Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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21.11.2016 - Die genetische Herkunft der Europäer

Vortrag von Dr. Wolfgang Haak (Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena)
 
Viele Jahrzehnte wurde diskutiert, was den Übergang von Wildbeuter-Gesellschaften zu frühen Ackerbauern bewirkte: eine Einwanderung aus dem Nahen Osten zu Beginn der europäischen Jungsteinzeit oder innovative Technologien und domestizierte Pflanzen und Tiere, die zu diesem Wandel der Lebensweise führten. Durch genetische Analysen prähistorischer Skelette lässt sich die Frage, inwieweit Kulturwechsel rein kulturell zu verstehen sind oder ob auch Bevölkerungswechsel zugrunde liegen, heute beantworten. Um der genetischen Herkunft der frühen Europäer nachzugehen, wurden mittlerweile die Genome knapp 300 prähistorischer Individuen untersucht. Dabei wurden Hinweise auf zwei massive Expansionsereignisse gefunden, die Spuren in allen heutigen Westeurasiern hinterlassen haben.

Wolfgang Haak ist Leiter der Forschungsgruppe Molekulare Anthropologie am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena. Bei seiner Arbeit an der Schnittstelle von Genetik, Archäologie, Anthropologie, Linguistik und Medizin analysiert er die genetischen Daten früherer menschlicher Populationen, um unter Einbeziehung benachbarter wissenschaftlicher Disziplinen ein detailliertes und umfassendes Bild der Geschichte des Menschen über die letzten 20.000 Jahre zu schaffen.

Referent: Dr. Wolfgang Haak, Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena
Datum: Mittwoch, 23. November, 19:30 Uhr
Ort: Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F), Georg-Voigt-Straße 14, 60325 Frankfurt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In den kommenden Jahren erweitert die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ihr Naturmuseum in Frankfurt von 6.000 auf 10.000 Quadratmeter. Vier neue Ausstellungsbereiche (Mensch – Erde – Kosmos – Zukunft) nehmen die Besucher mit auf die Reise zu unseren Anfängen, zu den aufregendsten Plätzen der Erde, in die Weiten des Universums und beleuchten die Zukunft unseres Planeten. (siehe auch http://die-welt-baut-ihr-museum.de)
Zudem werden 2016 und 2017 die Themen der vier Ausstellungsbereiche in vier Vortragsreihen aufgegriffen und vertieft. Die Reihe „Woher kommt der Mensch? Ein neuer Blick auf Homo sapiens“ betrachtet unsere gemeinsamen Wurzeln, und zwar nicht nur im Hinblick auf die Entwicklung des menschlichen Körpers. Vielmehr steht auch die Evolution geistiger, kultureller und emotionaler Fähigkeiten im Fokus.

Die Reihe rückt die Evolution des Menschen als Ganzes in den Mittelpunkt und bringt große Köpfe und neue Ideen zu diesem Thema nach Frankfurt: Die Referentinnen und Referenten stellen aktuelle Erkenntnisse zur körperlichen Entwicklung von Homo sapiens wie auch zur Entwicklung menschlichen Denkens, der Gefühle und des Bewusstseins für Kunst und Ästhetik vor.

Die Reihe wird veranstaltet von der Goethe-Universität Frankfurt und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ von der der Deutsche Bank gefördert.
Medienpartner der Reihe ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Mehr unter: www.senckenberg.de/woherkommtdermensch
Die Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter www.senckenberg.de/presse

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Weitere Termine:

14. Dezember 2016
Lob der Lüge. Zur Evolution von Intelligenz
Prof. Dr. Volker Sommer, University College London

18. Januar 2017
The Skin of Homo sapiens: the Evolution of our Interface with the World
Prof. Dr. Nina Jablonski, Pennsylvania State University, State College

25. Januar 2017
Jäger und Künstler: Warum der Neandertaler ausstarb und die Kunst entstand
Prof. Dr. Nicholas J. Conard, Eberhard Karls Universität Tübingen

8. Februar 2017
Ständchen, Schlaflied oder Kriegsgeschrei? Theorien zum Ursprung der Musik und ihrer Funktion für den Menschen
Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, Frankfurt

15. Februar 2017
Ein neuer Blick auf Homo sapiens – die Zukunft des Menschen
Podiumsdiskussion mit Impulsvorträgen
Moderation: Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Gesprächspartner:
Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt
PD Dr. Miriam N. Haidle, Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Hans-Dieter Mutschler, Hochschule Ignatianum, Krakau
Prof. Dr. Annette Kehnel, Universität Mannheim


Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten undnachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de. Senckenberg ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.


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