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Sektion

Sektion Paläoanthropologie

PM Menschenaffe 09.04.2019

Die Sektion kooperiert eng mit der Forschungsstelle ROCEEH der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und mit der New York University auf dem Gebiet von Human Palaebiomics.

Die Evolution der Menschen nahm vor ca. sechs bis sieben Millionen Jahren in Afrika ihren Anfang mit der Entwicklung früher Australopithecinen. Diese Australopithecinen unterschieden sich von Menschenaffen unter anderem dadurch, dass sie in der Lage waren, sich wenigstens zeitweise biped fortzubewegen. Vor etwa zweieinhalb Millionen Jahren gingen aus diesen Vorläufer-Formen die ersten Vertreter der Gattung Homo hervor. Dieser Prozess ist gekennzeichnet durch eine ganze Serie von Veränderungen. Dazu gehört die Entwicklung eines vollständig aufgerichteten Gangs, die Herstellung und Verwendung von Werkzeugen, das Erschließen neuer Nahrungsquellen, Veränderungen im Gebiss und weiteres. Vor 1,8 Millionen Jahren verließen frühe Menschen erstmals den afrikanischen Kontinent und besiedelten weite Teile Eurasiens. Ihre fossilen Überreste finden wir zum Beispiel im Kaukasus aber auch auf der indonesischen Insel Java. Bei diesen Hominiden handelt es sich um Vertreter von Homo erectus. Europa wurde vor etwa einer Million Jahren besiedelt. Hier nahm die Evolution offenbar einen eigenständigen Verlauf, der zur Entwicklung von Neandertalern führte. Wie viele Ausbreitungswellen die Hominiden im Pleistozän, also von ca. 1,8 Millionen bis vor ca. 40.000 Jahren, vollzogen und welchen Routen diese Ausbreitungswellen folgten, ist gegenwärtig nicht sicher bekannt. Vor ungefähr 300.000 Jahren entwickelten sich  im östlichen Afrika die ersten Vertreter von Homo sapiens. Von dort aus breiteten sie sich über den gesamten Globus mit Ausnahme der Antarktis aus.

Frühe Menschen waren keine isolierten Kreaturen. Je weiter wir in der Vorgeschichte der Menschen zurückgehen, desto unmittelbarer werden ihre Beziehungen zur belebten und unbelebten Umwelt. Für ein umfassendes Verständnis der Evolution der Menschen genügt es daher nicht, sich ausschließlich mit Hominiden-Fossilien zu beschäftigen; vielmehr untersuchen wir begleitend auch Evolutionsprozesse anderer Säugetiere. Damit können wir zum Beispiel die Frage beantworten, ob ein bestimmter Schritt in der Evolution der Menschen sich bei anderen Säugetieren in vergleichbarer Weise abgespielt hat oder ob er spezifisch nur bei Vor- und Frühmenschen stattfand.

Die Ausbreitung früher Hominiden wird maßgeblich von dem Potenzial mitbestimmt, das ihnen natürlicherweise, aber auch kulturell bedingt offen steht. Die Untersuchung von Expansionsprozessen früher Hominiden gibt uns Aufschluss über die Fähigkeiten, die für das Vordringen in neue oder unbekannte Habitate entscheidend ist.

Forschungsschwerpunkte

Sammlung

Team

Team

Apl. Prof. Dr. Ottmar Kullmer 
Abteilungsleiter
Ottmar Kullmer
Christine  Hemm 
Technische Assistentin
Dr. Nicole Webb 
Wiss. Mitarbeiter
PD Dr.  Angela  Bruch 
Assoziiertes Projekt ROCEEH
Dr. Christine Hertler 
Assoziiertes Projekt ROCEEH
Mitarbeiterfoto
PD Dr. Miriam  Haidle 
Assoziiertes Projekt ROCEEH
Birgit  Denkel-Oswalt 
Assistentin
Denkel-Oswalt
Anke Kuper M.A.
Wiss. Mitarbeiterin Sektion Paläoanthropologie
Mitarbeiterfoto
MS Laura Watson 
Doktorandin
Laura Watson
Susanne Krüger M.A.
Doktorandin
Mitarbeiterfoto
Prof. Dr. Friedemann Schrenk 
ehrenamtlicher Mitarbeiter
Timothy G. Bromage Ph.D.
ehrenamtlicher Mitarbeiter
Dr. Sasan Rabieh 
ehrenamtlicher Mitarbeiter

Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Abteilung Paläoanthropologie

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