Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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14.11.2018 - Notfallverbund Oberlausitz plant für die Zukunft

(c) Hochschulbibliothek
Die Oberlausitzer Bibliotheken und Archive
etablieren einen Notfallverbund im Falle von
Hochwasser, Feuer und anderen Katastrophen.
Foto: Hochschulbibliothek Zittau

Am 14.11.2018 fand im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz eine turnusmäßige Sitzung des am 18. September 2013 in der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften gegründeten Notfallverbundes Oberlausitz statt. Dieser Regionalverbund ist im Vergleich mit anderen Notfallverbünden Deutschlands eine Besonderheit, vereint er doch Kultureinrichtungen und Feuerwehren einer ganzen Region insbesondere aus den Städten Görlitz, Bautzen und Zittau. Für die dreizehn in dem Verbund zusammengeschlossenen Museen, Archive und Bibliotheken sowie die sieben kooperierenden Kultureinrichtungen und Feuerwehren war vor allem das Hochwasserereignis des Jahres 2010 in der Oberlausitz der entscheidende Anstoß gewesen, um gemeinsam präventive Maßnahmen einzuführen und abzustimmen sowie ein einrichtungsüberspannendes Notfallmanagement aufzubauen.

Gründungsvorsitzende und Initiatorin ist Frau Dr. Rosemarie Konschak, zum damaligen Zeitpunkt Direktorin der Hochschulbibliothek und des Hochschulrechenzentrums der Hochschule Zittau/Görlitz und mit ihrer Bibliothek in Zittau selbst vom Hochwasser der Mandau stark betroffen. Sie konnte nun der Wahl eines neuen Vorsitzenden beiwohnen und sozusagen den Staffelstab an Herrn Dr. Axel Christian vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz übergeben. Bei der Wahl der beiden Stellvertreter wurde neben dem Regionalprinzip auch berücksichtigt, dass Fachleute aus verschiedenen Sparten einbezogen werden. Herr Dr. Jasper von Richthofen, Kulturhistorisches Museum Görlitz, und Herr Uwe Kahl, Christian-Weise-Bibliothek Zittau, werden den Vorsitzenden tatkräftig unterstützen. Hervorzuheben ist auch das große Engagement der Feuerwehren Zittau, Görlitz und Bautzen, das sich nicht nur in der Präsenz bei den Sitzungen zeigt, sondern beispielsweise auch in konkreten Angeboten für die Planung und Durchführung künftiger Notfallübungen mit Einsatz spezieller Mittel zur Rettung von Kulturgütern.

Dr. Christian steht mit seinen beiden Stellvertretern vor der Aufgabe, den Notfallverbund in der Region und darüber hinaus noch bekannter zu machen und weitere Kultureinrichtungen zum aktiven Mittun zu gewinnen. Schließlich wird die Stärke des Verbundes und seine Handlungsfähigkeit in Not- oder Katastrophensituationen wesentlich durch die teilnehmenden Kultureinrichtungen, ihre vielfältigen Erfahrungen in präventiven Fragen, bei der Erstellung von
Gefährdungsanalysen oder Bergungsreihenfolgen oder aber bei der Bergung und Erstversorgung geschädigten Kulturgutes bestimmt. Gerade die Gemeinschaft aus Museen, Archiven und Bibliotheken steht hier für fachliche Vielfalt und Expertise. Wichtig wird sein, im Notfallverbund die anderen beteiligten Kultureinrichtungen kennen zu lernen und gemeinsam mit den Feuerwehren auch Einblicke in Magazine oder Technikräume zu erhalten. Deshalb werden die kommenden Sitzungen wie bisher im Umlaufverfahren in den verschiedenen Einrichtungen durchgeführt. Dann werden sicherlich auch die spezifischen Feuerwehrpläne oder Alarmpläne vorgestellt. Ein wichtiges Anliegen wird auch künftig sein, Notfallmaterialien zur Bergung und Erstversorgung von Kulturgut zu beschaffen und für die Distribution in Notfällen vorzuhalten. Hierzu wird es einen intensiven Erfahrungsaustausch auch mit anderen Notfallverbünden Mitteldeutschlands beispielsweise aus Dresden, Leipzig, Freiberg, Weimar oder Halle geben. Darüber hinaus wird sich der Oberlausitzer Verbund natürlich auch in das deutschlandweite Netzwerk von Notfallverbünden einbringen. Einmal jährlich findet ein Treffen von Vertretern der Notfallverbünde aus allen Bundesländern statt.

Als besonders wichtig für die künftige Arbeit des Notfallverbundes wird es aber sein, dass sowohl die Politik als auch die Träger der einzelnen Einrichtungen das verantwortungsvolle Wirken weiterhin kraftvoll unterstützen und gleichzeitig anerkennen, dass nur gemeinschaftlich – unabhängig von Einrichtungs-, Stadt- oder Landkreisgrenzen die Grundidee eines solchen Notfallverbundes umsetzbar ist.

Der Notfallverbund Dresden bekräftigt sein Angebot zur Kooperation und lädt die Vertreter des Notfallverbundes Oberlausitz sowie der kooperierenden Feuerwehren zeitnah nach Dresden ein, um gemeinsam den dort beim Brand- und Katastrophenschutzamt stationierten ‚Notfallzug Kulturgutschutz‘ zu besichtigen und um Erfahrungen auszutauschen. Auf jeden Fall geht ein herzlicher Glückwunsch aus Dresden an Herrn Dr. Christian und das neu gewählte Leitungsteam.

PRESSEINFORMATION zur Veröffentlichung frei

Kontakt:
Dr. Axel Christian
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Am Museum 1
02806 Görlitz
T.: 03581-4760-5201
e-mail: axel.christian@senckenberg.de
Homepage:
www.senckenberg.de/goerlitz
www.senckenberg.de/goerlitz/Sektion-Arachnida

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
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Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

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