Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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12.08.2016 - Erforschung der Schöninger Speere

Die acht etwa 300.000 Jahre alten „Schöninger Speere“ gelten als die ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. Ihre Entdeckung zwischen 1994 und 1998 im Braunkohletagebau Schöningen gilt als archäologische Sensation. Das Holz war über Jahrtausende im feuchten Boden unter Luftabschluss nahezu unversehrt geblieben.In ihren Wurfeigenschaften sind die uralten Holzspeere sogar modernen Wettkampfspeeren ebenbürtig. Weltweit gibt es keine vergleichbaren Funde der Altsteinzeit. Anhand des gesamten Fundensembles, zu welchem auch Knochen von Wildpferden gehören, kann unter anderem die Besiedlung Nordeuropas besser nachvollzogen werden. Auch über das Leben des Homo heidelbergensis konnten aufgrund der Funde neue Erkenntnisse gewonnen werden. So gehörten unter anderem planendes Handeln, Kommunikationsvermögen und ein komplexes Sozialgefüge zu seinen Fähigkeiten, womit er dem modernen Menschen stärker ähnelt als bisher angenommen.

Durch eine neue Kooperation zwischen dem Land Niedersachsen, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen liegt die Erforschung der Fundstelle Schöningen nun in den Händen des „Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment“ an der Universität Tübingen.

Am 29. Juni unterzeichneten die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajić, die Administrative Direktorin der SGN Stephanie Schwedhelm sowie Professor Nicholas J. Conard, Leiter des Instituts für ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Das Land Niedersachsen stellt dem Forschungsbereich Schöningen bis zu 370.000 € pro Jahr für die Durchführung der jährlichen Ausgrabungen sowie der Forschungsarbeiten zur Verfügung.

Durch diese neue Kooperation ergibt sich eine Einbindung in internationale Forschungsnetzwerke und somit eine höhere internationale Wahrnehmbarkeit des Fundortes und der Forschungsergebnisse.

„Wir sind glücklich im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie in der Eberhard-Karls-Universität Tübingen renommierte Partner für dieses ambitionierte Projekt gefunden zu haben. Das Vorhaben steht im Einklang mit der Mission Senckenbergs, der Erforschung der Vielfalt und der Entstehung des Lebens auf der Erde“, freut sich Stephanie Schwedhelm.

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