Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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15.07.2015 - Senckenbergs verborgene Schätze

„Senckenbergs verborgene Schätze“
17. Juli 2015 bis 10. Januar 2016
Wanderausstellung, Senckenberg Naturmuseum Frankfurt, 2. OG Wolfgang-Steubing-Saal

SvS

Frankfurt, den 15.7.2015. Dem geheimnisvollen Senckenberg-Hund aus dem Senckenberg-Moor begegnen oder die eigene Hand an der Schere der tasmanischen Riesenkrabbe messen: Für die Ausstellung „Senckenbergs verborgene Schätze“ hat die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung an den Standorten in Frankfurt, Dresden, Görlitz, Weimar und Müncheberg ihre unzähligen Sammlungsschränke geöffnet und rund 30 besonders eindrucksvolle und kuriose Raritäten herausgeholt, die zum Teil noch nie zuvor öffentlich zu sehen waren. Wer wissen will, welche besonderen Geschichten diese Schätze zu erzählen haben, kann sie in den historisch gestalteten Sammlungsbüchern nachlesen. Ergänzt werden die Originalobjekte durch 38 großformatige Bilder der Fotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold.

Foto Köpcke und Weinhold Berlin
Mit rund 350 Jahren der älteste Beleg aus der
Frankfurter Wirbeltiersammlung: Der Gänseschädel
mit verformtem Schnabel
Foto: Köpcke & Weinhold, Berlin

 

Mehr als 38 Millionen Objekte, über Jahrhunderte aus allen Teilen der Welt zusammengetragen, lagern bei Senckenberg wohlgeordnet in Magazinen, Schubladen und Glaszylindern. In dieser Sammlung ruht der Kenntnisstand von der Vielfalt des Lebens. Einige dieser verborgenen Schätze werden in der Wanderausstellung erstmals öffentlich gezeigt. Jedes Objekt hat eine eigene Geschichte, die spannend, humorvoll, skurril oder auch gruselig sein kann, aber immer einzigartig ist. Vorgestellt werden die Geschichten in den „Sammlungsbüchern“ der Ausstellung.

So wie die des „monströsen“ Gänseschädels: Das Stück mit dem ungewöhnlich verformten Schnabel, schlummerte lange ohne Angabe zu Fundort oder -jahr im Magazin der Vogelsammlung. Bis Sammlungskurator Gerald Mayr auf eine Abbildung im „Handbuch der Paläoornithologie“ stieß, die dem Schädel haargenau glich. Im Jahr 1664 starb die Gans, offenbarte der lateinische Text und identifizierte damit den Schädel als das älteste Stück der Frankfurter Wirbeltiersammlung. Damit ist er ein sehr seltenes Exemplar, denn nur wenige Präparate der Frankfurter zoologischen Sammlung sind aus dem 18. Jahrhundert und kein anderes ist vor dem Jahr 1750 dokumentiert. Wie der Schädel zu Senckenberg gelangte, bleibt jedoch ein Geheimnis.

Foto Köpcke und Weinhold Berlin
Die Lastenträgerschnecke hat eine Überraschung im Gepäck
Foto: Köpcke & Weinhold, Berlin

„Nur“ hübsch anzusehen wirkt zunächst die Lastenträgerschnecke, die Muschelschalen sammelt und auf dem eigenen Gehäuse verankert. Doch sie hat es in sich, denn sie stammt von Deutschlands erster Tiefsee-Forschungsreise, der Valdivia-Expedition von 1898. Der größte Teil der Sammlung dieser Expedition liegt im Berliner Naturkundemuseum. Aber die Muschelsammlerin gelangte irgendwie nach Frankfurt und konnte nur aufgrund der Handschrift eines Expeditionsteilnehmers am Etikett identifiziert werden. Der Clou: zwei der angehefteten Muscheln wurden 1898 als neue Arten entdeckt. Weil sie als erste ihrer Art beschrieben sind, nennt man sie Holotypen und alle weiteren Exemplare werden mit ihnen verglichen.
Ein besonders makaberes Highlight der Ausstellung ist die Sammlung von Hundeschädeln eines Frankfurter Serienmörders, der 1914 hingerichtet wurde.

Foto Senckenberg
Die Hunde des Karl Hopf
Foto: Senckenberg

Ausgewählte Sammlungsobjekte haben die Fotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold in ästhetischen und teils humorvollen Fotografien festgehalten und gekonnt mit den ausgestellten Originalexponaten kombiniert. Selbst zunächst unscheinbar anmutende Ausstellungsstücke sind in ungewöhnlichen Zusammenhängen arrangiert und liebevoll ausgeleuchtet.

Nach erfolgreichem Tourstart in Dresden Ende 2014 wird die Wanderausstellung vom 17. Juli 2015 bis 10. Januar 2016 in Frankfurt zu sehen sein. Im Anschluss geht es weiter nach Görlitz. An jedem Standort werden teils andere Originalobjekte mit Schwerpunkt auf die jeweilige Sammlung vor Ort präsentiert.

Damit das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt in Zukunft viele weitere Schätze aus seinen Depots zeigen kann, wird das bestehende Museum erweitert. Wer mitbauen und einen verborgenen Schatz ans Licht holen möchte, kann unter www.die-welt-baut-ihr-museum.de spenden.

Foto Senckenberg, Tränkner
Die Riesenkrabbe Pseudocarcinus gigas kann bis
zu 13 Kilo schwer werden
Foto: Senckenberg, Tränkner

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Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur, ihrer Ursachen und Wirkungen, vermittelt. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie weiteren Sponsoren und Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

 

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Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

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