Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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20.03.2015 - Vortrag: Ausgebremste Vielfalt – Biodiversität und Verkehr

Vortrag: Ausgebremste Vielfalt – Biodiversität und Verkehr

aus der Reihe „Schutz und Nutzung – (k)ein Widerspruch? Biodiversität und Landnutzung in Zeiten des globalen Wandel“

Frankfurt, den 20.3.2015. Landnutzung findet heute nicht nur in Form von Land- oder Forstwirtschaft statt. Siedlungen und Industrieanlagen nehmen große Flächen ein, und ca. 5 Prozent der Fläche Deutschlands wird durch den KFZ-Verkehr beansprucht. Klaus Henle vom Umweltforschungszentrum Leipzig zeigt in seinem Vortrag „Ausgebremste Vielfalt – Biodiversität und Verkehr“ auf, wie sich dies auf Arten und Ökosysteme auswirkt und wie diese Auswirkungen erforscht werden.

 

 Klaus May

Vortrag: Ausgebremste Vielfalt – Biodiversität und Verkehr
Referent: Prof. Dr. Klaus Henle, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Leipzig
Datum: Mittwoch, 25. März 2015, 19:15 Uhr
Ort: Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F), Georg-Voigt-Straße 14-16, 60325 Frankfurt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Vortrag ist Teil der Reihe „Schutz und Nutzung – (k)ein Widerspruch? Biodiversität und Landnutzung in Zeiten des globalen Wandel“ der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

 

Prof. Dr. Klaus Henle
© Uwe Dettmar
 

 

Verkehr hat für den Menschen eine ambivalente Bedeutung: Einerseits ermöglicht er uns die heute von den meisten Menschen als unabdingbar empfundene hohe Mobilität und persönliche Freiheit. Andererseits ist er mit großen Risiken verbunden und schafft zahlreiche neue Probleme: Flächenverbrauch, Zersiedelung und Zerschneidung vonAutobahnkreuz Lebensräumen und Landschaften. Verkehr kann zu Vermeidungsreaktionen von Arten führen; zum Beispiel pflanzen sich Fischotter nicht in der Nähe von Verkehrstrassen fort. Dadurch wird auch die Biodiversität von Schutzgebieten beeinflusst. Anhand von Modellanalysen und am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) durchgeführter Forschungsprojekte werden in dem Vortrag die Auswirkungen von Verkehr auf die biologische Vielfalt näher erläutert. Ein Beispiel ist die Bedeutung von Verkehrsdichte und -mortalität für die Vernetzung von Arten und die Überlebensfähigkeit von Populationen. Exemplarisch wird zudem vorgestellt, wie die Wiedervernetzungs-Wirkung von Grünbrücken für seltene Insektenarten untersucht wird. 

Natur im Autobahnkreuz
© A. Hermsdorf, pixelio.de


Der Biologe Prof. Dr. Klaus Henle promovierte in Zoologie an der Australian National University und habilitierte sich 1998 an der Universität Mainz mit eineGrünbrückem Thema aus der Naturschutzforschung. Seit 1992 leitet er den Projektbereich „Naturnahe Landschaften“ (jetzt: Department Naturschutzforschung) am Helmholtzzentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Landschaftsfragmentierung, Monitoring von Arten, populationsbiologische Grundlagen des Biodiversitätsschutzes, ökologische Veränderungen in Auen, nationale Verantwortlichkeit für den Schutz von Arten sowie die systematische Planung vernetzter Naturschutzgebiete. Er hat umfangreiche Erfahrungen in der Koordination internationaler Forschungsprojekte.

 

Grünbrücke über Bundesstraße
© K. Foehl

 

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit dem BMBF-Wissenschaftsjahr 2015 – „Zukunftsstadt“.

 
Weitere Termine der Reihe auch unter www.senckenberg.de/veranstaltungen
Download PM

15.4.2015
Bäume und Gräser als Zukunftsoption Lignocellulose als Ausgangsstoff für die chemische Industrie und potentielle Biotreibstoffe
Prof. Dr. Regina Palkovits, RWTH Aachen

29.4.2015
Satoyama die traditionelle Kulturlandschaft Japans als Modell für nachhaltige Landnutzung?
Dr. Stefan Hotes, Fachbereich Biologie, Philipps Universität Marburg)

6.5.2015
Landnutzung und Biodiversität in der Großstadt das Beispiel Frankfurt a. M.
Prof. Dr. Georg Zizka, Senckenberg Forschungsinstitut und Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

20.5.2015
Nachhaltigkeit, biologische Vielfalt, gutes Leben geht das zusammen? Beispiele aus den Tropen
Friederike Kraemer und Dr. Alberto Camacho-Henriquez, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Eschborn

3.6.2015
Verborgene Schädlinge Oomycetenvielfalt in Land- und Forstwirtschaft
Prof. Dr. Marco Thines, Senckenberg Forschungsinstitut und Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

17.6.2015
Gerechtigkeit und das Gute Leben: Zwei unterschätzte Dimensionen der Biodiversitätskommunikation
Dr. Uta Eser, Büro für Umweltethik, Tübingen

 

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurtam Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de. 


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