Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Crustaceen
Macropodia rostrata FK Senckenberg

Die wissenschaftliche Aktivität konzentriert sich auf taxonomisch/systematische Fragestellungen wobei der Schwerpunkt heute bei Meeresasseln liegt. In der jüngeren Vergangenheit wurde aber vor allem an dekapoden Crustaceen gearbeitet. Ihre Verbreitung wurde genutzt, um ozeanographische und zoogeographische Fragen zu klären

Dabei spielt auch die Einordnung der zur Klassifikation verwendeten Merkmale durch konstruktionsmorphologische Untersuchungen eine große Rolle.
Seit langem ist bekannt, daß marine Organismen- und Organismengemeinschaften klar an die Verbreitung der Wasserkörper von Ozeanen und Meeren gekoppelt sind. Ist die Zoogeographie einer Region bekannt und durch eine gute Artenkenntnis untermauert, ist es relativ einfach, Veränderungen zu konstatieren und sie aufgrund der Kenntnisse über die Präferenzen der Organismen zu interpretieren. Die Verbreitungsmuster großer, langlebiger Tiere stellen auch in ihrer zeitlichen Integration Informationen zu den durchschnittlichen Bedingungen vor Ort dar und sind nicht unbedingt empfindlich gegen kleine und kurzfristige Schwankungen. Wesentlich ist der Aspekt, daß eine gut begründete Faunistik einen Meßfühler darstellt, der methodisch unabhängig von ozeanographischen Messungen oder geologischen Beobachtungen ist. Die so gewonnenen eigenständigen Aussagen tragen wesentlich zur Beschreibung eines Meeresgebietes bei und können helfen, Ergebnisse anderer Disziplinen zu bestätigen oder auf ungeklärte Probleme hinzuweisen.
Dasselbe gilt im Prinzip auch für die Süßwasserfauna, die einen weiteren Arbeitsschwerpunkt darstellt. Dabei geht es anders als bei der marinen Fauna weniger um Verbindungen zwischen der Verbreitung von Arten und der von hydrographischen Bedingungen, obwohl dies bei weiterer Verfeinerung der Taxonomie auch angegangen werden kann. Die Zoogeographie ist hierbei vor allem zur Klärung regional historischer Fragen von Bedeutung, etwa der Geschichte von Flußsystemen und Entwässerungsbecken mit Bezug auf die Geschichte der Landmassen und Süßwasserfaunen. Eine Zusammenarbeit, insbesondere mit der Tertiär- und Quartärgeologie bieten sich hierbei an, da die Ergebnisse der Paläontologie und der Neontologie kompatibel sein müssen. Auch hierbei wird deutlich, daß die Ergebnisse eine Bedeutung haben, die über die reine Taxonomie hinausgeht und daß daher der Kontakt zu anderen Disziplinen gesucht werden muss.

 


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