasierten Fragestellungen bis zu Citizen Science-Projekten, bei denen die Bevölkerung in wissenschaftliche Arbeit eingebunden wird und die Ergebnisse breit kommuniziert werden. Johannes Vogel studierte Biologie an den Universitäten in Bielefeld und Cambridge. Er promovierte in Genetik an der Universität Cambridge. Seit 1995 arbeitete Johannes Vogel für das Natural History Museum in London, zunächst als Spezialist für Moose, Pilze und Farne, seit 2004 als Direktor der botanischen Abteilung.

Mehr zur Sonderausstellung erfahren Sie hier: http://planet.senckenberg.de/

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Weitere Termine der Veranstaltungsreihe sind:

4. September | Vortrag: Alle Vögel sind noch da? Vögel, Ökosysteme und der Klimawandel
Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (BiK-F und Goethe-Universität Frankfurt a.M.)

18. September | Themenabend Zukunft: Fracking – Energiegewinnung mit Zukunft?
Einführung: Dr. Thomas Schmid (Präsident des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie): Was ist Fracking, und wie ist der aktuelle Sachstand dazu in Hessen?
Podiumsdiskussion mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgerinitiativen.
Mit Fotoeindrücken von J. Henry Fair.

9.Oktober | Vortrag: Demografischer Wandel – Chance für die Nachhaltigkeit?
PD Dr. Diana Hummel (ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung)

16.Oktober | Vortrag: Brennendes Meereis: Methanhydrate – Klimakiller oder Zukunftsenergie?
Prof. Dr. Gerhard Bohrmann (MARUM – Zentrum für marine Umweltwissenschaften, Bremen)

30. Oktober | Vortrag: CO2-Speicherung im Meeresboden – Chancen und Risiken
Prof. Dr. Klaus Wallmann (GEOMAR - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel)

Kontakt

Dr. Julia Krohmer
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) Transferstelle
Tel. 069- 7542 1837

Alexandra Donecker
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Pressestelle
Tel. 069- 7542 1561
Fax 069- 7542 1517

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur, ihrer Ursachen und Wirkungen, vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

 

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

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