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05.12.2016 - Spinnenbabys bei Senckenberg

Frankfurt, den 05.12.2016. Lange Zeit saß das Weibchen der wohl berühmtesten Spinne – Heteropoda davidbowie die von Senckenberg-Wissenschaftler und Spinnenforscher Dr. Peter Jäger nach dem Rockstar David Bowie benannt wurde – in der Sonderausstellung „Spinnen“ alleine in ihrem Terrarium. Doch vor einigen Wochen bekam sie Gesellschaft durch einen Artgenossen: eine männliche David-Bowie-Spinne. Tagsüber sah man die beiden meist entfernt voneinander sitzen. Was die nachtaktiven Tiere trieben, wenn die Besucher das Museum verlassen hatten, kann man jetzt bestaunen: das Weibchen – lange Zeit hochschwanger und ihren Hinterleib prall mit Eiern gefüllt – hat einen Ei-kokon abgelegt.

hETROPODA DAVIDBOWIE_ Foto Peter jäger
Heteropoda davidbowie

Foto: Senckenberg, Peter Jäger

Sicher befestigt liegt der Kokon auf dem Blatt einer Pflanze im Terrarium. Auch in der Natur lebt die Art meist im Blattwerk, weiß Dr. Peter Jäger. Er hat die Art schon in Singapur im Regenwald von Bukit Timah gefunden. Seine beiden Töchter halfen ihm, die Spinnen nachts im Scheine der Stirnlampen ausfindig zu machen. Damals war die nach dem Rockstar David Bowie benannte Spinnenart ein Teil der sogenannten „Arachnid Orchestra Jam Sessions“, die der Künstler Tomas Saraceno im Centre for Contemporary Art veranstaltete. Er übersetzt Bewegungen der Achtbeiner und ihrer Netze in Töne. Dort trommelte Heteropoda davidbowie in Paarungsstimmung zu Klängen von Seidenspinnenfäden, die auch in der jetzigen Ausstellung zu sehen und hören sind. Das Männchen in Frankfurt hatte Erfolg mit diesem Balzverhalten: die Ende November gelegten Eier dürften noch in der restlichen Ausstellungszeit schlüpfen. Damit wäre im Todesjahr von David Bowie noch für Nachwuchs gesorgt und kleine „Ziggys“ könnten in Zukunft die Besucher erfreuen.

 Foto: NTU CCA, 2015
Thomas Saracenos „Aeolic Instrument“ übersetzt
die Bewegung des Faden einer Seidenspinne in
Klänge. Foto: NTU CCA, 2015

Die Ausstellung läuft noch bis zum Ende der Weihnachtsferien. Neben rund 40 lebenden Spinnentieren, darunter Vogelspinnen, schwarze Witwen und Skorpione, sowie den Makroaufnahmen tropischer Spinnen kann auch die künstlerische Installation von Tomas Saraceno frei begangen werden. Eine lebende Seidenspinne ist hier die Attraktion: ihre Fäden erzeugen im „Aeolic Instrument“ eine Melodie, die wiederum in ihr Netz gespielt wird. Sogenannte „Hybridnetze“, eine Zusammenstellung echter Netze unterschiedlicher Spinnenarten, werden zusätzlich kunstvoll ins Licht gesetzt und zeigen die faszinierende Architektur dieser Kunstwerke.

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Dr. Peter Jäger
Sektionsleiter Arachnologie
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum
pjaeger@senckenberg.de

Dr. Alexandra Donecker
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1561
adonecker@senckenberg.de


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