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Kontrast

Biodiversität, Systematik und Evolution

Die Systematik ist ein Kerngeschäft der Forschungsmuseen. Ihre große Aufgabe ist es herauszufinden, wie viele und welche Arten es heute gibt und wie sie sich in der Erdgeschichte entwickelt haben. Sie stützt sich auf ständig wachsende Sammlungen, die als Archive des Lebens dienen. Dort werden für die internationale Gemeinschaft der Wissenschaftler*innen quasi die „Urmeter“ der jeweiligen Arten bereitgehalten.

Die Menschheit teilt sich ihren Lebensraum mit bis zu 20 Millionen anderen Arten – Tiere, Pilze, Pflanzen und Bakterien. Davon sind heute nur knapp 2 Millionen Arten erfasst. Der größte Teil der Artenvielfalt ist also unbekannt.

Wettlauf der Wissenschaft 

Zahlreiche bekannte und unbekannte Arten sterben aus, weil Lebensräume verloren gehen. So kommt es zu einem ungleichen Wettlauf zwischen Neuentdeckungen und der Vernichtung von Arten. In Europa sind heute beispielsweise ein Viertel aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht – und dies bedeutet nicht nur einen Verlust an Lebensqualität. Artenvielfalt und funktionierende Ökosysteme sind eine Voraussetzung auch für uns Menschen. Ihr Verlust ist auch mit erheblichen Kosten verbunden. Dies unterstreicht die Bedeutung der Systematik als eine der wichtigsten Disziplinen der Biodiversitätsforschung.

Systematik als Basiswissenschaft

Systematik ist die Wissenschaftsdisziplin, die lebende und ausgestorbene Organismen klassifiziert. Damit erschließt sie die unermessliche Biodiversität der Erde für andere Forschungsdisziplinen überhaupt erst. Zugleich ordnen die Wissenschaftler*innen die erfassten Einheiten (Taxa) in ein evolutionäres Abstammungsverhältnis ein. Systematik ist zugleich eine integrative Wissenschaft. Sie verknüpft die Morphologie, die Geowissenschaften und die Molekulargenetik (Erbinformationen) mit der Evolutionstheorie. 

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