Menü Barrierefreiheit

Kontrast

Aktuelles aus der Abt. Botanik und Molekulare Evolutionsforschung 2026

Außergewöhnliche Funde von Joseph A. Futschig 

Nach dem Tod Futschigs kam das Herbar in den Besitz von Kurt Kellner (1920–2002), der es im Jahr 1989 an die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung übergab. Es ist heute nach Gattungen und Arten alphabetisch sortiert. Leider konnte es bisher aus finanziellen Gründen nicht im gesamten Umfang digitalisiert und publiziert werden.

Die wenige Beispiele zeigen die enorme Bedeutung der Bryophyten-Sammlung von J. Futschig für eine zukünftige Untersuchung der Bryophyten Hessens.

Zu den außergewöhnlichen Exemplaren gehört das „Dreizeilige Bruchmoos“ Meesia triquetra  (L. ex Jolycl.) Ångstr., 1844 beschrieben. Es wurde 1854 erstmals in Hessen gefunden und 1870 von Geheeb im Roten Moor in der Rhön entdeckt und dort das zweite Mal von Josef A. Futschig 1975 nach 105 Jahren gefunden.

Nach der „Rote Liste des Moose Hessens“  (2013) gilt Meesia triquetra   heute in Hessen als ausgestorben.

 

„Arnolds Spaltzahnmoos“  Fissidens arnoldii wurde von R.Ruthe. 1879 beschrieben und  gehört zu den extremen Seltenheiten an Flüssen. In Hessen wurde es bisher nur zweimal, davon einmal an Ufersteinen am linken Lahnufer bei der Bodensteinerlai nahe Villmar auf Massenkalk und Ziegelstein 1975 von J. Futschig gefunden.

In der „Rote Liste des Moose Hessens“  (2013) wird Fissidens arnoldii als extrem selten und vom Aussterben bedroht gelistet.

Das „Nees von Esenbecks Hornmoos“ Anthoceros neesii Prosk. wurde 1972 erstmals von J. Futschig in Hessen entdeckt, in Stoppelfeldern bei Usingen im Taunus, später, 1980 auch bei Gedern, Birstein, Fischborn und Herchenhausen in den tieferen Lagen im Vogelsberg.
Diese Art kommt weltweit nur an 15 Standorten in Hessen und 2 Standorten in der Steiermark in Österreich vorkommt.

In der „Rote Liste des Moose Hessens“  (2013) wird Anthoceros neesii als extrem selten und vom Aussterben bedroht gelistet.

Dies sind zwei der wenigen Belege Futschigs, die bisher in der Senckenberg-Datenbank (SeSam) erfasst sind.

Das “Sparrige Spatenmoos” Scapania cuspiduligera (Nees) Müll.Frib.  ist in Deutschland hauptsächlich in den Alpen verbreitet und kommt nur sehr zerstreut in den Mittelgebirgen vor.
In Hessen wurde es erstmalig 1969 von J. Futschig am Ufer der Dill bei Niederscheld, später auch von G. Schwab gefunden.

In der „Rote Liste des Moose Hessens“  (2013) wird Scapania als extrem selten und vom Aussterben bedroht gelistet.

Das „Moor-Pohlmoos“ Pohlia sphagnicola (Bruch & Schimp.) Broth.wurde erstmals 1969 von J. Futschig im „Roten Moor“ der Rhön gefunden. Düll konnte es noch 1994 in Hessen finden, aber seidem ist kein weiterer Fund bekannt.

Nach der „Rote Liste des Moose Hessens“  (2013) gilt Pohlia sphagnicola heute in Hessen als ausgestorben.

Botanik AKTUELLES 2026
Cookie Consent mit Real Cookie Banner