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Kontrast

Sektion

Messelforschung

NFM 10-12-2020

Die Wissenschaftliche Zielsetzung ist die Erforschung und Rekonstruktion des eozänen Messeler Sees und seiner Umgebung durch die festangestellten und ehrenamtlichen Mitarbeiter(innen) anhand:

  1. taxonomisch-morphologischer Untersuchungen der bereits vorliegenden und jährlich hinzukommenden Wirbeltierfossilien
  2. von Forschungsvorhaben zur Phylogenese, Biostratigraphie, Paläoökologie, Paläoenvironment und Paläobiogeographie 
  3. der Entwicklung von Modellen zur Geschichte des Seengebietes und zur Strukturgenese der isolierten geologischen Hohlformen sowie der Bildung der Seesedimente (Messel-Formation).

Diese Zielsetzungen werden mittel- und langfristig auch in Kooperationsprojekten mit internationalen und nationalen Fachkolleg(inn)en umgesetzt. Die Abteilung Messelforschung wurde 1992 im Forschungsinstitut Senckenberg eingerichtet. Die wissenschaftlichen Arbeiten sind den senckenbergischen Forschungsbereichen Biodiversität und Evolution/Systematik und Biodiversität und Erdsystem-Dynamik zugeordnet.

Sektion Messelforschung

Über den Tod hinaus – Entdeckung und Präparation eines Fossils aus der Grube Messel

Über den Tod hinaus

Die Entdeckung und Präparation eines Fossils aus der Grube Messel

Bruno Behr berichtet über die Fundsituation und Präparation eines außergewöhnlichen Fundes in der Grube Messel. Über die Jahre hört man sich sehr gut ein und erkennt gleich, ob es sich bei so einem Ausspruch um einen der vielen „Standardfunde“ handelt oder doch etwas anderes zum zweiten Mal ans Tageslicht zurückgekehrt ist. So auch in diesem Fall.

Alarmiert stand ich gleich auf, um der Sache auf den Grund zu gehen, als mir auch schon eben jener mit einem stolzen Grinsen, den Fund entgegenhielt. Tja, da war wohl (fast) alles dran. Selbst ein hervorragend erhaltener Hautschatten war deutlich zu erkennen.

Doch wo ein „Vorne“ da auch in der Regel ein „Hinten“! Nur, wo war es?

Wie man sehen kann, wurde das Fossil beim Abbau geteilt. So etwas passiert beim Grobabbau immer wieder und die Suche nach der zweiten Hälfte konnte beginnen. Durch den Abbau in Blöcken konnte man sehr leicht nachvollziehen, wo genau die Ölschieferplatten abgebaut wurden. Trotzdem war die Suche nach dem Anschlussstück, das im anstehenden Gestein zu finden sein musste, mühsam.

Unter Beobachtung des neugierigen Teams, ausgerüstet mit viel Hoffnung, einer feinen Zahnbürste, Pinsel, Lupe und einer Sprühflasche machte ich mich auf die Suche nach einem sehr alten Hinterteil. Entlang der Abbaukante buckelte ich mich mühevoll kniend durch die feinen Ablagerungen um einen kleinen dünnen Knochen, noch dazu im Querschnitt, zu finden. Obwohl nur ein bestimmter Abbaubereich abzusuchen war, kam mir die Suche nach dem Anschlussstück vor, als würde ich eine Nadel im Heuhaufen aufspüren müssen. Aber aufgeben stand nicht zur Diskussion und am Ende hat sich Beharrlichkeit und scheinbar unendliche Geduld doch noch ausgezahlt!

Ich fand die entscheidende Stelle, sehr zur großen Freude des gesamten Teams, und die Blockbergung der vermissten zweiten Hälfte konnte ohne größeren Aufwand erfolgreich zum Abschluß gebracht werden.

Über den Tod hinaus – Entdeckung und Präparation eines Fossils aus der Grube Messel

Publikationen

Von 2024 bis 2010, 2024

Bartel, C., Dunlop, J. A. & Wedmann, S. (2024). Iridescent harvestmen (Arachnida: Opiliones: Sclerosomatidae) from the Eocene of Messel, Germany. Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments 104(4) 963-975. doi:10.1007/s12549-024-00607-4

Bouchal, J. M., Geier, C., Ulrich, S., Uhl, D., Wedmann, S. et al. (2024). Fossil Coleoptera with in situ and adhered pollen from the Eocene of Eckfeld, Germany. EGU General Assembly 2024.

Boudet, L., Bouché, C., Nel, A. & Ngô-Muller, V. (2024). A new Middle Eocene Baltic amber Exechiini (Diptera: Mycetophilidae) supports the likely rapid radiation of the tribe. Historical Biology 1-5.

Paläomammalogie

Paläoherpetologie

Paläoentomologie

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