Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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10.09.2015 - Neues Senckenberg Forschungsinstitut feiert Richtfest

Kosten- und Zeitplan wurde eingehalten

Frankfurt, den 11.9.2015. Heute feiert Senckenberg das Richtfest für das neue Frankfurter Forschungsinstitut: Die Rohbauarbeiten am Jügelbau und der Alten Physik sind nahezu abgeschlossen und der Dachstuhl ist errichtet. Der Terminplan sowie der Finanzrahmen zum Umbau der beiden ehemaligen Universitätsgebäude wurden eingehalten. Ende 2018 soll das Forschungsinstitut fertig sein. Der Bund und das Land Hessen finanzieren das Projekt mit 116,8 Millionen Euro. Während der Sanierung der historischen Gebäude kamen einige bauliche Überraschungen zum Vorschein.

Foto Senckenberg, Tränkner
Das Dachtragwerk steht
Foto: Senckenberg, Tränkner

Derzeit sind bis zu 250 Bauarbeiter aus mehr als 50 Unternehmen gleichzeitig im Jügelbau, dem ehemaligen Hauptgebäude der Universität, und der Alten Physik, Sitz der einstigen Physik-Fakultät, beschäftigt. Beide Gebäude werden seit dem Frühjahr 2014 umfassend saniert und sollen in Zukunft Sammlungen, Labore und Arbeitsräume des Senckenberg Forschungsinstituts beherbergen. Nun sind die Rohbauarbeiten nahezu abgeschlossen und das Dachtragewerk steht. Mit der Ausrichtung des traditionellen Richtfest, zu dem auch Boris Rhein, Hessens Minister für Wissenschaft und Kunst sowie Oberbürgermeister Peter Feldmann vor Ort gratulieren, dankt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung den Handwerkern und den beteiligten Unternehmen und Institutionen. „Das Richtfest ist ein bewegender Moment für jeden Bauherrn. Mein Dank gilt allen, die daran mitgewirkt haben! Unsere wertvollen Sammlungen finden hier ein neues Zuhause, unsere Wissenschaftler können unter besten Voraussetzungen forschen. Die neuen Brücken verbinden Museum und Forschungsinstitut noch enger. Alles, was wir über die Natur lernen und wissen, kann so direkt ins Museum und zu unseren Besuchern fließen“, freut sich Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger.

Foto Senckenberg, Tränkner
Rohbauarbeiten am Erweiterungsbau
Foto: Senckenberg, Tränkner

Durch umsichtige Kalkulation sowie die Berücksichtigung zeitlicher Puffer konnten sowohl Kosten- als auch Zeitplan der Baumaßnahmen eingehalten werden. Der Aufwand zur Erhaltung der alten Gebäudesubstanz war teilweise enorm: Die Fundamente wurden unterfangen und neue Bodenplatten gefertigt, das ehemals feuchte Kellergeschoss der Alten Physik ist nun gegen Grundwasser abgedichtet, Grundleitungen wurden verlegt und instabile Decken ersetzt. In der Alten Physik wurden das marode 3. und 4. Obergeschoss erneuert und die Rohmontage des Dachtragwerks fertiggestellt, das im Jügelbau bis November ebenfalls stehen soll.

Foto: Senckenberg, Tränkner
Dünne Decken werden abgestützt und erneuert
Foto: Senckenberg, Tränkner

Bereits ab September 2016 können voraussichtlich erste Abteilungen in beiden Gebäuden den Betrieb aufnehmen: Marine Zoologie, Präparation, Schreinerei, Siebdruck sowie der Physikalischen Verein in der Alten Physik; das geologische Zentrallabor, die zoologische und geologische Zentralbibliothek, Insektenkunde und Arachnologie, sowie Verwaltung und IT im Jügelbau. Der Erweiterungsbau zwischen Jügelbau und Museum soll bereits bis Ende 2015 stehen. Bis dahin werden auch die Dächer beider Gebäude eingedeckt. Farbe und Struktur wurden in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege sowie dem Architekt anhand von Mustern neu überdacht und sind nun dem Schieferdach des Museum angepasst. Der repräsentative Mittelteil des Jügelbaus mit einer Cafeteria, dem Festsaal und Seminarräumen kann voraussichtlich im September 2017 in Betrieb genommen werden. Der Rest des Gebäudes wird Anfang 2018 fertiggestellt sein.

Foto Senckenberg, Tränkner
Stuckdecke mit Beschädigung durch 
Stahlträger aus den 50er Jahren

Foto: Senckenberg, Tränkner

Für historische Bauwerke gibt es oftmals keine aktuellen oder vollständigen Baupläne. „Deshalb hatten wir uns schon auf einige Überraschungen eingestellt. Allerdings oftmals nicht in dem Ausmaß, mit dem wir dann tatsächlich konfrontiert wurden“, erklärt Projektleiter Gerd Mangel. Bodenplatten, die erneuert werden mussten, waren teilweise mehr als 100 Zentimeter stark, statt der vermuteten ca. 30 Zentimeter. Unerwartete 3 bis 3,5 Zentimeter dünn dagegen waren die Decken im Jügelbau nach der Entfernung der Deckenabhängung von der Unterseite sowie des Fußbodenbelags und Estrichs von der Oberseite. „Etwa ein Drittel musste komplett erneuert werden und trägt nun selbst tonnenschwere Lasten der wertvollen Senckenberg-Sammlungen“, sagt Projektleiter Mangel. Auch auf mit Teeröl kontaminiertes Grundwasser stießen die Facharbeiter bei Tiefenbohrungen zwischen Jügelbau und Museum – vermutlich eine Hinterlassenschaft einer Lackfabrik aus den 1920er Jahren. Sechs Wochen legte das die Baustelle im Oktober und November 2014 lahm.

Foto Senckenberg, Tränkner
Sandsteineinfassung eines
ehemaligen Brunnens

Foto: Senckenberg, Mangel

Doch auch über positive Überraschungen konnte sich das Bauteam freuen. Unter der Deckenabhängung im Jügelbau kam eine Original-Stuckdecken zum Vorschein, die zwar beschädigt, aber zu einem großen Teil in Form und Struktur erhalten ist. Gerd Mangel erläutert hierzu: „Ein zwischen Projektleitung, Architekten und Denkmalpflege abgestimmtes Konzept sieht die Erhaltung des noch vorhandenen Stucks mit strukturellen Ergänzungen vor, sodass sowohl die Original-Substanz aber auch die Eingriffe der fünfziger Jahre sichtbar bleiben.“ Auch unter dem Wandputz kam Unvermutetes zu Tage: zum Beispiel die Sandsteineinfassungen eines in die Wand eingelassenen ehemaligen Brunnens mit einem gut erhaltenen Muschelornament. „In beiden Gebäude werden zukünftig wieder viele der ursprünglichen historischen Elemente zu sehen sein, die zuvor verdeckt waren“, sagt Mangel.

 

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Projektleitung
Das neue Forschungsinstitut
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21.09.2018 09:20:11


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20.09.2018 15:07:43


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