Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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02.08.2018 - Globale Bewertung von Artenvielfalt und Ökosystemen (Global Assessment of Biodiversity and Ecosystem Services) steht kurz vor dem Abschluss

  • Der Bericht gibt die erste umfassende Übersicht zum Wissensstand bezüglich der weltweiten biologischen Vielfalt und Ökosystem-Leistungen seit 2005
  • Das dritte (und abschließende) Treffen aller 150 Autoren des Berichts findet diese Woche in Frankfurt statt
  • Bekanntgabe der Vorsitzenden der neuen IPBES-Assessments zu Werten von Artenvielfalt und Ökosystemen und zur nachhaltigen Nutzung wildlebender Arten

Frankfurt am Main, Deutschland – Die erste umfassende Übersicht zum aktuellen Wissensstand bezüglich der weltweiten Artenvielfalt und dem Beitrag der Natur für die Menschen seit über einem Jahrzehnt nähert sich ihrer Fertigstellung mit einem abschließenden Autorentreffen, das diese Woche am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum (SBiK-F) in Frankfurt am Main stattfindet.

Unter Leitung der Professoren Josef Settele (Deutschland), Sandra Díaz (Argentinien) und Eduardo S. Brondízio (Brasilien & USA) trugen 150 sachverständige AutorInnen aus mehr als 50 Ländern fast drei Jahre lang zu einer umfangreichen interdisziplinären Kollaboration im Rahmen der zwischenstaatlichen wissenschaftspolitischen Plattform für Biodiversität und Ökosystem-Leistungen (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services - IPBES) bei.

Das resultierende Globale Assessment der Biodiversität und Ökosystem-Leistungen wird im kommenden Mai im Verlauf der siebten Sitzung der IPBES-Vollversammlung von Vertretern von 130 Ländern vorgelegt. Die zugrunde liegende Forschung umfasst terrestrische Ökosysteme, Binnengewässer und Meere. Das Assessment bewertet Veränderungen in den vergangenen 50 Jahren und schaut in die Zukunft, um Szenarien, mögliche Handlungswege und politische Optionen zu überdenken. Es ist zu erwarten, dass es nach seiner Veröffentlichung politische Entscheidungen bezüglich der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2030 und darüber hinaus beeinflussen wird.

Im Hinblick auf die Bedeutung der Forschungsarbeit äußert sich Frau Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Direktorin des Senckenberg-Zentrums, wie folgt: „Der Verlust von Biodiversität stellt eine wesentliche Bedrohung für das menschliche Wohlergehen dar. Daher gibt einen ständig wachsenden Bedarf an Forschung zu diesem Thema, um der Politik fundierte Entscheidungsgrundlagen zur Verfügung zu stellen. Dies zu erreichen ist das zentrale Ziel von IPBES. Senckenberg ist besonders erfreut, das dritte und abschließende Autorentreffen des Globalen Assessments auszurichten. Die Erforschung des Biodiversitätsverlusts und dessen Ursachen steht auch im Zentrum der Arbeit von über 300 Senckenberg-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern, die zum Teil ebenfalls Beiträge zur IPBES-Bewertung liefern.“

„Das Globale Assessment von IPBES ist in vielfacher Hinsicht ein Nachfolger des im Jahr 2005 veröffentlichten richtungsweisenden ‚Millennium Ecosystem Assessment’,“ sagte Prof. Dr. Josef Settele (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ & Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung - iDiv) während eines Pressetermins am Donnerstag. „Seither wurden eine Reihe von zentralen globalen Verpflichtungen vereinbart, darunter die Aichi-Biodiversitäts-Ziele (Aichi Biodiversity Targets), die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals) und das Pariser Abkommen zum Klimawandel (Paris Agreement on Climate Change). Das Globale Assessment unterstützt Entscheidungsträger bei der Bewertung des Fortschritts bezüglich der Rolle und des Schutzes der Biodviersität, der Identifizierung von kritischen Lücken und der Auswahlverschiedener politscher Optionen zum Erreichen dieser Schlüsselziele. Ein besonders wichtiger Bestandteil unserer Arbeit betrifft die Analyse der Auswirkungen von Landnutzungsänderungen und Klimawandel und die Optionen, diesen zum Schutz der Biodiversität sowie für den breiteren globalen Umweltschutz entgegenzuwirken.“

Sir Robert Watson, Vorsitzender von IPBES, nahm das Treffen zum Anlass, offiziell die Namen der renommierten Experten bekannt zu geben, die als Vorsitzende für zwei in diesem Jahr neu beginnende IPBES-Assessments ausgewählt wurden.

Die Vorsitzenden der IPBES-Assessments zur Konzeptualisierung von vielfältigen Werten der Natur (diverse conceptualizations of multiple values of nature) sind: Prof. Patricia Balvanera (Institut für Ökosystem- und Nachhaltigkeitsforschung, Nationale Autonome Universität von Mexiko); Dr. Brigitte Baptiste (Generaldirektorin, Alexander von Humboldt-Institut, Kolumbien); Prof. Unai Pascual (Ikerbasque Research-Professor am baskischen Zentrum für Klimawandel (BC3), Spanien, und Associated Senior Research Scientist am Zentrum für Entwicklung und Umwelt (CDE), Universität Bern, Schweiz); und Prof. Mike Christie (Direktor des Forschungsinstituts für Wirtschaft und Recht, Aberystwyth-Universität, Großbritannien). Die Erstellung dieser Bewertung wird von einer technischen Koordinierungsstelle in Morelia, Mexico, unterstützt, die vom Institut für Ökosystem- und Nachhaltigkeitsforschung (IIES-UNAM), dem Sekretariat für Institutionale Entwicklung (SDI-UNAM) und dem Universitätsseminar über Gesellschaft, die Umwelt und Institutionen (SUSMAI-UNAM) – alle innerhalb der National Autonomen Universität von Mexico (UNAM) – sowie der mexikanischen Kommission für Kenntnis und Nutzung der Biodiversität (CONABIO) zur Verfügung gestellt wird.

Die Vorsitzenden des IPBES-Assessments zur nachhaltigen Nutzung von wildlebenden Arten (sustainable use of wild species) sind: Dr. Marla R. Emery (Abteilung für Landwirtschaft, forstwissenschaftliche Forschung und Entwicklung der USA); Dr. Jean-Marc Fromentin (Französisches Forschungsinstitut für Meeresforschung (lFREMER)); und Prof. John Donaldson (Südafrikanisches Nationales Biodiversitätsinstitut). Die technische Koordinierungsstelle für diesen Bericht ist in Montpellier, Frankreich, angesiedelt und wird von der Stiftung für Biodiversitätsforschung (FRB) und der der französischen Agentur für Biodiversität (Agence Française pour la Biodiversite - AFB) zur Verfügung gestellt.

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