Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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27.05.2019 - Zukunft gestalten - Wie wollen wir leben?

Frankfurt am Main, den 27.05.2019. Wir schreiben das Jahr 2040. Die Wirtschaft hat sich grundlegend gewandelt: Kohle, Erdöl und Erdgas wurden durch nachwachsende Rohstoffe und biobasierte Reststoffe vom Markt verdrängt. Für mehr Nachhaltigkeit, den Erhalt der Artenvielfalt und damit unserer Lebensgrundlage war diese Abkehr von fossilen Ressourcen unvermeidbar. Doch wie genau sieht unser Alltag nun aus? Wie leben wir, was gibt es zu essen und wie bewegen wir uns von A nach B? Viele verschiedene Zukünfte sind vorstellbar. Drei davon zeigt die Ausstellung „Zukunft gestalten – Wie wollen wir leben?“. Entwickelt wurden die Inhalte im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts BioKompass gemeinsam mit Jugendlichen und Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. In der Ausstellung sind auch Museumsbesucher*innen dazu eingeladen, ihre Ideen einzubringen.
 

Angesichts von Klimawandel und Artensterben sind nachhaltige und innovative Ansätze gefragt, wenn die Welt lebenswert bleiben soll. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Problematik und zeigt
 Lösungsmöglichkeiten auf. Teil einer nachhaltigen Zukunft ist die Umstellung von fossilen auf nachwachsende, biobasierte Rohstoffe. Diese Wirtschaftsweise – die Bioökonomie – setzt auf Pflanzen, Tiere und biotechnologische Verfahren, um Ressourcen einzusparen. Ihre Chancen und Risiken stehen im Mittelpunkt der Ausstellung.

Wie kann also unsere Zukunft aussehen? Setzen sich Hightech-Ideen durch, die fossile Rohstoffe vom Markt verdrängen? Oder etabliert sich bis zum Jahr 2040 ein ökologisch bewusster Lebensstil und die Menschen konsumieren freiwillig nur soviel sie brauchen? Vielleicht sorgt auch die Politik mit Gesetzen und Anreizen für klimaschonendes Verhalten in Wirtschaft und Gesellschaft. In Zukunftsdialogen wurden gemeinsam mit Jugendlichen sowie Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft solche unterschiedlichen Bilder für das Jahr 2040 entworfen und in greifbare Geschichten übersetzt. Drei davon sind die Grundlage der Sonderausstellung, die das Thema in die breite Öffentlichkeit trägt.

Die Gesamtprojektleiterin Dr. Simone Kimpeler vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI erläutert die Hintergründe: "Unser Ziel ist es, auch interessierte Bürgerinnen und Bürger in den Wandel hin zur Bioökonomie einzubinden, das Wissen über Bioökonomie in der Gesellschaft zu fördern und hier im Senckenberg Naturmuseum den Dialog über die Gestaltung und mögliche Auswirkungen der Bioökonomie auf den Alltag anzuregen. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Austausch darüber, welche Bioökonomie wir uns wünschen und wie wir sie nachhaltig gestalten können, auch wenn dies Veränderungen im Konsumverhalten bedeutet."

Um diesen Ausstausch zu fördern, wurden Frankfurter Jugendliche in die Entwicklung der Ausstellung einbezogen. Sie erarbeiteten Konzepte für die Vermittlung ihrer persönlichen Schwerpunkte im Museum. Im Mittelpunkt ihres Interesses standen dabei (Plastik-)Konsum, Ernährung und Energieversorgung. Damit legten sie den thematischen Rahmen der Ausstellung fest. Christina Höfling, Kuratorin der Ausstellung betont: „Für das Senckenberg Naturmuseum ist dies das erste Mal, dass eine Ausstellung auf diese partizipative Weise entsteht. Jetzt schon ist es für alle Beteiligten ein inspirierender Prozess, bei dem jede Seite sehr viel lernt.“ Auch nach der Eröffnung wird dieses partizipative Konzept fortgeführt. Die Ausstellung soll wachsen und Besucher*innen können sich einbringen: Mit dem Thema „Konsum“ starten wir in einen Morgen 2040.

Zahnputzbecher aus Flüssigholz, Kleidung aus Algen- oder Hanffasern und Becher aus Kaffeesatz: spannende Innovationen sind bereits zu sehen. Ansätze für einen nachhaltigen Mittag und Abend werden auf Basis der Konzepte der Jugendlichen und mit den Ideen der Besucher*innen entwickelt.

Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Leiterin des Programms Wissenschaft und Gesellschaft bei Senckenberg ordnet die Ausstellung ein: „Forschung für die Zukunft, Schutz der biologischen Vielfalt und Beteiligung der Öffentlichkeit – hier verbinden sich Kernthemen der SenckenbergGesellschaft. Wir müssen Wege finden, die Biodiversität und damit unsere Lebensgrundlage zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Möglich ist dies nur in einem Prozess, in den alle eingebunden sind. Dieses Prinzip wenden wir daher auch in der Ausstellung an.“

Die Ausstellung kann nur in Verbindung mit der Dauerausstellung besichtigt  werden.
Weitere  Informationen  unter:
www.senckenberg.de/biokompass
Ort: Raum 206, 2. OG im Museum


Kontakt
Christina Höfling
Projekt BioKompass
Senckenberg Naturmuseum
Frankfurt
Tel. 069- 7542 1542
choefling@senckenberg.de

Dr. Eva Roßmanith
Leitung
Bildung und Vermittlung
Senckenberg Naturmuseum
Frankfurt
Tel. 069- 7542 1356
eva.rossmanith@senckenberg.de

Dr. Simone Kimpeler
Gesamtprojektleiterin BioKompass
Leiterin des Competence Centers Foresight
Fraunhofer-Institut für System- und
Innovationsforschung ISI
Tel. 0721 6809-318
simone.kimpeler@isi.fraunhofer.de

Dr. Alexandra Donecker
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für
Naturforschung
Tel. 069- 7542 1209
adonecker@senckenberg.de

1
Bienensterben, weniger Tagfalter, Gefährdung der Wildpflanzen – die biologische Vielfalt nimmt dramatisch ab. Das Gleichgewicht der Ökosysteme – unsere Lebensgrundlage – droht aus den Fugen zu geraten.
Foto: Senckenberg, Tränkner

2
Dieser kleine Reaktor produziert Mikroalgen, die man essen oder in Kosmetikprodukten verwenden kann. Außerdem wird daran geforscht, aus Algen Asphalt und Treibstoff herzustellen.
 Foto: Senckenberg, Sven Tränkner

3
Die Ausstellung zeigt konkrete Ideen zu grünen Innovationen auf, wie Kerosin aus Algen, Reifen aus Löwenzahn oder Ziegeln aus Hanf.
 Foto: Senckenberg, Sven Tränkner

4
In der Natur werden alle Stoffe wieder verwertet. Dies ist auch das Prinzip der Kreislaufwirtschaft, in der Ressourcen sparsam eingesetzt und immer wieder verwendet werden.
 Foto: Senckenberg, Sven Tränkner

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Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur vermittelt. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie weiteren Sponsoren und Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Dr. Alexandra Donecker
Tel.: 069 7542 1209

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

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