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30.10.2013 - Entdecker von „Lucys Baby“ zu Gast bei Senckenberg

12. Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald-Lecture bei Senckenberg

Foto: Dikika Research Project
Prof. Dr. Zeresenay Alemseged, Direktor und
Kurator der Abteilung Anthropologie an der
California Academy of Sciences in San Francisco
(USA) und Redner der diesjährigen Gustav Heinrich
Ralph von Koenigswald- Lecture.
Foto: Dikika Research Project

Frankfurt, den 30.10.2013. Der renommierte äthiopische Paläoanthropologe und Entdecker des ältesten vormenschlichen Skeletts eines Kindes, Prof. Dr. Zeresenay Alemseged, hält anlässlich der diesjährigen Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald-Lecture einen Gastvortrag im Senckenberg Naturmuseum. Er präsentiert neue Daten, mit denen erstmals spezielle Fähigkeiten der Vormenschen rekonstruiert werden können. Dazu gehören die Nutzung von Steinwerkzeugen und die Erschließung neuer Nahrungsquellen – Voraussetzungen für die spätere Entwicklung zum Homo sapiens.

Der Vortrag “Forty years after the discovery of Lucy: What is new today?” von Prof. Dr. Zeresenay Alemseged (California Academy of Sciences in San Francisco, USA) findet

am Mittwoch, den 13. November 2013, um 19.30 Uhr
im Senckenberg Naturmuseum statt.

Foto: Zeresenay Alemseged
Die Grabungsstelle Busidima - Dikika
(Dikika Research Project - DRP) der Afar
Region in Äthiopien Foto: Zeresenay Alemseged

Mehrere Monate im Jahr siebt sich Prof. Alemseged und sein Forscherteam unter der heißen Sonne der Afar-Region in Äthiopien geduldig und systematisch durch Böden – und Zeit. An der Grabungsstelle Busidima-Dikika (Dikika Research Project - DRP) wurden wichtige Fossilien zum Verständnis der  Evolution der Menschen und Hinweise auf das Nahrungsverhalten der Vormenschen vor mehr als drei Millionen Jahren entdeckt. Im Jahr 2000 gelang dem Team Alemsegeds dort der Fund des ältesten bekannten Skeletts eines Kindes – „Selam“. Die 3,3 Millionen Jahre alten Knochen des dreijährigen Kindes gehören zur Art Australopithecus afarensis, ebenso wie die Überreste der 1974 in der Nähe gefundenen „Lucy“. Der Fund wurde 2006 publiziert und machte als „Lucys Baby“ in der wissenschaftlichen Welt Furore.

Für die Rekonstruktion der Entwicklung von menschenaffenähnlichen Vorfahren zu Homo sapiens ist die Gattung Australopithecus von besonderer Bedeutung. Die bekannteste Art Australopithecus afarensis, zu der auch Lucy und Selam gehören, spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Veränderungen der Biologie und des Verhaltens in Abhängigkeit von Umweltveränderungen zu untersuchen.

Foto: Zeresenay Alemseged
Schädel des ältesten bekannten vormenschlichen
Skeletts eines Kindes – „Selam“.
Foto: Zeresenay Alemseged

Da Australopithecus afarensis Merkmale von Menschenaffen und Menschen vereint, kann die Art als Ursprung aller späteren Hominidenarten angesehen werden. In seinem Vortrag zeigt Alemseged auf, dass Lucy und Selam dem Menschen im Bau von Wirbelsäule, Becken und Füßen schon recht ähnlich waren. Andererseits besaßen sie ein kleines, menschenaffenähnliches Gehirn, lange Arme und gekrümmte Fingerknochen. Das Gehirn Selams war im Alter von drei Jahren noch im Wachstum begriffen, woraus auf eine verlängerte Kindheitsphase geschlossen werden kann, eine Gemeinsamkeit mit dem heutigen Menschen. Die Ausbildung des Zungenbeins lässt vermuten, dass bei den frühen Hominiden bereits eine gewisse Fähigkeit zu sprechen entwickelt war.

Prof. Dr. Zeresenay Alemseged ist in Axum, Athiopien, geboren. 1990 machte er seinen Bachelor-Abschluss in Geologie an der Universität Addis Abeba. Anschließend arbeitete er zwei Jahre für das National Museum in Äthiopien, bevor er nach Frankreich zog und im Jahr 1994 seinen Master in Paläontologie an der Universität von Montpellier und der Universität von Paris erhielt. 1998 promovierte er an der Universität Paris VI und dem französischen Muséum national d’Histoire naturelle. Gegenwärtig ist Prof. Alemseged Direktor und Kurator der Abteilung Anthropologie an der California Academy of Sciences in San Francisco, USA. Zuvor war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig tätig.

Der Vortrag von Prof. Zeresenay Alemseged am 13. November 2013 fällt auf den Tag genau auf den 111. Geburtstag von Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald. Zum zwölften Mal ehrt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung den Begründer ihrer paläoanthropologischen Abteilung mit der jährlich stattfindenden Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald-Lecture.

Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.
Im Anschluss laden wir Sie zu einem Umtrunk ein.

Anmeldung bis 6. November 2013 erbeten an:
Fax: 069/ 7542-1558 oder
E-Mail:

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Sektion Paläoanthropologie
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Tel. 069- 7542 1444

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