Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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08.07.2016 - Flechtwand aus der Bronzezeit im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt/Main

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ präsentiert die Ausstellung „Flechtwand aus der Bronzezeit“ im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt/Main

Frankfurt/Main, 08. Juli 2016. Die „Hessische Energiespar-Aktion“ präsentiert vom 8. Juli bis zum 23. August die Ausstellung „Flechtwand aus der Bronzezeit“ in den Räumlichkeiten des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt/Main zu den gewohnten Öffnungszeiten. Begleitend zur Ausstellung zeigt die HESA auf zwei Tafeln Möglichkeiten der Fassadendämmung im Gebäudebestand. Entsprechendes kostenloses Informationsmaterial ist vor Ort erhältlich.

In der Nähe der hessischen Stadt Langenselbold wurde eine abgebrannte Siedlung ausgegraben, datiert aus der Bronzezeit vor 3.400 Jahren. Die Wände der Hütten bestanden aus zwei mit Abstand voneinander aufgesetzten Flechtwänden und dazwischen hatte man trockenes Gras eingestopft, etwa 10 Zentimeter dick. Das Gras war verbrannt, doch die Abdrücke der Halme in den hartgebrannten Lehmbewurf sind erhalten geblieben. Das Schadfeuer, das die Siedlung vernichtete, erhielt den Lehmbewurf bis heute. Ein Glücksfall für die hessischen Archäologen, denn nun konnten sie eine genauere Vorstellung darüber gewinnen, wie man vor 3.400 Jahren gelebt hat.

„Es ist äußerst plausibel, dass die Wände damals schon gut dämmten: In unserem Klima hätte über lange Zeiten im Winter in den Hütten Frost geherrscht. Mit der 10 Zentimeter dicken Grasfüllung ist der Wärmeschutz verblüffend gut. Der U-Wert liegt zwischen 0,5 und 1,0 W/(m²K), je nachdem, wie fest das Gras eingestopft wurde und ob es feine oder grobe Grashalme waren. Diese Qualität wurde erst wieder 1995 mit der damaligen Wärmeschutzverordnung erreicht“, sagt Klaus Fey von der „Hessischen Energiespar-Aktion“. „Das Thema der Ausstellung ergänzt unser Museum hervorragend, denn es zeigt, dass Menschen der Bronzezeit bereits vor 3.400 Jahren nachhaltige Dämmstoffe verwendet haben. Daran können wir uns heute ein Bespiel nehmen, um Natur und Umwelt zu schützen." erklärt Dr. Bernd Herkner, Leiter der Abteilung Museum des Senckenberg Naturmuseums.

In den Jahrtausenden dazwischen wurde der Wärmeschutz der Wände wieder schlechter: So dämmt eine Fachwerkwand vier- bis sechsmal schlechter, und selbst eine Vollziegelwand hat einen dreimal schlechteren Wärmeschutz als die bronzezeitliche Energiesparwand. Diese zeigt: Bauen mit der Natur und nicht gegen sie führt in unserem Klima zu einem guten Wärmeschutz. Die bronzezeitlichen Menschen werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten so gebaut haben, wie es ihnen gut tat. Wenn man in der Bronzezeit schon bei 10 Zentimeter Grasdämmstoff angelangt war, wie viel mehr können wir heute tun: Unsere Dämmstoffe sind haltbarer und dämmen besser, wir besitzen dauerhaftere Techniken und gute Werkzeuge aus Eisen und Stahl, überall in Hessen gibt es die ausführenden Planer und Handwerker. Wer mit Gras dämmen will, der findet nach 3.400 Jahren auch wieder Hersteller von Grasdämmstoff, industriell aufbereitet, versteht sich.

Die Fassade verliert unter allen Bauteilen eines Hauses die meiste Energie im Winter. Die hohen Wärmeverluste sind die eine Seite der Medaille. Die andere sind recht kühle Wandinnenoberflächen ungedämmter Wände im Winter, die zu Feuchte- und Schimmelschäden führen. Umgekehrt können 15 bis 25 Prozent Energieeinsparung durch die Dämmung der Fassade erzielt werden.

„Zur Dämmung unserer Außenwände gibt es keine Alternative“, so Klaus Fey von der „Hessischen Energiespar-Aktion“, „auch wer mit regenerativen Energien heizen will oder eine Solaranlage aufs Dach setzt: Bleiben die Altbauwände ungedämmt, bleibt auch der Energieverbrauch unnötigerweise hoch.“

Begleitend zur Ausstellung finden Ratsuchende ein Foto der Energiesparwand aus der Bronzezeit, einen Fachartikel sowie die U-Wertberechnung für die Wand zusammen mit Informationen zum „Energiepass Hessen“ auf der HESA-Homepage unter www.energiesparaktion.de. Über diese Seite oder direkt unter  www.energieland.hessen.de, ist auch die „Energieseite“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie der „Förderkompass Hessen“ mit allen aktuellen Förderangeboten zu erreichen.

Berechnungsgrundlage ist der „Energiepass Hessen“, ein Beratungsinstrument der Hessischen Landesregierung für Hauseigentümer im Bereich der Gebäudemodernisierung, die ihr Wohneigentum selbst nutzen und die die Schwachstellen ihres Hauses in Bezug auf den Energieverbrauch erkennen möchten.

Der „Energiepass Hessen“ wird zum reduzierten Preis von 37,50 Euro angeboten. Es gibt ihn unter: info@energiesparaktion.de oder „Hessische Energiespar-Aktion“, Rheinstraße 65, 64295 Darmstadt.

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

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Ansprechpartner für diese Pressemitteilung: Werner Eicke-Hennig, Telefon: 06151/2904-58 (Diese Telefonnummer bitte nicht veröffentlichen!, Belegexemplar erbeten)

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Fotos zu diesem Artikel finden Sie unter www.energiesparaktion.de in der Rubrik „Presse“

Pressekontakt

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Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
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Email: pressestelle@senckenberg.de

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