Aktuelles aus der Abt. Botanik und Molekulare Evolutionsforschung 2026
Exkursion für Studierende nach Ägypten
Die Botaniker haben auf einer Nachmittagsexkursion ohne Studierende die Boraginacee Trichodesma africanum entdeckt, die in den Tagen vorher noch nicht gefunden wurde. Trichodesma africanum ist in den Trockengebieten Afrikas, Arabiens, Vorderasien und Indiens weit verbreitet. Es ist ein einjährige bis mehrjährige Pflanze von Wüsten, Savannen und trockenem Buschland. Die Pflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide, die auf Nagetiere giftig wirken. Trichodesma africanum wird auch in der Volksmedizin eingesetzt und konnte in ägyptischen Gräbern nachgewiesen werden, was sie zur eine der ältesten nachgewiesenen Heilpflanze macht. Der Stängel und die Blätter sind mit bis zu 2 mm langen, stacheligen, steifen Haaren mit verdickter Basis bedeckt, was einen Fraßschutz darstellen dürfte.

Frucht von Avicennia marina, eine von zwei Mangrovenarten die in Ägypten heimisch sind und die zur Familie der Acanthaceae (Ordnung Lamiales) gehört. Die andere Art ist Rhizophora mucronata, die zur Familie der Rhizophoraceae (Ordnung Malphigiales) gehört. Extreme ökologische Bedingung wie das Wachstum in Gezeitenbereichen können bei Vertretern ganz unterschiedlicher Verwandtschaftsgruppen zu morphologisch ähnlichen Anpassungen wie der Ausbildung von Stelzwurzeln und Viviparie führt. Letzteres bezeichnet das Keimen der Samen und das Durchlaufen der ersten Stadien auf der Mutterpflanze. Die Jungpflanzen fallen herab und bleiben zumeist in der Nähe der Mutterpflanze im Schlamm stecken. Sie sind aber auch schwimmfähig, können über Monate im Meer driften und neue Mangrovenbestände begründen. Avicennia marina hat ein riesiges Verbreitungsgebiet, das Afrikas Ostküste, den Südwesten, Süden und Südosten Asiens sowie Australien und Neuseeland umfasst.

Thomas Gregor
Der immergrüne Kreuzblütler Zilla spinosa, eine Art der nordafrikanischen und arabischen Wüsten, war auch im ‚Haus-Wadi‘ der Exkursion weit verbreitet. Die Dornen sind blattlose Triebe und schützen vor Verbiss. Nur im Jugendstadium werden Blätter gebildet. Die kugelig wachsende Staude erreicht Höhen von 50 bis 200 cm. Die Pflanze ist extrem trockenresistent kann jahrelange Trockenperioden überstehen. Wenn die Regenfälle ausreichend waren, blüht die Pflanze vor allem im Februar und März. Unter günstigen Bedingungen werden aber auch ganzjährig Blüten gebildet. Zilla spinosa wird vielfältig in der Volksmedizin genutzt vor allem bei Blasen- und Nierenproblemen. Die sekundären Pflanzenstoffe weisen ein breites Spektrum an biologischen Wirkungen auf, darunter antioxidative, antimykotische, antifibrotische, leberschützende und antivirale Wirkungen.

Thomas Gregor
Das Jochblatt (Zygophyllum album), das ebenso wie Zilla spinosa häufig vorkommt, ist in oft salzhaltigen Trockengebieten von Spanien über Nord- und Ostafrika bis zur arabischen Halbinsel verbreitet. In den Wadis war es die häufigste Pflanze und seine Bestände markierten Bereiche, in denen nach Regenfällen Wasser vorhanden ist. Wie wir uns überzeugen konnten, ist die Pflanze unfassbar bitter. Das ist sicher ein Schutz gegen das Gefressenwerden. Zygophyllum album ist ein mehrjähriger kleiner Halbstrauch mit gegenständigen, saftigen, eiförmigen Blättern und kleinen gelblichen Blüten. Die Jochblattgewächse sind eine variable Gruppe, die in ariden, salzhaltigen Gebieten der Tropen und Subtropen vorkommt. Europe erreichen nur wenige Arten im Mittelmeerraum und den Steppengebieten südlich des Urals.

Thomas Gregor
Abtauchen an Seil zu einem Wrack.

Stefan Wanke
Bestaunen von Wrack-Aufbauten, die stark mit Korallen besiedelt sind (Taucher mit Lampe)

Stefan Wanke
Steinkorallengärten für die das Rote Meer bekannt ist.

Stefan Wanke
Weichkorallen in vielen Farben.

Stefan Wanke
Thomas Gregor erschöpft nach 10 langen Tagen Exkursion – man beachte die Literatur – Haltung wird selbst im Schlaf gewahrt!

Stefan Wanke