Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Presse

zur Übersicht

04.04.2014 - „Warum Bäume nicht in den Himmel wachsen“

Vortrag aus der Reihe „Müssen wir wachsen? Antworten aus Natur, Wirtschaft und Gesellschaft“

 Foto: H. Spiecker
Der höchste Baum Deutschlands
ist über 65 m hoch.
Foto: H. Spiecker

Frankfurt am Main, den 4. April 2014. Ein Drittel unseres Landes ist bewaldet. Doch wie wachsen Bäume eigentlich? Beim Vortrag „Warum Bäume nicht in den Himmel wachsen“ von Prof. Dr. Heinrich Spiecker, Direktor des Institutes für Waldwachstum an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, geht es um die Begrenzung der Höhe und des Alters von Bäumen und was das unter den aktuellen Klimakonditionen für die Bewirtschaftung der Wälder bedeutetet. Die zugehörige Vortragsreihe betrachtet das aktuelle Thema Wachstum aus den Perspektiven von Natur, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie wird gemeinsam von Senckenberg und dem LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum veranstaltet.

Vortrag „Warum Pflanzen nicht in den Himmel wachsen – Wie Bäume wachsen und sterben“
Am Mittwoch, den 9. April, um 19:15 Uhr, im Hörsaal des Biodiversität und Klima Forschungszentrums in der Georg-Voigt-Straße, 60325 Frankfurt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Foto: Julia Krohmer
Alte Eiche
Foto: LOEWE Biodiversität und Klima
Forschungszentrum, Julia Krohmer

Im ersten Teil der Vortragsreihe wird die Frage beleuchtet, wie Wachstum in der Natur stattfindet, welche Grenzen es hat und was sich daraus ableiten lässt. Bäume gelten als ein Wachstumssymbol schlechthin, manche Arten werden über 100 Meter hoch. Welche Faktoren sind eigentlich neben den Umwelteinflüssen für das Baumwachstum verantwortlich? Wie groß und wie alt können Bäume überhaupt werden, was limitiert ihr Wachstum?

Im Vortrag von Prof. Dr. Heinrich Spiecker vom Institut für Waldwachstum an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg geht es aber nicht nur um diese Fragen, sondern auch um wirtschaftliche Aspekte. Bäume wachsen heute oft schneller als noch vor 60 Jahren. Die wichtigste Ursache hierfür ist der erhöhte Stickstoffeintrag. So konnte in unseren Wäldern in den letzten Jahrzehnten stets mehr Holz nachwachsen, als genutzt wurde – Holzvorräte und Alter der Bäume sind im internationalen Vergleich sehr hoch. Auch aus Sicht des Naturschutzes sind ein hoher Anteil älterer Bäume und auch ein gehäufter Anfall von totem Holz wünschenswert. Damit verbunden ist jedoch gleichzeitig eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Stürmen. Im vergangenen Jahrzehnt starben in den trockenen und heißen Sommern zudem viele Bäume durch Wassermangel ab, es kam zu einem Baumsterben, das größer als das „Waldsterben“ der 80er Jahre war.

Foto: H. Spiecker
Prof. Dr. Heinrich Spiecker
Foto: H. Spiecker

Heinrich Spiecker studierte von 1968 bis 1972 Forstwirtschaft an der Universität Freiburg. An der University of California in Berkeley machte er 1971 den Master in „Economics of Forest Management“ und promovierte 1974 an der Universität Freiburg über das Thema "Forstplanung und Forstmanagement". 1990 habilitierte er sich und ist seit 1992 ordentlicher Professor und Leiter des Instituts für Waldwachstum an der Universität Freiburg. Hier forscht er zu den Themen Waldwachstum und Umwelt, wobei es ebenso um Wachstumsdynamiken wie um den Einfluss des globalen Wandels geht. Auch erforscht er Holzqualität und -menge sowie die Biomasseproduktion. Spiecker ist Mitglied zahlreicher Gremien und Beiräte, koordiniert Kooperationsprojekte und internationale Studienprogramme und wurde für seine Forschung mit mehreren Preisen ausgezeichnet. In einer Woche wird ihm für seine wissenschaftlichen Leistungen die Ehrendoktorwürde der Wiener Universität für Bodenkultur verliehen.

Download PM

Die Pressebilder können kostenfrei für redaktionelle Berichterstattung zu dieser Pressemeldung verwendet werden unter der Voraussetzung, dass der genannte Urheber mit veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zulässig.

Kontakt

Dr. Julia Krohmer
LOEWE Biodiversität und Klima , Forschungszentrum (BiK-F), Transferstelle
Tel.: 069- 7542 1837

Alexandra Donecker
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Pressestelle
Tel. 069 - 7542 1561
Fax 069 - 75421517

LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt am Main
Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) seit 2008 im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen- und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben. Mehr unter
www.bik-f.de

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

19.01.2018 09:50:07


18.01.2018 12:30:27


18.01.2018 08:00:23


https://die-welt-baut-ihr-museum.de