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13/07/2005 - Meteoritenforschung

Scheibe des Eisenmeteorits "Bishop Canyon", © Senckenberg
Scheibe des Eisenmeteorits "Bishop Canyon", © Senckenberg

Frankfurt a.M., 13. Juli 2005 _ Als „Boten aus dem All“ werden sie oft bezeichnet, die Eisen- oder Steinmeteorite, meist Bruchstücke von Hunderttausenden von Kleinplaneten oder Asteroiden, die im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter kreisen und auch ab und zu auf der Erde landen. Und das sind sie tatsächlich, da jeder Meteorit neue Erkenntnisse liefert und zahlreiche Informationen zu Entstehung und Alter des Sonnensystems in sich birgt. In vielen Meteoriten wurden kleinste Teilchen identifiziert, die sogar älter als unser Sonnensystem sind.

Etwa 1900 Meteoriten werden ihre „Botschaft“ künftig an die neugegründete Sektion im Forschungsinstitut Senckenberg überbringen. - Im Rahmen einer Kooperation der Mainzer und Heidelberger Max-Planck-Institute mit der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft übersiedelte kürzlich eine der bedeutendsten Meteoritensammlungen Deutschlands mit Exponaten aus Nord- und Südamerika, Europa, Afrika, Asien und Australien als Dauerleihgabe an das Forschungsinstitut Senckenberg. Darunter auch historisch und wissenschaftlich besonders wertvolle Objekte wie der Eukrit von Stannern, der 1808 in Böhmen gefallen ist, und Scheiben eines Eisenmeteoriten aus dem hessischen Treysa, nach dem Alfred Wegener einst vergeblich gesucht hatte, sowie Mars- und Mondmeteorite. Die Sammlung wird durch zahlreiche Tektiten ergänzt. So ist zum einen gewährleistet, dass die Meteoritensammlung langfristig gesichert ist und weiterhin wissenschaftlich bearbeitet wird, zum anderen soll die bereits bestehende Zusammenarbeit mit den Max-Planck-Instituten und der Mineralogischen Abteilung der Universität Frankfurt durch die neu gegründete Sektion ausgebaut werden.

Geleitet wird die Sektion von Dr. Jutta Zipfel, die bisher in der Abteilung Kosmochemie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz tätig war. Ihr wissenschaftliches Ziel ist es, die Mechanismen und zeitlichen Abläufe zu erforschen, die zur Bildung fester Materie im Sonnensystem und zur Entstehung von Planeten führten. Die Dokumentation und Klassifizierung neuer Meteoritenfunde und -fälle wird dabei einen wesentlichen Beitrag leisten. – Einen wissenschaftlichen Schwerpunkt werden „Marsmeteorite“ bilden, da die Erforschung des einzigen, derzeit für Laboruntersuchungen verfügbaren Materials des „roten Planeten“ im Zusammenhang mit der Auswertung aktueller Ergebnisse der laufenden NASA Mars Exploration Rover Missionen steht, an denen Dr. Jutta Zipfel maßgeblich beteiligt ist.

Die Forschungsschwerpunkte an den Max-Planck-Instituten von Mainz und Heidelberg lagen in der Ermittlung der chemischen und mineralogischen Zusammensetzung von Meteoriten und deren Einbeziehung für die chemische Homogenität, aber auch Diversität des solaren Nebels und der sich daraus bildenden Mutterkörper. So wurden bereits früh Abschätzungen über die kosmischen Häufigkeiten der Elemente und die Gesamtzusammensetzung von Erde, Mond und Mars getroffen, die für die moderne Geochemie der Erde von Bedeutung sind. Methoden zur Altersdatierung wurden zum Teil neu entwickelt und verfeinert. Den Einfluss der Sonne auf die kosmische Strahlung und deren Wechselwirkung mit fester Materie im Weltraum wurde untersucht und mit Hilfe der Edelgasanalysen charakterisiert. Neue Entwicklungen in der Nanoanalytik wurden genutzt, um die Isotopenzusammensetzung in nanometergroße Körnchen zu bestimmen. Abweichungen von typischen Isotopenzusammensetzungen im Prozentbereich belegen, dass sie außerhalb unseres Sonnensystems gebildet wurden und von anderen Sternen stammen.

Innerhalb des Forschungsinstituts Senckenberg setzt die Ausweitung auf „anorganisch“ ausgerichtete Schwerpunkte, die sich mit den Grundbausteinen des Sonnensystems, seiner Planeten und deren geologischer Entwicklung beschäftigen, weiterführende Impulse für die Erdwissenschaften.

Eine für Ende des Jahres geplante Dauerausstellung im Senckenberg-Museum wird die bestehende Schausammlung durch besondere Exponate um die kosmische Dimension erweitern und die umfangreichen Forschungsergebnisse der Max-Planck-Institute auf diesem Gebiet präsentieren.
(dve)


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