Die Sektion Phanerogamen I arbeitet ökologisch und naturschutzbiologisch, dies vor allem zu den Auswirkungen von Landnutzungs- und Klimawandel und auf die Biodiversität von Kulturlandschaften.
Die Forschungsschwerpunkte der Sektion Phanerogamen II liegen in der Systematik und Evolution mitteleuropäischer Gefäßpflanzen.
Forschung
Evolution von Fortpflanzungssystemen in Rosengewächsen (C. Ritz)
In den durch Hybridisierung entstandenen Hundsrosen (Rosa sect. Caninae) hat sich ein einzigartiges Reproduktionssystem – die Canina-Meiose – entwickelt. Sie ermöglicht es den polyploiden Arten, sich trotz ungerader Chromosomenzahl sexuell fortzupflanzen. Mit unseren Kooperationspartnern untersuchen wir den Ursprung und die Vererbungsmuster der beteiligten Genome sowie ihr Verhalten während der Canina-Meiose.
Kooperationspartner
Jana Lunerová, Aleš Kovařík, Institute of Biophysics, Academy of Sciences of the Czech Republic, Brno
Andre´ Marques, Abteilung Chromosomenbiologie, Max-Planck-Institute für Pflanzenzüchtungsforschung, Köln
Volker Wissemann, AG Systematische Botanik, Justus-Liebig Universität Gießen
Finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Die in Mitteleuropa heimischen Erdbeeren unterscheiden sich in ihrem Fortpflanzungssystem und ihrer Chromosomenzahl: Fragaria moschata ist zweihäusig (2n = 6x = 42), F. viridis (2n = 2x = 14) ist zwittrig u. selbstinkompatibel und F. vesca (2x) ist ebenfalls zwittrig aber selbstkompatibel. Wir erforschen, welchen Einfluss die Chromosomenzahl und das Fortpflanzungssystem auf die genetische Diversität von Erdbeerpopulationen haben.
Kooperationspartner
PD Dr. K. Olbricht, Hansabred GmbH & Co. KG, Dresden
Jörg Ruß, Senckenberg Görlitz
Wir halten Artenkenntnis für einen der wesentlichen Eckpfeiler botanischer Forschung. Deswegen bereiten wir Bestimmungshilfen und Art-Informationen für ein möglichst breites Spektrum von Nutzerinnen und Nutzern auf.
In einer engen Kooperation mit unseren Partnern bringen wir dies auch in den zentralen Knoten für botanische Informationen zur Flora von Deutschland ein.
Partner: TU Dresden, Universität Halle-Wittenberg, Bundesamt für Naturschutz − BfN, Senckenberg Frankfurt und Jena, Thomas Meyer
In den letzten Jahrzehnten ist die Artenvielfalt in Mitteleuropa in bisher ungekanntem Ausmaß zurückgegangen. Wir tragen nicht nur zur Dokumentation der Verluste und ihrer Auswirkungen auf Ökosystemfunktionen bei, sondern entwickeln auch Lösungsoptionen.
Zentralasien, d.h. die Mongolei und sowie Nord- und Westchina, hat die wohl weltweit intaktesten Steppen und temperaten Trockengebiete. Wir forschen zu den Auswirkungen von Landnutzungs – und Klimawandel in diesem einmaligen sozialökologischen System.
Herbarien sind unsere zentrale Forschungsinfrastruktur. Entsprechend des Senckenberg Collectomics-Ansatzes (Sigward et al. 2025 – Natural History Collections and Museomics) versuchen wir sie für ein möglichst breites Spektrum von Nutzerinnen und Nutzern zu öffnen und entwickeln hier neue Methoden der Datenerhebung in Sammlungen (digital extended specimens).
Mittels Mikro-CT haben wir nicht-invasive Methoden zur Darstellung von ökologisch und systematisch relevanten Mustern in der Feinnervatur von Blättern erarbeitet. Ebenfalls nicht-invasiv sind unsere Untersuchungen von Nährstoffgehalten in Blättern mittels NIRS-Technologie. Aktuell testen wir gerade das Potential von multispektralen Kameras für die Analyse von Herbarmaterial. Wir nutzen Herbarien auch zur Analyse von Veränderungen der Pflanzengröße und Phänologie. Damit einher geht die Entwicklung neuer digitaler Werkzeuge, so dass wir auch im Senckenberg Data and Modelling Center sehr aktiv sind.
Partner: Senckenberg Jena und Frankfurt, Univ. of Halle-Wittenberg, Nationaluniversität der Mongolei und Kooperationen im SDMC inkl. des DINA-Konsortium
Sammlung
Herbarium Senckenbergianum Görlitz (GLM)
Das Herbarium des Museums umfasst ca. 185.000 Gefäßpflanzen-, 40.000 Moos – und 3.200 Algenbelege. Darüber hinaus finden sich ca. 70.000 Flechten – und mehr als 110.000 Pilzaufsammlungen im Görlitzer Herbarium. Bisher sind 190 Typen von Gefäßpflanzen, ca. 200 Typen von Flechten und ca. 500 Typen von Lebermoosen bekannt. Den Grundstock der Sammlungen bildet das Herbar der Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz, das aus dem 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammt.
Sebastian Köpcke & Volker Weinhold
Das Herbarium des Museums umfasst ca. 185.000 Gefäßpflanzen-, 40.000 Moos – und 3.200 Algenbelege. Darüber hinaus finden sich ca. 70.000 Flechten – und mehr als 110.000 Pilzaufsammlungen im Görlitzer Herbarium. Bisher sind 190 Typen von Gefäßpflanzen, ca. 200 Typen von Flechten und ca. 500 Typen von Lebermoosen bekannt. Den Grundstock der Sammlungen bildet das Herbar der Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz, das aus dem 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammt.
Geografische Sammlungsschwerpunkte sind die Oberlausitz sowie angrenzende Gebiete Sachsens, Polens, Brandenburgs und Tschechiens. Wir unterhalten auch größere Sammlungen aus Zentral- und Nordasien sowie dem Kaukasus. Hinzu kommen Einzelsammlungen aus verschiedenen Regionen der Erde, die u.a. von Mitgliedern der Herrnhuter Brüdergemeine zusammengetragen wurden.
Für die Gefäßpflanzen sind die Sammlungsdaten aus dem Raum Oberlausitz komplett digital erfasst. Sie werden an den „Botanischen Knoten“ am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem der FU Berlin weitergeleitet und können über die Global Biodiversity Information Facility-GBIF recherchiert werden.
Standortsdirektor des Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz sowie Sektionsleiter Phanerogamen I / Professor für Biodiversität der Pflanzen an der TU Dresden