Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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14.03.2019 - Ausstellung stellt den Boden des Jahres vor

Kippenboden

Er prägt in Teilen der Lausitz die Landschaft und bedeckt rund drei Prozent der sächsischen Staatsfläche – der Kippenboden. Das erscheint auf den ersten Blick wenig. Wenn man sich aber die Ausdehnung der Braunkohletagebauflächen im Mitteldeutschen und Lausitzer Revier vor Augen führt, wird die Dimension erkennbar!
Kippenböden entwickeln sich, innerhalb von Jahrzehnten in Bergbaufolgelandschaften, wie zum Beispiel rund um den Berzdorfer See. Sie haben daher eine zentrale Bedeutung für die zukünftige Nutzung dieser durch den Bergbau beanspruchten Landschaften.

Die neue Sonderausstellung im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz erklärt die Entstehung und Entwicklung von Kippenböden und macht die Böden in Form von sogenannten Lackabzügen – Originalkopien von echten Böden - erlebbar.
Der Abbau von Braunkohle im Tagebau geht nicht gerade zimperlich mit dem Boden um, der über dem begehrten Rohstoff liegt. Was sich nach der Eiszeit in Jahrtausenden entwickelt hat, wird mit Tagebaugroßgeräten in kurzer Zeit komplett abgetragen und abgekippt. Der ursprüngliche Boden wird dabei zerstört, es entstehen Halden aus sogenanntem Kippsubstrat. Diese neuen Oberflächensubstrate sind häufig vergleichsweise lebensfeindlich, nährstoffarm, trocken und sauer. Ein Boden ist das noch lange nicht. Zu dessen Entwicklung müssen sich erst Mikroorganismen, Pflanzen, Pilze und Tiere ansiedeln. Hier leistet der Mensch im Rahmen der Rekultivierung Hilfestellung: das Kippsubstrat wird geebnet und durch Zugabe von Kalk und Düngern für seine zukünftige Aufgabe fit gemacht – man spricht von Melioration. Sie unterscheidet sich je nach der geplanten Nutzungsform wie Wald, Landwirtschaft oder Naturschutzflächen. Die sich langsam entwickelnden Böden nennt man Kippenböden, oder fachlich „Kipp-Regosol“. Vermutlich dauert es Jahrtausende bis sie von natürlich gewachsenen Böden nicht mehr zu unterscheiden sind.
Eine Expertengruppe ruft alljährlich einen sogenannten „Boden des Jahres“ aus, und stellt diesen in den Mittelpunkt öffentlichkeitswirksamer Kampagnen. Da dieser Boden in Sachsen eine besondere Verbreitung hat, ist der sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, Schirmherr.

Freitag, 22. März 2019 | 18:00 Uhr | Ausstellungeröffnung
Der Kippenboden – Boden des Jahres 2019
Eine Sonderausstellung der Arbeitsgruppe zum Boden des Jahres 2019 (Staatsbetrieb Sachsenforst, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie dem Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V.) unter der Schirmherrschaft des Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt.

Die Ausstellung ist vom 23. März bis zum 10. Juni 2019 im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz zu sehen.

PRESSEINFORMATION zur Veröffentlichung frei

Kontakt:
Dr. Christian Düker
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Am Museum 1
02826 Görlitz
Tel. 03581–47605210
Email: christian.dueker@senckenberg.de

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