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05.02.2013 - Burkina Fasos Pflanzenwelt: Lebensgrundlage und Zukunftsressource – jetzt erfasst und dokumentiert

Frankfurt, den 05.02.2013. Grundlagenforschung zugänglich gemacht: Senckenberg Wissenschaftler arbeiten an der Erfassung der Vegetation in einem der ärmsten afrikanischen Länder. Mit einem neu erschienen Katalog der Gefäßpflanzen Burkina Fasos, dokumentieren sie nicht nur Forschungsergebnisse für die Wissenschaft, sondern auch Nutzungsarten und bekannte Heilwirkungen der Pflanzen.

Burkina Faso zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Hier, im westlichen Savennengürtel Afrikas, sichern die natürlichen Ressourcen, die Lebensgrundlage des größten Teils der Bevölkerung: Die Pflanzenwelt bietet Nahrung und oft auch die einzigen erhältlichen Heilmittel. Etwa ein Drittel der Pflanzenarten wird zu medizinischen Zwecken verwendet – ein besonders hoher Anteil. Umso wichtiger ist es, dass die Vielfalt der Pflanzenwelt für die lokale Bevölkerung erhalten bleibt.

Freilandforschung (c) Senckenberg
Internationales Team auf Pflanzensuche: Botaniker auf einer
Exkursion in die Chaine de Gobnangou © Senckenberg

Waren der Wissenschaft vor 20 Jahren nur 1203 Pflanzenarten in Burkina Faso bekannt, so sind in dem neu erschienenen ‚Katalog der Gefäßpflanzen von Burkina Faso‘ (frz. Originaltitel ‚Catalogue des plantesvasculaires du Burkina Faso‘) über 800 zusätzliche Arten von Farn- und Samenpflanzen umfassend dokumentiert, so dass nun 2067 Arten erfasst sind.
Zu den einzelnen Arten haben die Autoren neben den wissenschaftlichen Namen auch die Bezeichnungen in den Landessprachen Französisch und Mooré aufgeführt. Außerdem sind Informationen zur Nutzung, z.B. in (Volks-)Medizin und Ernährung sowie zur Ökologie und Verbreitung der Pflanzen beigefügt worden. Damit diese umfassende Sammlung des Wissens über die heimische Flora auch burkinische Funktionsträgerinnen und -träger und Studierende erreicht, ist das Buch in französischer Sprache verfasst. Farbtafeln geben einen Eindruck von der Vielfalt der Arten und Lebensräume, außerdem sind Literatur- und Bildquellen beigefügt.

catalog (c) Senckenberg
Cover des neuen Catalogue
des plantesvasculaires de
Burkina Faso © Senckenberg

Das Werk ist auf intensiven Vorarbeiten aufgebaut: Die umfangreiche Westafrikasammlung des Herbarium Senckenbergianum und des Herbarium der Universität Ouagadougou wurden ausgewertet. Darüber hinaus konnten die Autoren im Rahmen internationaler Forschungsprojekte ihre Kenntnis der Biodiversität des Landes erheblich verbessern. Mehr als 15 Jahren haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GoetheUniversität Frankfurt, der Universität Ouagadougou und des Senckenberg Forschungsinstituts Frankfurt eng zusammengearbeitet, um mit dem „Catalogue“ eine Grundlage für die weitere Biodiversitätsforschung aber auch für den Naturschutz in der Region zu schaffen.
Zugängliches Wissen über die heimische Flora, ihre Nutzungsarten als Nahrungspflanzen und Heilmittel unterstützt Weiter- und Ausbildung in Biologie und Forstwirtschaft aber auch bei allen übrigen im Naturschutz Tätigen und Entscheidungsträgerinnen und -trägern. So hilft die botanische Grundlagenforschung, die Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung zu sichern.

AdjimaThiombiano, Marco Schmidt, Stefan Dressler, AmadéOuédraogo, Karen Hahn, Georg Zizka (2012) Catalogue des plantesvasculaires du Burkina Faso. Boissiera 65. Conservatoire etjardinbotaniques de la ville de Genève. 391S. ISBN 978-2-8277-0081-3

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Kontakt
Prof. Dr. Georg Zizka
Senckenberg Forschungsinstitut
Sektion Botanik
und
Institut Ökologie, Evolution und Diversität
Goethe-Universität Frankfurt
Tel. 069- 97075-1166

Regina Bartel
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434

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Die Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter www.senckenberg.de/presse

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

 

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