Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Presse

zur Übersicht

27.10.2015 - Heinzelmännchen im Boden - Vortrag im Naturkundemuseum Görlitz

Im Herbst fallen die Blätter von den Bäumen. Im Laufe des folgenden Jahres verschwinden die riesigen Laubmassen wieder, aber wohin? Sie gelangen in einen gigantischen Recyclingprozess, gesteuert von einer Vielzahl von Bodenbewohnern. Prominenteste Vertreter sind die Regenwürmer, die, neben den Maulwürfen, sicher die bekanntesten Bodentiere sind. In einem allgemein verständlichen Vortrag stellt Prof. Steffen Schrader vom Thünen-Institut in Braunschweig am 3. November „Regenwurm und Co. - eine starke Gemeinschaft unter unseren Füßen vor“. Der Vortrag beginnt um 19:30 Uhr im Seminarraum des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, Am Museum 1. Der Eintritt kostet 2 Euro.

Regenwürmer sind die für die Gesundheit der Böden wichtigsten Tiere. Denn sie durchmischen und belüften den Boden und bringen organische Substanzen, also Nährhumus, zu den Wurzeln. Viele andere Bodenorganismen, aber auch die Pflanzenwurzeln profitieren von der Arbeit dieser »Schwerathleten« im Boden.

Unter einem Quadratmeter Wiese liegen bis zu tausend Regenwurmgänge verborgen. Aneinander gereiht erreichen diese Röhren fast einen halben Kilometer Länge. Unter einer Kuhweide von der Größe eines Fußballfeldes leben durchschnittlich eine Million Regenwürmer. Diese bringen insgesamt etwa eine Tonne Gewicht auf die Waage. Regenwurmkot hat eine einzigartige, krü-melige Struktur und enthält viele leicht verfügbare Pflanzennährstoffe.
Neben Regenwürmern stellt der Vortrag eine Vielzahl anderer Organismen wie Asseln, Milben, Springschwänze, Pilze und Einzeller vor, die im „Recyclingkraftwerk“ Boden aktiv sind.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des UN-Jahres des Bodens statt.

Hintergrund:
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens ausgerufen. „Es gibt einen wichtigen Impuls, um weltweit auf die Bedeutung der Böden und die Notwendigkeit ihres Schutzes aufmerksam zu machen. Mehr als 90 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion sind direkt vom Boden abhängig. Der Boden speichert Kohlenstoff, Nährstoffe und Wasser und hat auch für die Artenvielfalt große Bedeutung. Dabei ist Boden eine nicht erneuerbare und bedrohte Ressource. Pro Jahr verliert die Menschheit weltweit etwa sechs Millionen Hektar an fruchtbarem Boden. Ursachen hierfür sind falsche landwirtschaftliche Nutzung, Schadstoffkontamination und Überbauung. Gleichzeitig steigt der Bedarf an fruchtbarem Boden, denn das Bevölke-rungswachstum führt zu einer erhöhten Nachfrage nach Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen. Nur gesunder Boden sichert die Ernährung der Weltbevölkerung“, teilt die UNESCO mit.

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

18.06.2018 12:35:29


18.06.2018 12:33:07


18.06.2018 08:04:04


https://die-welt-baut-ihr-museum.de