Unser Leben an Bord von FS Sonne
Hallo Liebe Leser/innen,
wenn ich hier so an meiner Schreibmaschine sitze und mich frage was für euch - geneigte Leser/innen – von Interesse wäre, ist es naheliegend euch auch einen Einblick in unser Leben abseits der Wissenschaft zu geben.

Foto 1: Die Messe. Hier treffen wir uns zum essen und entspannen. © Torben Riehl |
Wie ihr den vorangegangenen Berichten entnehmen konntet, arbeiten unsere Teams rund um die Uhr. Es ist immer eine Gruppe dabei den nächsten Einsatz vorzubereiten während ein anderes Team gerade ein Gerät im Wasser hat um neue Proben zu holen. Und wenn die Arbeit nach einer langen Schicht getan ist, dann freuen wir uns auf etwas Schlaf, Freizeit oder auf ein gutes Essen. Vieles an Bord ist sehr klar geregelt, um das Zusammenleben reibungslos zu ermöglichen. Zum Essen treffen wir uns in der Messe [BILD1]: Frühstück um 07:30, Mittagessen um 11:30 und Abendessen um 17:30. Die Küche versucht alle zufrieden zu stellen: ob Pfannkuchen, Eier oder Cornflakes, Salate, warme Gericht oder vegetarisches, das Essen lässt keine Wünsche offen.
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Die Stewards, die sich freundlich um uns und gewissenhaft um alles andere kümmern, sorgen dafür, dass sich in der Messe zu jeder Tageszeit frischer Kaffee und heißer Tee findet. Und für die Nachtwache gibt es einen Kühlschrank mit belegten Broten. Oft sehen wir uns nach dem Essen draußen an Deck wieder, um noch eine Tasse Tee oder Kaffee mit Blick auf das Meer zu genießen. Das ist so eine Routinehandlung, die sich bei vielen Kollegen/innen fast automatisch einstellt. Vermutlich weil es einfach schön ist. [BILD 2]
Wir müssen natürlich auch viele Kleinigkeiten des täglichen Lebens in unseren 24-Stunden-Arbeitsablauf integrieren. Wer E-Mails schreiben oder Nachrichten lesen will kann dies auf dem 2. Deck (1 Unterdeck) an einen der vier Computer im Rechnerraum tun. Um das Bedürfnis nach Bewegung zu befriedigen gibt es auf dem gleichen Deck einen kleinen, aber gut ausgestatteten, Sportraum. Dort kann man Fahrrad fahren, rudern und noch einiges mehr. Für viele Mitfahrer/innen ist es sehr wichtig diese Möglichkeit des Energieabbaus zu haben. Eine schnelle Runde Tischtennis ist bei Seegang ein Spaß der besonderen Art. |

Foto 2: Bei schwacher See eine kurze Pause an Oberdeck mit starkem Tee. © N. Brenke |
Eine weitere Alltäglichkeit ist die Wäsche. Es gibt einen kleinen Waschsalon auf dem Back-Deck (1. Aufbaudeck). Hier können wir unsere Kleidung waschen und trocknen. Zu Beginn der Reise kann es vorkommen, dass man einem jüngeren Kollegen schon mal eine Einweisung an der Waschmaschine geben darf, inklusive eines ersten betreuten Test-Waschlaufes.
Und wenn uns der permanente Trubel zu viel wird, ziehen wir uns auf unsere Kammer zurück. Dies ist der einzige Raum der ein bisschen Ruhe und Privatsphäre ermöglicht. Einige setzen sich zum Lesen auch gerne in die kleine Bordbibliothek oder, wenn das Wetter es mitmacht, gerne auch nach draußen in die Sonne. Jeder versucht auf seine Weise einen Ausgleich zu finden.
Es ist hier an Bord also nur ein bisschen anders als zu hause.
Wichtig ist: bei starkem Seegang nicht zu viel Suppe auf den Teller, volle Kaffeetassen nicht auf glatte Flächen abstellen, viel Rücksicht und immer gut festhalten.
Soviel erst mal von mir, alles Gute euer
Nils
Nils Brenke, DZMB Wilhelmshaven, Senckenberg
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