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25.04.2013 - Wiederentdeckt: Seltene Schwarz-Pappel in Frankfurt

Frankfurt, den 25.04.2013. Im Zuge der Frankfurter Biotopkartierung entdeckten Botaniker des Senckenberg Forschungsinstituts vier echte Schwarz-Pappeln an einem Nidda-Altarm. Es sind die ältesten bekannten Exemplare dieser Baumart im Stadtgebiet. Die Schwarz-Pappel wächst in Feuchtgebieten wie Flussauen. Diese Art ist nicht nur durch den Verlust ihres Lebensraumes selten geworden, sondern auch, weil sie leicht Kreuzungen mit anderen Pappeln eingeht.

Unauffällig sind sie nicht: Die Bäume mit charakteristischen Korkwülsten am Stamm wachsen schnell und bringen es binnen weniger Jahrzehnte auf enorme Stammumfänge. Aber der feuchte Lebensraum der Schwarz-Pappeln (Populus nigra) ist rar geworden. Daher steht die Schwarz-Pappel als gefährdete Art auf der hessischen und der bundesdeutschen Roten Liste. Wenn man diese Bäume überhaupt noch findet, dann sieht man ihnen mit bloßem Auge nicht an, ob sie ganz echt unter der Rinde sind.

Schwarz-Pappel mit mehreren Staemmen
Bei dieser dreistämmigen Schwarz-Pappel beträgt der
Brusthöhendurchmesser sogar mehr als 4 Meter.

Schwarz-Pappeln (Populus nigra) bilden häufig Bastarde mit anderen Pappel-Arten. Die Kreuzungen lassen sich nur mit aufwändigen Untersuchungen von "echten" Schwarz-Pappeln unterscheiden.
Daher wurden auch die vier an einem Nidda-Altarm südlich von Sossenheim entdeckten Exemplare mit molekularbiologischen Methoden untersucht. Erst die Laborergebnisse der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Hannoversch Münden bestätigten den Botanikern des Senckenberg Forschungsinstituts, dass es sich bei den von ihnen entdeckten Frankfurter Exemplaren um echte Schwarz-Pappeln handelt.
Vermutlich sind die vier etwa 50 Jahre alten Bäume Relikte der früher viel weiter ausgedehnten Auwälder entlang der Nidda. Mit der Renaturierung von Teilen der Nidda wird versucht, diese seltenen Lebensräume wieder herzustellen, die vielerorts durch Flussbegradigungen und Trockenlegung weitgehend verschwunden sind.
Auch wenn man sich in den letzten Jahren vermehrt um Anpflanzungen der Art bemüht hat, so stellen doch alte Schwarz-Pappel-Exemplare eine Seltenheit dar.

Die Biotopkartierung am Senckenberg-Forschungsinstitut führt im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main in einem langfristigen Monitoring seit über 25 Jahren Erhebungen zur Tier- und Pflanzenwelt im Stadtgebiet durch. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt in der Biotoptypenkartierung. Darüber hinaus werden Kartierungen der Tier- und Pflanzenwelt durchgeführt, die immer wieder zu überraschenden Neufunden seltener und bemerkenswerter Arten führen.

Schwarz-Pappel
Die Schwarz-Pappeln besitzen einen
enormen Stammumfang. Der Brusthöhen-
durchmesser beträgt bei dem hier
abgebildeten Exemplar ca. 2,50 Meter.
Charakteristisch für die Schwarz-Pappel
sind die auffälligen Korkwülste am
Stamm. (c) D. Bönsel

 

 

Kontakt:

Andreas Malten
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Botanik/Arbeitsgruppe Biotopkartierung
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt am Main
Tel: +49 (0)69 97075- 1155

Pressestelle

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Regina Bartel
Tel. 069- 7542 1434

 

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