Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Presse

zur Übersicht

15.10.2015 - Görlitzer Senckenberg Museum eröffnet Ausstellung in Brüssel

Auf diesen Tag hatten die Ausstellungsmacher seit Monaten hingefiebert, handelte es sich wohl um den bisher prominentesten Ausstellungsort, den das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz bisher zu füllen hatte: Räumlichkeiten im Europäischen Parlament in Brüssel.

Ausstellungseröffnung Brüssel
Auf starkes Interesse europäischer EU-Vertreter
stieß die neue Bodenausstellung aus dem
sächsischen Görlitz, die am 13. Oktober im
Europäischen Parlament in Brüssel eröffnet
wurde. Foto: J. Wotruba

In Anwesenheit des Präsidenten der Europäischen Kommission Dr. Jean-Claude Juncker, des EU-Generaldirektors für Umwelt Daniel Calleja Crespo, des Sächsischen Umweltministers Thomas Schmidt sowie des Generaldirektors von Senckenberg Prof. Volker Mosbrugger eröffnete Museumsdirektor Prof. Willi Xylander am 13. Oktober die Ausstellung „Die dünne Haut der Erde - unsere Böden“, die unter seiner Federführung und mit finanzieller Förderung des Bundesforschungsministeriums in Görlitz entstanden ist. „Im Internationalen Jahr des Bodens 2015 stellt diese Bodenausstellung eine der wichtigsten Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt“, betonte Umweltminister Schmidt und wünschte sich, dass „die Schau viele in ihren Bann ziehen, das Leben im Dunkeln ins Tageslicht rücken und Begeisterung für den Bodenschutz wecken möge“. Dass der Schutz der Böden und seiner Lebewesen keinen Luxus darstellt, sondern unmittelbar den Menschen zu Gute kommt, hob EU-Umweltdirektor Calleja Crespo in seinem Grußwort hervor. Senckenberg Generaldirektor Mosbrugger bezeichnete die Schau „als den wichtigsten Beitrag des Senckenberg Forschungsinstituts zum UN-Jahr des Bodens und als Symbol für die internationale Wahrnehmung, die der Wissenschaftsstandort Görlitz genieße“. Nach der Präsentation in Belgien ist die Ausstellung ab Ende November im Museum für Naturkunde Chemnitz zu sehen. Ab Sommer 2016 kommt sie ins Görlitzer Senckenberg Museum und wandert Anfang 2017 nach Frankfurt.

Ausstellung Die dünne Haut der Erde
Die Ausstellung „Die dünne Haut der Erde –
Unsere Böden“ des Senckenberg Forschungs-
instituts leistet einen wichtigen Beitrag zum
Schutz unserer Umwelt. Foto: H. Schiek

„Die dünne Haut der Erde“ greift das Thema Böden unter vier Aspekten auf: In der „Kammer des Lebens“ geht es um die Eigenschaften und Funktionen der Bodenorganismen, in der „Kammer der Krümel“ erfährt der Besucher, wie Boden entsteht und welche Arten von Böden es weltweit gibt. Die „Kammer des Schreckens“ thematisiert, wodurch unsere Böden bedroht sind. Die Ausstellung erläutert schließlich in der „Kammer des Wissens“, wie Experten Böden erforschen und welche Möglichkeiten zu ihrem Schutz bestehen, „denn schließlich stellt Boden, wie Luft und Wasser, eine unverzichtbare Lebensressource des Menschen dar“, erläutert Willi Xylander. Zielgruppen sind neben Schulen und Familien alle Akteure in der Gesellschaft, die Einfluss auf die Bodennutzung nehmen können. Zahlreiche Modelle von Bodentieren, Animationen und Filme lassen die „Welt unter unseren Füßen“ für Besucher erlebbar werden.

Das Görlitzer Senckenberg Museum ist seit mehr als fünfzig Jahren auf Bodentiere spezialisiert. Heute erforschen hier über 20 Wissenschaftler in sieben Sektionen die Vielfalt der Bodenorganis-men, ihre Wechselwirkungen untereinander und ihre Bedeutung für die Bodenfunktionen, wie z.B. das Nährstoffrecycling. Ihr Fachwissen haben die Biologen bereits in zwei internationalen Wander-ausstellungen zum Thema Boden, die von einer Million Besuchern in sechs Ländern gesehen wur-de, vorgestellt.

Hintergrund:

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens ausgerufen. „Es gibt einen wichtigen Impuls, um weltweit auf die Bedeutung der Böden und die Notwendigkeit ihres Schutzes aufmerksam zu machen. Mehr als 90 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion sind direkt vom Boden abhängig. Der Boden speichert Kohlenstoff, Nährstoffe und Wasser und hat auch für die Artenvielfalt große Bedeutung. Dabei ist Boden eine nicht erneuerbare und bedrohte Ressource. Pro Jahr verliert die Menschheit weltweit etwa sechs Millionen Hektar an fruchtbarem Boden. Ursachen hierfür sind falsche landwirtschaftliche Nutzung, Schadstoffkontamination und Überbauung. Gleichzeitig steigt der Bedarf an fruchtbarem Boden, denn das Bevölke-rungswachstum führt zu einer erhöhten Nachfrage nach Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen. Nur gesunder Boden sichert die Ernährung der Weltbevölkerung“, teilt die UNESCO mit.

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

22.09.2018 19:18:56


21.09.2018 09:20:11


20.09.2018 15:09:28


https://die-welt-baut-ihr-museum.de