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01.09.2015 - Arktis im Wandel

Senckenberg-Vortragsveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem US-Generalkonsulat Frankfurt

Frankfurt, den 1.9.2015. Der aktuelle Klimawandel vollzieht sich in der Arktis deutlich schneller als in anderen Weltregionen. Dies hat drastische Auswirkungen auf die dort lebenden Menschen und auf das Wetter der ganzen nördlichen Hemisphäre. Reedereien hingegen begrüßen die Aussicht auf eine eisfreie Nordwestpassage, und die Anrainerstaaten planen bereits den Abbau der gewaltigen Öl- und Gasvorkommen, die mit dem Abschmelzen des Polareises zugänglich werden – weitere Umweltprobleme und territoriale Konflikte drohen hierbei zu entstehen. Fran Ulmer, die Vorsitzende der United States Arctic Research Commission, beleuchtet in ihrem Vortrag die komplexe Problematik und analysiert den Umgang des Arctic Council mit dieser. Der Vortrag ist in englischer Sprache.

Vortrag: Rapid Change in the Arctic Environment, Economy, Culture and Geopolitics: Why Does That Matter to Europe
Referentin:
Fran Ulmer, Vorsitzende der United States Arctic Research Commission
Datum
: Mittwoch, 9. September 2015, 19:30 Uhr
Ort:
Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszen­trums (BiK-F), Georg-Voigt-Straße 14-16, 60325 Frankfurt.

 Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Im Jahr 2007 war die Nordwestpassage zwischen dem Atlantik und dem Pazifik zum ersten Mal seit vielen Jahrhunderten ganzjährig eisfrei. Eisbrecher für den Schiffsverkehr waren nicht mehr nötig. Seit 1972 ist das arktische Eis um 50 Prozent zurückgegangen. Die Arktis erwärmt sich deutlich schneller als es dem globalen Durchschnitt entspricht, womit sich die Temperaturunterschiede zwischen dem Nordpol und dem Äquator zunehmend verringern. Diese Veränderungen beeinflussen nicht nur das Leben der in diesem abgelegenen Teil der Welt beheimateten indigenen Völker, sondern zunehmend auch das Wetter der ganzen nördlichen Hemisphäre und das globale Klima insgesamt. Schnee, Eis und Gletscher schmelzen nicht mehr überwiegend im Sommer, sondern auch im Frühling und Herbst – der dadurch verursachte Anstieg des Meeresspiegels bedroht weltweit die Küstenregionen.

Die Arktis steht inzwischen auch aus weiteren Gründen im Fokus: Dort werden gewaltige Öl- und Gasvorkommen vermutet, deren mögliche Ausbeutung neben großen Umweltproblemen, auch brisante Konflikte um territoriale Hoheitsansprüche der acht Anrainerstaaten (Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden und die USA) mit sich bringen könnte.

Fran Ulmer wird in ihrem Vortrag und der anschließenden Diskussion diese komplexe Problematik beleuchten und Lösungsansätze des Arctic Council analysieren, das 1996 zum Interessenausgleich zwischen den acht arktischen Anrainerstaaten und den indigenen Völkern gegründet wurde und aktuell unter dem zweijährigen Vorsitz der US Arctic Research Commission steht. Zu ihrem Vortrag wird Fran Ulmer auch aktuelle Erkenntnisse von der bedeutenden internationalen Conference on Global Leadership in the Arctic: Cooperation, Innovation, Engagement and Resilience (GLACIER) mitbringen, zu der US-Außenminister John Kerry am 31. August in Anchorage, Alaska, einlädt und an der auch deutsche Politiker wie Frank-Walter Steinmeyer teilnehmen. 

Ulmer, Fran
Fran Ulmer

Fran Ulmer wurde im Juni 2010 von Präsident Barack Obama in die National Commission on the BP Deepwater Horizon Oil Spill and Offshore Drilling berufen und von ihm 2011 zur Vorsitzenden der U.S. Arctic Research Commission ernannt. Davor war sie Präsidentin der University of Alaska in Anchorage, Bürgermeisterin von Juneau, Abgeordnete und Lieutenant Governor von Alaska. Sie ist Mitglied im globalen Vorstand der renommierten amerikanischen Umweltorganisation Nature Conservancy und im Vorstand der National Parks Conservation Association.

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Kontakt:

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Programmdirektor
Presse- und Kulturabteilung
US-Generalkonsulat
Tel. 069- 7535 8817
Wiesingergo@state.gov

Pressestelle
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Alexandra Donecker
Tel. 069- 7542 1561
Fax 069- 75421517
adonecker@senckenberg.de

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