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11.06.2015 - Gerechtigkeit und das Gute Leben: Zwei unterschätzte Dimensionen der Biodiversitätskommunikation

Abschlussvortrag der Reihe „Schutz und Nutzung – (k)ein Widerspruch? Biodiversität und Landnutzung in Zeiten des globalen Wandels“

© Senckenberg
Natur: Meistens nützlich, manchmal auch einfach
nur schön – ein zusätzliches Argument für ihren Schutz.
© Senckenberg

Frankfurt, den 12.6.2015. Die aktuelle Diskussion um Schutz und nachhaltige Nutzung der Biodiversität wird von nutzenorientierten Argumenten dominiert: Die Artenvielfalt ist die unverzichtbare Lebensgrundlage des Menschen, ihre Ökosystemleistungen sollen uns auch weiterhin zur Verfügung stehen. Weniger im Vordergrund stehen meist ethische Argumente: Moralische Verpflichtungen der Natur gegenüber, um ihres Eigenwertes willen, kommen in den Diskussionen kaum vor. Die Umweltethikerin Uta Eser plädiert für eine Ergänzung der am reinen Nutzen ausgerichteten Argumentation um Fragen der Gerechtigkeit und des Glücks – auch, um durch diese Dimension eine breitere Diskussion des Themas in der Gesellschaft anzuregen.

Vortrag: Gerechtigkeit und das Gute Leben: Zwei unterschätzte Dimensionen der Biodiversitätskommunikation
Referentin: Dr. Uta Eser, Büro für Umweltethik, Tübingen
Datum: Mittwoch, 17. Juni 2015, 19:15 Uhr
Ort: Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszen-trums (BiK-F), Georg-Voigt-Straße 14-16, 60325 Frankfurt.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Vortrag bildet den Abschluss der Reihe „Schutz und Nutzung – (k)ein Widerspruch? Biodiversität und Landnutzung in Zeiten des globalen Wandels“ der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Dr. Uta Eser
Dr. Uta Eser
© privat

Es klingt eigentlich klar und einfach: Biologische Vielfalt schützen, nachhaltig nutzen und gerecht teilen – das sind die Ziele der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch komplizierter; bei den im zweijährigen Turnus stattfindenden Konferenzen der Mitgliedsstaaten der Konvention wird zuverlässig um zahllose Inhalte verbissen gehadert – auch, weil Biodiversitätsschutz in vielen Ländern keine Priorität darstellt.
Wie aber können die erforderlichen gesellschaftlichen Mehrheiten für eine aktive Unterstützung der UN-Ziele gewonnen werden? Bisher dominieren in der Argumentation „Klugheitsargumente“, die auf die Nützlichkeit der Biodiversität für menschliche Zwecke zielen: Die Biodiversität ist unsere Lebensgrundlage – als Teil der sogenannten Ökosystemleistungen liefert sie zum Beispiel Rohstoffe, sorgt für saubere Luft und reines Wasser und fördert die Gesundheit. Argumente, die auf moralische Verpflichtungen oder den Eigenwert der biologischen Vielfalt abstellen, werden dagegen als vermeintlich subjektiv gemieden. Der Vortrag plädiert für eine Ergänzung der nutzenorientierten Argumentation um Fragen der Gerechtigkeit und des Glücks. Er stellt diese Argumente vor, diskutiert ihre Reichweite und Grenzen – und beschließt mit dieser Perspektivenerweiterung die Senckenberg-Vortragsreihe „Schutz und Nutzung – (k)ein Widerspruch? Biodiversität und Landnutzung in Zeiten des globalen Wandels“.
Die Biologin und Umweltethikerin Uta Eser bearbeitet Forschungs-, Bildungs- und Beratungsprojekte im Grenzgebiet zwischen Ökologie, Politik, Ethik und Kommunikation.

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Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

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