Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Presse

zur Übersicht

29.05.2015 - Vortrag: Verborgene Schädlinge – Oomycetenvielfalt in Land- und Forstwirtschaft

Vortrag aus der Reihe „Schutz und Nutzung – (k)ein Widerspruch? Biodiversität und Landnutzung in Zeiten des globalen Wandels“

©AG Thines
Albugo sp.– Unbeschriebene Weißrostart auf
Meerrettich. © AG Thines

Frankfurt, den 29.5.2015. Wer kennt schon Oomyceten? Nur wenige wissen, dass diese Organismengruppe, auch Scheinpilze oder Eipilze genannt, mit unzähligen, oft noch unbekannten Arten weltweit verbreitet ist und ein nicht unerhebliches Gefahrenpotential für die Land- und Forstwirtschaft birgt. Prof. Dr. Marco Thines vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt stellt diese meist verborgenen und faszinierenden Schädlinge vor und diskutiert sowohl die mit ihnen verbundenen Risiken wie auch die Möglichkeiten, sie dank moderner Forschungsmethoden in ihre Schranken zu verweisen oder gar zu nutzen.

Vortrag: Verborgene Schädlinge – Oomycetenvielfalt in Land- und Forstwirtschaft
Referent: Prof. Dr. Marco Thines, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und Goethe-Universität, Frankfurt
Datum: Mittwoch, 3. Juni 2015, 19:15 Uhr
Ort: Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszen-trums (BiK-F), Georg-Voigt-Straße 14-16, 60325 Frankfurt.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Vortrag ist Teil der Reihe „Schutz und Nutzung – (k)ein Widerspruch? Biodiversität und Landnutzung in Zeiten des globalen Wandels“ der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Die mit Braunalgen verwandten, aber lange Zeit zu den Pilzen gezählten Oomyceten sind nur wenigen bekannt, obwohl sie weltweit in einer riesigen Vielfalt vorkommen. Sie haben unterschiedlichste Lebensstrategien entwickelt und finden sich in Wüsten und Regenwäldern, in arktischen und gemäßigten Regionen, an Land, im Süßwasser und in den Meeren. Sie leben als Saprophyten (d.h. von totem organischem Material) oder als Parasiten von Tieren, Pilzen, Pflanzen oder Algen. Nur ein Bruchteil ihrer tatsächlichen Vielfalt ist bislang bekannt, und zahlreiche neue Arten, Gattungen und sogar Familien warten auf ihre Entdeckung. Manche Oomyceten haben sich so gut an ihre Wirte angepasst, dass ein Befall nicht mit bloßem Auge festgestellt werden kann, bis es zum Ausbruch der durch sie verursachten Krankheiten kommt.
Oomyceten sind oft an bestimmte Witterungsbedingungen gebunden und einige Arten werden von der Klimaerwärmung profitieren. Bereits jetzt verursachen sie jährlich direkte und indirekte Verluste in Milliardenhöhe, denn sie befallen zahlreiche für den Menschen wirtschaftlich wichtige Anbaupflanzen, wie Kartoffeln, Mais, Sorghum, Hirse, Quinoa, Amaranth, Salat, Kakao, Zuckerrohr, Senf, Paprika oder Zwiebeln. Sie verursachen gefürchtete Pflanzenkrankheiten wie beispielsweise die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel und die Falschen Mehltaue.
Vor allem die noch unbekannten Arten, die z.B. durch den weltweiten Handel mit Rohstoffen, Samen oder Pflanzen verschleppt werden, stellen ein ernst zu nehmendes Risiko für die Land- und Fortwirtschaft sowie den Zierpflanzenbau dar: Jedes Jahr treten neue Oomycetenkrankheiten auf und einige von ihnen verbreiten sich in wenigen Jahren weltweit. Der Vortrag gibt einen Überblick des aktuellen Wissens über diese wenig bekannten Organismen, fasst ihr Gefahrenpotential zusammen – und zeigt, dass biologische Vielfalt auch manchmal zum Fürchten ist! Im Vortrag werden aber auch Ansätze aufgezeigt, wie die Pathogene im Zaum gehalten werden können und manche Oomyceten sich sogar zum Wohl der Menschheit nutzen lassen.

Den Botaniker und Evolutionsbiologen Marco Thines fasziniert die Vielfalt der winzigen Oomyceten. Mit seiner Arbeitsgruppe forscht er an ihrer Evolution und ihren Interaktionen mit anderen Lebewesen und untersucht auch, welchen Einfluss das Klima dabei hat.

Download PM

Weitere Termine der Reihe auch unter www.senckenberg.de/veranstaltungen

17.6.2015
Gerechtigkeit und das Gute Leben: Zwei unterschätzte Dimensionen der Biodiversitätskommunikation
Dr. Uta Eser, Büro für Umweltethik, Tübingen


Kontakt:
Stab Wissenschaftskoordination
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Dr. Julia Krohmer
Tel. 069- 7542 1837

Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Dr. Alexandra Donecker
Tel. 069- 7542 1561
Fax 069- 75421517


Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Pressestelle

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Rechtsfähiger Verein gemäß § 22 BGB
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

22.09.2018 19:18:56


21.09.2018 09:20:11


20.09.2018 15:09:28


https://die-welt-baut-ihr-museum.de