Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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19.09.2014 - Wirtschaftsfaktor oder Eigenwert – welchen „Wert“ hat die Natur?

Vortrag aus der Reihe „Müssen wir wachsen? Antworten aus Natur, Wirtschaft und Gesellschaft“

Frankfurt, den 19.9.2014. Wirtschaftliche Aktivitäten verbrauchen natürliche Ressourcen. Wachstum geht weitgehend zu Lasten der Natur, ohne dass für den Verbrauch dieses „Kapitals" nennenswert bezahlt werden muss. Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, zeigt in ihrem Vortrag Möglichkeiten und Grenzen neuer Bewertungsansätze auf und diskutiert, wie ökonomische Ansätze als eine auch aus umweltethischer Sicht sinnvolle Facette ethischer Argumentationen eingesetzt werden können.
Der Vortrag ist Teil der Reihe „Müssen wir wachsen? Antworten aus Natur, Wirtschaft und Gesellschaft“, die von Senckenberg und dem LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) von März bis September 2014 gemeinsam veranstaltetet wird.

Vortrag: Wirtschaftsfaktor oder Eigenwert – welchen „Wert“ hat die Natur?
Referentin: Professor Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Bonn
Datum: Mittwoch, 24. September, 19:15 Uhr,
Ort: Hörsaal des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F), Georg-Voigt-Straße 14-16, 60325 Frankfurt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Natur und ihre Produkte sind die Grundlage unseres Lebens. Ohne die Nutzung der natürlichen Ressourcen sind keine wirtschaftlichen Aktivitäten denkbar – und schon gar kein dauerhaftes Wachstum. Noch gehen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zuwachs überwiegend zu Lasten der Natur, ohne dass für den Verbrauch dieses „Kapitals" nennenswert bezahlt werden muss. In der vom Bundesamt für Naturschutz betreuten Studie „Naturkapital Deutschland" wird der Sachstand zur ökonomischen Bewertung von Natur zusammen getragen, es geht aber auch darum, Möglichkeiten und Grenzen derartiger Bewertungsansätze zu thematisieren. Jedoch darf Natur nicht nur als Dienstleister betrachtet werden, gleichermaßen wichtig ist eine ethische Fundierung des Erhalts von Natur. Der Vortrag macht auch deutlich, dass die Ökonomie nicht zwangsläufig in einen Gegensatz zur Ethik treten muss. Vielmehr können ökonomische „Vernunftgründe" auch als eine Facette umweltethischer Perspektiven betrachtet und als Argumentation eingesetzt werden.

Professor Dr. Beate Jessel studierte Landespflege an der TU München und promovierte an der TU München-Weihenstephan. Von 1992 bis 1999 war sie Leiterin des Referats „Ökologisch orientierte Planungen" an der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege Laufen/Salzach und wurde 1999 zur Professorin für Landschaftsplanung an der Universität Potsdam berufen. Im Jahr 2006 wechselte sie als Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung zur Technischen Universität München. Seit dem 2. November 2007 ist sie Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz.
Beate Jessel ist in zahlreiche Gremien aktiv, u. a. im Senat der Leibniz-Gemeinschaft, dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Ressortforschungseinrichtungen, im TERENO (Terrestrial Environmental Observatories) Advisory Board der Helmholtz Gesellschaft oder im Vorstand der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. Sie ist Mitherausgeberin mehrerer Zeitschriften und hat selbst zehn Bücher und über 170 wissenschaftliche Fachaufsätze veröffentlicht.

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LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt am Main
Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) seit 2008 im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen- und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben. Mehr unter
www.bik-f.de

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten undnachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Pressekontakt

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Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

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Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

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60325 Frankfurt

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