Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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04.12.2014 - Grasland, Yaks und wilde Pferde – von Tibet bis in die Wüste Gobi

Sonderausstellung vom 5. Dezember 2014 bis 19. April 2015
Senckenberg Naturmuseum Frankfurt, Wolfgang-Steubing-Saal

Schneeleopard, Foto Senckenberg, J. Gitschmann
Schneeleoparden gehören zu den am stärksten
bedrohten Großkatzen der Erde. Sie sind perfekt
an das Leben im Hochgebirge mit seinen extremen
Klimabedingungen angepasst.
Foto: Senckenberg, Gitschmann

Frankfurt, den 4.12.2014. Schier unendliche Weiten, Wildpferde, Yaks und tausende exotische Pflanzenarten – die Landschaften im Zentrum Asiens bestechen durch ihre einzigartige Natur. Seit 50 Jahren erforschen deutsche Wissenschaftler, darunter Mitarbeiter der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die beeindruckende Vielfalt vor Ort. Die Ausstellung „Grasland, Yaks und wilde Pferde – von Tibet bis in die Wüste Gobi" lädt dazu ein, die Region in all ihren Facetten zu entdecken. In einer echten mongolischen Jurte, im Tibet-Zelt und im Forschercamp erfahren Besucher mehr – auch über Themen und Perspektiven der Senckenberg-Forschung.

Jurte, Foto Senckenberg, Tränkner
Die traditionelle Behausung der mongolischen
Nomaden ist ebenso einfach wie genial. In wenigen
Stunden abgebaut und zusammengefaltet, passt
die Jurte auf die Ladefläche eines Geländewagens.
Foto: Senckenberg, Tränkner

Zentralasien umfasst die Trockengebiete von Tibet bis zur Mongolei, und ist mit einer Fläche von mehr als 7 Mio. km² zwanzigmal so groß wie Deutschland. Von den Bergregionen des Himalaja bis in die Ebenen der Mongolei finden sich die unterschiedlichsten Lebensräume: die Taiga mit ihren Nadelbäumen, Halbwüsten und Wüsten fast ohne Vegetation ebenso wie Hochgebirgssteppen, in denen Gräser dominieren. Für uns Mitteleuropäer wirkt die Landschaft über weite Strecken karg und leblos, doch das täuscht. Tatsächlich leben hier erstaunlich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten – und über viele von ihnen ist bis heute nur wenig bekannt. Einige davon, wie der Yak (Bos mutus) oder die Saiga-Antilope (Saiga tatarica) können in der Ausstellung aus nächster Nähe bestaunt werden, genauso wie die Wildform der heute als Haustiere beliebten Rennmäuse (Meriones unguiculatus).

Mongolische Rennmaus, Foto Senckenberg, Tränkner
Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus):
Die possierlichen Steppenbewohner leben in engen
Familienverbänden und verteidigen ihren Bau
gemeinsam. Foto: Senckenberg, Tränkner

Zentralasien ist auch eine Schlüsselregion, deren Ökosysteme sehr sensibel auf klimatische Entwicklungen reagieren. Weite Teile der Natur dieser Region sind bis heute relativ intakt geblieben, aber in den letzten Jahrzehnten kommt es zu gravierenden Landschaftsveränderungen und Umweltproblemen. Die regionalen Effekte haben weitreichende Auswirkungen, denn Zentralasien spielt eine entscheidende Rolle im Weltklima. Von der Entwicklung der saisonalen Niederschläge des Monsuns und den damit zusammenhängenden Umweltveränderungen ist fast ein Drittel der Weltbevölkerung unmittelbar betroffen; sei es durch die Veränderungen im Wasserhaushalt durch das Schmelzen großer Gletscher oder durch offenbar vermehrt auftretende katastrophenartige Regenfälle und ihre Folgen. Neben weiteren Projekten in der Region untersuchen Senckenberg-Wissenschaftler des Forschungsprogramms CAME (Central Asia Monsoondynamics and Geo-Ecosystems) die Ursachen und Folgen der Klima- und Umweltveränderungen in der Region.

Gebetsrollen, Foto Senckenberg, Tränkner
Das Drehen der Gebetsmühlen verknüpft
körperliche Aktivität und geistig-spirituelle Inhalte
miteinander. Foto: Senckenberg, Tränkner.

Die Ausstellung gibt einen Eindruck davon, wie und an welchen Projekten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Ort in Zentralasien konkret forschen. Sie gehen Fragen nach wie: Seit wann gibt es den Monsun in seiner heutigen Ausprägung? Wie sehr hat sich das Klima in den letzten Jahrtausenden verändert, welchen Einfluss hatte dies auf die Ökosysteme und was kann man daraus für die Zukunft schließen? Wie schnell schmelzen die Gletscher – und schmelzen überhaupt alle? In welchen Regionen muss man vermehrt mit Erdrutschen rechnen? Wie verändert sich die Tier- und Pflanzenwelt, wenn sich beim Übergang von nomadischer zu sesshafter Lebensweise auch die Art der Viehhaltung ändert?

Foto: Senckenberg, M. Hanelt
Vorlesung im Arbeitszelt in der Wüste Gobi
Foto: Senckenberg, M. Hanelt

Die Ausstellung ist vom 5. Dezember 2014 bis zum 19. April 2015 während der Öffnungszeiten des Senckenberg Naturmuseums im Wolfgang-Steubing-Saal zu sehen. Hier werden zukünftig auch noch weitere Sonder- und Wanderausstellungen des Senckenberg-Verbunds präsentiert.

Eintrittspreis inkl. Dauerausstellung Senckenberg Naturmuseum: Erwachsene 9 Euro, Kinder und Jugendliche (6 - 15 Jahre) 4,50 Euro, Familien (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder) 23 Euro. Senckenberg-Mitglieder haben freien Eintritt.

 

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Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur, ihrer Ursachen und Wirkungen, vermittelt. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie weiteren Sponsoren und Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Pressekontakt

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Tel.: 069 7542-1580

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Tel.: 069 7542-1434
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Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

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Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

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