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13.05.2015 - Artenvielfalt auf dem Display

Frankfurt/New Haven, den 13.05.2015. Wissenschaftler des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt haben gemeinsam mit Kollegen von der Yale-Universität und weiteren Institutionen die Smartphone-App „Map of Life“ entwickelt. Die Anwendung erlaubt es mit dem Mobiltelefon Arten zu erkennen, die Umgebung auf Tier- oder Pflanzenarten zu überprüfen sowie eigene Beobachtungen zu dokumentieren und zu teilen. Heute wurde die App zum kostenlosen Download veröffentlicht.

Mehr als ein digitales Nachschlagewerk: Die Map of Life-App © MOL
Mehr als ein digitales Nachschlagewerk:
Die Map of Life-App © MOL

112 Schmetterlinge, 173 Vögel und 60 Säugetiere – das sind unter anderem die „Arten in meiner Umgebung“, wenn man in Frankfurt die Smartphone-App „Map of Life“ befragt. Zu jeder der Tier- und Pflanzenarten gibt es einen Steckbrief mit Informationen zur Verbreitung, dem Aussehen der Art und Fotos. „Mit der heute neu erschienenen App kann man sich die Tiere in seiner unmittelbaren Umgebung anzeigen und erläutern lassen – und das weltweit“, erklärt Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Direktorin am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt und ergänzt: „Ein Eichhörnchen erkennt wahrscheinlich jeder, die Unterscheidung von einer Wald- und einer Feldspitzmaus ist aber schon schwieriger.“

Die von der Universität Yale in Zusammenarbeit mit Senckenberg und weiteren Institutionen entwickelte App ist nicht nur ein digitales Nachschlagewerk. Böhning-Gaese hierzu: „Jeder Nutzer kann seine Tierbeobachtungen direkt dokumentieren und leistet so einen wichtigen Anteil an der Erfassung der Artenvielfalt.“ Aktuell sind bereits über 31.000 Arten in der App dokumentiert. In der hinter der Anwendung stehenden Datenbank des „Map of Life“-Projektes sind es knapp eine Millionen erfasste Arten. „Es gibt aber nach wie vor große ‚weiße Flecken‘ auf der Weltkarte. Langfristig wollen wir Informationen über die Verbreitung aller bekannten Tier- und Pflanzenarten bündeln und visualisieren. Das wird uns zeigen, wie viel oder wie wenig wir über ihr Vorkommen überhaupt schon wissen“, so Böhning-Gaese.

Für jede gefundene Art gibt es einen Steckbrief. © MOL
Für jede gefundene Art gibt es
einen Steckbrief. © MOL

Darüber hinaus lassen sich anhand der „Map of Life“ Hotspots der biologischen Vielfalt und der Bedrohung von Arten besser identifizieren. Damit können zum Beispiel im Naturschutz und -management leichter Prioritäten gesetzt werden. „Die Welt verändert sich schnell und Arten verschwinden, bevor wir überhaupt wussten, wo es sie gab, welche Rolle sie spielten und wie wir sie hätten schützen können. Unser Wissen ist auf zu wenige Gebiete und Arten beschränkt. Weltweit Arten zu erkennen und zu dokumentieren birgt ein großes Potential für eine geographisch und taxonomisch vollständige Erfassung der Artenvielfalt“, fasst Dr. Walter Jetz, Professor an der Universität Yale und Leiter des „Map of Life“-Teams zusammen.
Die kostenlose App ist in sechs Sprachen für Apple- und Android-Smartphones unter https://auth.mol.org/mobile/ verfügbar.

Weitere Informationen zur „Map of Life“ gibt es unter http://mol.org

Kontakt
Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese
Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum
Tel. 069- 7542 1821

Christian Hof
Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum
Tel. 069- 7542 1804

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434

Link zur App:
https://mol.org/mobile

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Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

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