Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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28.10.2013 - Ozeane – Lebensräume der Superlative

Frankfurt, den 28.10.2013. Für die Zukunft der Erde ist ausschlaggebend, wie sich der Klimawandel auf die Ozeane auswirkt – hierüber sind sich die Wissenschaftler einig. Es ist aber noch lange nicht genug bekannt über unsere Meere und darüber, wie sich das Gefüge der Meeresökosysteme durch den Klimawandel verschiebt. Prof. Dr. Sven Klimpel, der am Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), an der Goethe-Universität und in der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung forscht und lehrt, erläutert diese Veränderungen in seinem Vortrag und zeigt auf, was sie für uns Menschen bedeuten.

Sven Klimpel
Prof. Dr. Sven Klimpel
(Bild: Hanne Horn)

Vortrag „Ozeane – Lebensräume der Superlative“
(Achtung, gegenüber den bisherigen Ankündigungen geändertes Thema!)
am Mittwoch, 30. Oktober, um 19 Uhr, im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der durch menschliche Aktivitäten steigende CO2-Gehalt der Atmosphäre führt dazu, dass auch die Ozeane mehr Kohlendioxid aufnehmen. Dadurch sinkt ihr pH-Wert; sie versauern. Dies hat Folgen für Meeresorganismen mit einem Kalkmantel, der sich aufzulösen beginnt. Schließlich verschiebt sich dann das gesamte Artengefüge der marinen Ökosysteme. Auch auf das Zooplankton, Nahrungsgrundlage vieler Fische und anderer Meeresbewohner, hat dies Auswirkungen. Es besteht aus einer Vielzahl kleinster Meerestiere. Der Rückgang vieler Fischarten hängt heute signifikant mit einer veränderten Artenzusammensetzung der Beuteorganismen, mit der Bestandsabnahme mancher Spezies und auch mit der geringeren Körpergröße dieser Nahrungsorganismen zusammen.

In einem komplexen Ökosystem stehen alle Lebewesen in Wechselwirkung zueinander. Um Störungen entgegen zu steuern oder diese zumindest ausbalancieren zu können, muss man die einzelnen „Bauteile“ verstehen. Ökosystemforschung untersucht einzelne Komponenten von Lebensräumen und fügt die gewonnenen Ergebnisse zu einem Gesamtbild zusammen. So unappetitlich z.B. Parasiten im Fischfleisch auch sein mögen, so übernehmen sie im Ökosystem doch eine „tragende Rolle“. Als Bioindikatoren helfen sie nicht nur, regionale Fischbestände zu unterscheiden, sondern sind auch bedeutende Informationsträger bei der Erforschung des Nahrungsspektrums bestimmter Arten. Da Parasiten über das Nahrungsnetz in ihren Wirt gelangen, wirken Veränderungen im Nahrungsangebot sich auch auf den Parasitenbefall der Fische und anderer Organismen aus. Sie sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wir durch die Erforschung einzelner Komponenten das große Ganze eines Systems, hier der Ozeane, besser verstehen und damit die Zukunft besser abschätzen können.

Der Biologe Prof. Dr. Sven Klimpel forscht seit 2010 am Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), an der Goethe-Universität Frankfurt und in der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Bis 2012 stand  er zusätzlich dem Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut (SDEI) in Müncheberg vor. In Frankfurt leitet er die Arbeitsgruppe „Medizinische Biodiversität und Parasitologie“ und koordiniert in diesem Rahmen mehrere große Forschungsprojekte, in denen es z.B. um die Identifizierung und Beschreibung neuer und neu an Bedeutung gewinnender Pathogene, Vektoren und Reservoirwirte geht, um die Bestimmung ihrer heutigen Verbreitung bis hin zur Erforschung der phänotypischen und genetischen Evolution ihrer Ausbreitungsfähigkeit und Klimatoleranz. Auch die experimentelle und freilandbasierte Aufklärung von Pathogenitätsfaktoren und Überträgerfähigkeiten ist ein wichtiger Aspekt von Prof. Klimpels Arbeit, zur Erforschung der Parasiten von Meeresorganismen unternahm er deshalb zahlreiche Forschungsreisen auf allen Weltmeeren.

Kontakt

Dr. Julia Krohmer
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) Transferstelle
Tel. 069- 7542 1837

Ilona Bröhl
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1444

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Mehr zur Sonderausstellung erfahren Sie hier: http://planet.senckenberg.de/

Letzter Termin der aktuellen Veranstaltungsreihe:

10. Januar | Vortrag: Brennendes Meereis: Methanhydrate – Klimakiller oder Zukunftsenergie?
Prof. Dr. Gerhard Bohrmann (MARUM – Zentrum für marine Umweltwissenschaften, Bremen)

Die Vortragsreihe wird gemeinsam von BiK-F und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung organisiert.

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur, ihrer Ursachen und Wirkungen, vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de

LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt am Main
Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) seit 2008 im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen- und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben. Mehr unter
www.bik-f.de


Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

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Fax: 069 7542-1517

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Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
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