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18.05.2015 - Tauchende Ameisen und vielfältige Korallen

Frankfurt, den 18.05.2015. Zum 22. Mal wird morgen Abend der Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis verliehen. Mit diesem Preis ehrt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung den besten wissenschaftlichen Artikel in einer Senckenberg-Publikation. Auch für den besten populärwissenschaftlichen Beitrag im Senckenberg-Wissenschaftsmagazin „Natur – Forschung – Museum“, gibt es morgen eine Auszeichnung: den Hanns Christian Schroeder-Hohenwarth-Preis.

Ameisen findet man scheinbar überall: tief in der Erde, auf hohen Bäumen, in der Wüste ebenso wie in feucht-kalten Wäldern oder stürmischen Hochgebirgen. Nur das Wasser scheinen die sechsbeinigen Insekten zu scheuen – bis auf die Baumameise Camponotus schmitzi. Diese einzigartige Ameisenart lebt tief im Torfsumpfwald Borneos und taucht in den großen länglichen Kelchen einer fleischfressenden Kannenpflanze nach Beutetieren.

Die tauchende Ameise Camponotus schmitzi © Dennis Merbach
Die tauchende Ameise Camponotus schmitzi
© Dennis Merbach

Die Tatsache, dass die Ameise das Element Wasser erobert und dabei nicht von der insektenvertilgenden Pflanze „gefressen“ wird, begeisterte nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Leser des Senckenberg-Wissenschaftsmagazins „Natur – Forschung – Museum“. Diese wählten den Artikel des Autorenteams um Prof. Dr. Ulrich Maschwitz aus über 30 Vorschlägen für den Hanns Christian Schroeder-Hohenwarth-Preis aus.
Maschwitz war bis 2003 als Professor für Zoologie an der Goethe-Universität in Frankfurt tätig. Er ist ein hervorragender Kenner der Regenwälder Südostasiens und reist jährlich mindestens einmal zu Forschungszwecken in die Region. Die Koautoren des prämierten Artikels „Warum eine Baumameise das Tauchen lernte – eine außergewöhnliche Partnerschaft zwischen Tier und Fleisch fressender Pflanze“ sind langjährige Kollegen Maschwitzs:  Senckenberg-Botaniker Prof. Georg Zizka, Brigitta Fiala von der Universität Würzburg und Biologie- und Chemielehrerin Marlis Merbach.

Verschont die schwimmende Ameise: Kannenpflanze Nepenthes bicalcarata © Dennis Merbach
Verschont die schwimmende Ameise:
Kannenpflanze Nepenthes bicalcarata ©
Dennis Merbach

Und diese Auszeichnung ist nicht die einzige am morgigen Abend: Zarinah Waheed und Dr. Bert Hoeksema vom Naturalis Biodiversity Center in Leiden werden mit dem Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis für die beste in einer senckenbergischen Zeitschrift veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeit ausgezeichnet. Der in der Zeitschrift „Marine Biodiversity“ publizierte Fachartikel behandelt die Erforschung der Diversität von Korallen rund um die malaysische Halbinsel Semporna. Die Erhebung der Artenvielfalt wird dabei mit einer umweltbezogenen Betrachtung kombiniert: die beiden Wissenschaftler zeigen, dass mit abnehmender Windenergie die Artenvielfalt in den Korallenaußenriffen der Lagunen abnimmt. Daraus schließen die morgigen Preisträger, dass zunehmende Wellenenergie die Heterogenität der Lebensräume steigert und folglich die Artenvielfalt der Korallen zunimmt. Die Jury hat den interdisziplinären Artikel aufgrund seiner anschaulichen Präsentation und der hohen Relevanz ausgewählt.

Der „Hanns Christian Schroeder-Hohenwarth-Preis“ wurde 2001 von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zu Ehren des langjährigen Präsidenten und Ehrenpräsidenten Dr. Hanns Christian Schroeder-Hohenwarth eingeführt. Schroeder-Hohenwarth hat seinerseits im Jahr 1992 den Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis gestiftet. Während der Sieger-Artikel des Hanns Christian Schroeder-Hohenwarth-Preises jährlich durch eine Umfrage unter den Mitglieder der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ermittelt wird, vergibt den mit 6.000 Euro dotierten Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis ein Wissenschaftlergremium der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

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Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434

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Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

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